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Huning-Unternehmensgruppe übernimmt Werk nach Insolvenz : Neustart im Ventschower Betonwerk

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Neustart im Betonwerk Ventschow. Die Huning-Unternehmensgruppe, die nach eigenen Angaben ca. 300 Mitarbeiter beschäftigt, hat das Werk gekauft. Walter Huning-Wesseler hatte das Grundstück vor einigen Jahren erworben.

svz.de von
erstellt am 14.Feb.2012 | 05:09 Uhr

Ventschow | Neustart im Betonwerk Ventschow. Die Huning-Unternehmensgruppe, die nach eigenen Angaben ca. 300 Mitarbeiter beschäftigt, hat das Werk gekauft. Geschäftsführer Walter Huning-Wesseler aus der Nachbargemeinde Dobbin am See hatte das Grundstück vor einigen Jahren bei einer Insolvenz erworben, das Werk selbst aber weiter verpachtet. Der Pächter musste später aufgeben. Bis September vergangenen Jahres hatte erneut ein Insolvenzverwalter das Sagen.

Huning-Wesseler, der das Werk mit dem 1. Oktober des Vorjahres übernommen hat, beabsichtigt nach eigenen Worten "den maroden Standort durch umfangreiche Neuinvestitionen wieder auf- und auszubauen." Er habe sich für den Standort entschieden, so der Unternehmer, "da hier Arbeitsplätze von besonderer Bedeutung sind."

Der neue Werkleiter Meinolf Huy zeigte SVZ gestern den Betrieb. Auf dem 14 Hektar großen Gelände werden nur das Verwaltungsgebäude und drei Hallen genutzt. Hier will die Huning-Gruppe laut Huy rund eine halbe Million Euro investieren. So soll die uralte Mischanlage für den Beton ersetzt werden. Das Verwaltungsgebäude wurde repariert. Am heutigen Mittwoch wird eine Pelletheizung für die Produktionshalle geliefert. Bisher gab es keine Heizung. Investiert wurde auch bereits in mehrere große Formen zur Herstellung von Silowinkeln, sagt Huy. Sie stammen aus der Huningschen Maschinenfabrik in Melle bei Osnabrück.

Silowinkel, das sind quasi Seitenelemente für landwirtschaftliche Lagerplätze, wurden als neues Produkt in die Palette des Betonwerks aufgenommen. Meinolf Huy erklärt, dass diese ganz speziell für Biogasanlagen gedacht sind. Silogut wie Mais, Kartoffeln und Rüben, die für diese Anlagen benötigt werden, müssen besonders gelagert werden. Beim Silieren von Mais entsteht hoch aggressive Milchsäure, die nicht in den Boden gelangen darf. Deshalb werden die Flüssigkeiten über eine Drainage entlang des Silowinkels abgeleitet. Die in Ventschow hergestellten Betonteile haben zudem einen besonderen Vorteil. Sie erhalten im unteren Teil ein Band aus Edelstahl, damit der Beton geschützt ist beim Arbeiten mit Treckern oder Radladern in den Silos. Fachleute sprechen von einem Anfahrschutz. Diese Silowinkel hat sich Walter Huning-Wesseler patentieren lassen. Die Unternehmensgruppe, die bereits Ausrüstungen für Biogasanlagen liefert, erweitert so ihr Angebot.

Die Silowinkel sind in diesen Wintertagen das Hauptprodukt der Ventschower. Der Betrieb mit 20 Mitarbeitern - davon 16 in der Produktion und vier in der Leitung und Verwaltung - arbeitet derzeit mit verminderter Mannschaft. "Mit Stundenkonto", wie Meinolf Huy sagt. Abwechselnd bleiben die einen und die anderen zu Hause. "Wir wollen die guten Mitarbeiter halten", erklärt er. Hauptproduktionszeit ist Frühjahr, Sommer und Herbst.

Bei der derzeitigen Winterpause auf den Baustellen gehen kaum Aufträge ein. Werkleiter Huy nutzt die Zeit, um Kunden zu besuchen. Darunter sind viele große Bauunternehmen im Raum Hamburg, Lübeck und Mecklenburg-Vorpommern. Einen guten Namen haben die Ventschower beispielsweise bei der Herstellung von Treppen und Balkonen für den Wohnungsbau. Das Sortiment des Betriebes, der auf eine fast fünf Jahrzehnte alte Tradition zurückblickt, reicht von Filigranplatten über Brückenbalken bis zu Glockentürmen und antiken Säulen für die Bauwerkssanierung.

Erst einmal gehe es jetzt darum, das Werk auf gesunde Beine zu stellen, erklärte gestern der Werkleiter. An eine Aufstockung des Personals denkt er derzeit noch nicht. Lobend äußerte sich Huy über das Team, das größtenteils vom letzten Insolvenzverwalter übernommen wurde. "Alle sind bereit auch mehr zu tun", sagt er. "Man merkt, dass sie wollen!"

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