zur Navigation springen
Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

19. November 2017 | 00:34 Uhr

Jesendorf : Nicht nur etwas für Rosenkavaliere

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Über Schönheit, Sprache und manch Anekdote zur Königin der Blumen / Am 6. Juni eröffnet Katrin August in Jesendorf ihr Rosarium.

von
erstellt am 23.Mai.2014 | 22:18 Uhr

„Lasst Blumen sprechen“, heißt es nicht umsonst. Doch auch hier kommt es immer darauf an. Dass etwa rote Rosen die Blumen der Liebe sind und eine rote Rose „Ich liebe dich“ bedeutet, wissen wir im Allgemeinen noch. Ansonsten gibt es so manche Nuance, die man als Rosenkavalier durchaus wissen und beachten sollte.

Denn auf die Farbe kommt es an! Eine gelbe Rose etwa, Vorsicht, steht für abnehmende Liebe bzw. Untreue. Oder eine Sorte ohne Dornen will/soll sagen, der andere ist unwiderstehlich. Rote Rosen stehen für leidenschaftliche Liebe und weiße für Reinheit. Rosenknospen hingegen zeigen das Erwachen der ersten Liebe an…Der Blumensprache sind keinerlei Grenzen gesetzt.

Lasst Blumen (Rosen) sprechen, oder auch – warum nicht? – über sie plaudern. Ein Ort dafür dürfte Katrin Augusts Rosarium in Jesendorf werden. Am 6. Juni ist dessen Eröffnung samt eines kleinen Cafés dabei. Seit vergangenen Mai hat die Rosenliebhaberin eine Brachfläche in ein Kleinod für alle Sinne verwandelt. In elf Themen-Beeten stehen insgesamt 150 Sorten – Strauch-, Kletter- und Beetrosen. Insgesamt nennt die 42-Jährige bereits 500 blühende Königinnen ihr eigen.

„Die ersten habe ich geschenkt bekommen, dann wurden es immer mehr. Inzwischen ist es wie ’ne Manie, fast schon eine Sucht“, bekennt die vierfache Mutter.

Ihre Lieblingsrose ist die Stanwell Perpetual, „eine englische historische Rose, von Lee 1838 gezüchtet“. Sie gehört zu den Frühblühern. Die Aufforderung zum Schnuppern lässt sich der Autor nicht zweimal sagen. Sie riecht irgendwie seifig. „Typisch Mann, kommentiert das die Gastgeberin, eine Frau würde sagen, sie duftet nach Parfüm!“ Ein Rosengelee, so Katrin August, könne man daraus freilich nicht machen, „aber sie eignet sich herrlich als Gesichtsöl“.


Kaiser Napoleon wegen der Rosen hintergangen


Und da die Gastgeberin schon mal beim Geschichten-Erzählen ist, was ihr sichtbar Spaß macht, gibt es beim Rosarium-Rundgang weitere historische Begebenheiten. So soll in den Blüten der „Rose de Resht, einer 3000 Jahre alte Damaszener Rose, „schon Cleopatra gebadet haben“.

Und Joséphine de Beauharnais, Kaiserin der Franzosen, die als Ehefrau Napoleons berühmt wurde, hat ihren Gatten wegen ihres Rosenfaibles hintergangen. Napoleon hatte im November 1806 die Wirtschaftsblockade über die britischen Inseln verfügt (bekannt als „Kontinentalsperre“), die bis 1814 in Kraft blieb, da war für Joséphine guter Rat teuer. „Doch die Liebhaberin englischer Rosen schaffte es, über Umwege trotz Kontinentalsperre weiter an ihre Lieblingsblumen heran zu kommen“, betont Katrin August.

Fertig ist sie mit ihrem Rosarium längst nicht und wird es wohl auch nie. „Es gibt immer was tun und zu verändern.“ Die Beete sind indes auch kleine Kunstwerke, jenes mit den weißen Rosen etwa ist mit Schleierkraut, Iris und Vergissmeinnicht als Beipflanzen gestaltet.

Zum Verkauf sind die blühenden Schönheiten übrigens nicht. Die Besucher sollen sich daran erfreuen, austauschen und dabei auch so mancher Augustschen Rosengeschichte lauschen können. Wie sagt der Volksmund doch: „Eine Rose ist wichtiger als eine Stulle Brot!“


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen