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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

23. November 2017 | 04:43 Uhr

Sternberg : Nie ganz ans Aufhören gedacht

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Renate Müntel hat sich vor 25 Jahren mit einer Wäscherei und Heißmangel selbstständig gemacht und auf Veränderungen reagiert

von
erstellt am 27.Feb.2017 | 21:00 Uhr

„Eigentlich habe ich Bügeln gehasst“, gesteht Renate Müntel. Vor 25 Jahren hat sich die Sternbergerin mit einer Wäscherei und Heißmangel selbstständig gemacht und „nie den Gedanken gehabt, ganz damit aufzuhören“.

Zu DDR-Zeiten bei der HO in der Gastronomie gearbeitet, wurde Renate Müntel mit der Wende arbeitslos. „Mein Sohn hat damals in Scharbeutz Kellner gelernt. Da sind im Sommer an einem Tag zwei weiße Hemden zum Waschen und Bügeln zusammen gekommen. Wenn wir ihn freitags nach Hause geholt haben, wurde noch in der Nacht gewaschen, damit alle Hemden trocknen und ich sie dann bügeln konnte“, erzählt sie. „Einen Trockner hatten wir noch nicht.“

Im Februar 1992 eröffnete Renate Müntel ihren kleinen Betrieb in der Güstrower Chaussee. Um die Heißmangel, die mit Starkstrom und Gas angetrieben wird, in den Keller ihres Wohnhauses zu bekommen, mussten acht Leute helfen, „die halbe Nachbarschaft“, sagt sie. In den ersten Jahren gab es „richtig viel zu waschen, allein 150 Teile Bettwäsche in der Woche von zwei großen Kinderferienlagern in Schlowe und Dabel“. Gute Unterstützung fand sie bei ihrem inzwischen verstorbenen Mann, der solange es ihm gesundheitlich möglich war, mitgeholfen hatte. Denn die Wäsche wurde auch abgeholt und wieder ausgefahren.

Mit dem Aus der Kinderferienlager - und damit dem Wegbrechen zweier Großkunden - „ nahm sie auch Reinigungssachen an und leitete sie weiter, sagt die Sternbergerin. Sie habe immer geguckt, dass es weiter gehe. Auch als ihr Mann 2002 starb.

„Ich habe mir gesagt, dann machst du eben noch was dazu. Je weniger es mit der Wäsche wird, um so mehr muss man sich andere Arbeiten suchen“. Und so biete sie seit einigen Jahren zusätzlich Haushaltshilfe an.

Viele Kunden sind Renate Müntel über die Zeit treu geblieben, bringen vor allem Bett- und Tischwäsche zu ihr. Sie erinnert sich an einen Korb mit 40 Tischdecken. Das war 14 Tage vor Weihnachten. „Da wurde das ganze Jahr gesammelt und dann gemerkt, dass keine gebügelte Tischwäsche mehr vorhanden war“, vermutet sie.

 

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