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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

17. August 2017 | 01:51 Uhr

Sternberg : „Nicht Ausfallbürge für den Staat“

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Ministerpräsident Sellering beriet in Sternberg mit 60 Geladenen über die für 2015 geplante landesweite Ehrenamts-Stiftung.

„Es gibt Bereiche, die ohne Ehrenamt nicht funktionieren“, zollte Erwin Sellering dem freiwilligen Engagement in Mecklenburg-Vorpommern seine Anerkennung. „In unserem Land erfüllen 540 000 Menschen ein Ehrenamt – fast jeder Dritte.“

60 davon hatte der Ministerpräsident am Donnerstag in den Sternberger Güterschuppen eingeladen, Domizil des Jugendclubs und des Vereins „Dialog + Action“. Dort wollte Sellering mit ihnen nicht über Feuerwehren, Rettungsdienste, Sportvereine oder Sozialarbeit reden. „Diese Bereiche sind dank ihrer Gerüste aus hauptamtlichen Strukturen gut organisiert, mit Ansprechpartnern in der Landesregierung.“ Vielmehr, so der Ministerpräsident, gebe es viele Ehrenamtliche, die ihre Aufgaben ohne derartige Strukturen erfüllen. Sie seien Garant dafür, dass es im am dünnsten besiedelten Bundesland liebenswert und herzenswarm zugehe. Das Land wolle aber nicht dahin kommen, sich wegen knapper Finanzen von seinen Aufgaben zurückzuziehen. „Der Ehrenamtler soll nicht Ausfallbürge für den Staat werden.“ Deshalb wolle das Land 2015 eine Stiftung zugunsten des Ehrenamts und für bürgerschaftliches Engagement gründen.


Fünf Arbeitskreise bei Werkstattgesprächen


Die Sternberger Veranstaltung diente als Auftakt für einen landesweiten Diskussionsprozess über Profil und Aufgaben einer derartigen Stiftung. „Wir wollen unterstützen, nicht reglementieren“, betonte Sellering. Ab September sollen dann jeweils fünf Arbeitskreise bei so genannten Werkstattgesprächen in Anklam, Grevesmühlen, Penzlin und Ribnitz-Damgarten die Gründung der Stiftung vorbereiten.

In Sternberg gab es sogleich einen Vorgeschmack auf diese Werkstattgespräche. „Welche Form der Anerkennung bereitet Ihnen die meiste Freude?“, war beispielsweise als Frage auf einer von fünf Tafeln zu lesen, worauf die Ehrenamtler ihre Meinungen, Vorschläge und Ideen dokumentieren sollten. „Die Arbeitsstunden von Ehrenamtlichen müssten dokumentiert werden und Vorteile bringen, beispielsweise durch vergünstigte Einkaufsmöglichkeiten“, schlug Angelika Lübcke (Siggelkow) von den Parchimer Landfrauen vor. Horst Tober (Kultur- und Heimatverein Dobbertin) beklagte, dass nicht genug Geld vorhanden sei, um Dankesurkunden an Ehrenamtliche in einer repräsentativen Mappe zu verleihen.

„Mit wem würden Sie sich eine Zusammenarbeit wünschen?“, fragte eine andere Tafel. Hier wurde nach dem Wunsch zu thematischen oder regionalen Vernetzungen geforscht. Zum Thema „Weiterbildung“ will die Staatskanzlei wissen, welche Informationsmöglichkeiten den Ehrenamtlern für mehr Professionalität nützlich erscheinen. Beim Stichwort „Beratung“ wünschten sich viele die Aufklärung über bürokratische Hürden. Die Tafel „Finanzierung“ sollte dokumentieren, wo Geld fehlt und wo es am meisten helfen kann.

Franziska Hein von der Staatskanzlei wird als Kommunikationspezialistin alle Antworten sammeln und daraus für die Werkstattgespräche die Arbeitsschwerpunkte herauskristallisieren.

Weitere Informationen finden sich im Internet unter der Adresse www.ehrenamtsstiftung-mv.de




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