Ruchow : Neues Leben hinter alten Mauern

Gäste von weither: Prof. Dr. Klaus Hennicke, Dr. Ulrich Schlez, Wolfgang Ebel und Ingo Ostendorf (v.l.).
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Gäste von weither: Prof. Dr. Klaus Hennicke, Dr. Ulrich Schlez, Wolfgang Ebel und Ingo Ostendorf (v.l.).

Das sechste Seniorentreffen der Organisten Mecklenburgs in Güstrow führte die Gäste unter anderem in die Ruchower Kirche.

svz.de von
27. Mai 2017, 12:00 Uhr

„Willkommen in der Schatzkammer Mecklenburgs. Wir freuen uns, dass Sie den Weg hierher gefunden haben. Lassen Sie sich einladen von dem Charme der alten Kirche mit ihren historischen Orgeln.“ Mit diesen Worten begrüßte die Vorsitzende des Fördervereins der historischen Orgeln in der Ruchower Kirche, Stefanie von Laer, rund 30 Gäste, die sich dieser Tage in diesem historischen Kirchengemäuer zusammengefunden hatten, um die dortigen musikalischen Kostbarkeiten bzw. Klangkörper in Augenschein zu nehmen.

Anlass für den Besuch war das inzwischen sechste Seniorentreffen der Organisten Mecklenburgs, mitorganisiert vom Güstrower Organisten und Mitglied des Fördervereins, Wolfgang Leppin. Der Orgelbeauftragte Friedrich Drese erklärte anschließend den Gästen die berühmte Richborn-Orgel und deren Restaurierung, was nicht zuletzt durch Spenden ermöglicht wurde, und gab auch einige Klangbeispiele zum Besten.

Dann war die Orgel zur Besichtigung freigegeben. Margareta Ebel ist ebenfalls Mitglied des Kirchenvereins. Und sie war begeistert von dem Treffen. Auch Kirchenmusikerin Anne-Dore Baumgarten vom Fischland besichtigte voller Interesse die historische Orgel. „Ich bin auch zur Tagung nach Güstrow angereist und habe mich auf die Besichtigung in Ruchow gefreut“, meinte sie begeistert.

Zu den Gästen zählten aber nicht nur die Organisten Mecklenburgs. Denn es hatten sich noch etliche Gäste unter anderem aus Süddeutschland hinzugesellt – aus Mannheim, Heidelberg, Freiburg; aber aus Berlin und Mühlbach im Elsass. Sie waren durch ihre Bekanntschaft mit Stefanie von Laer auf die Veranstaltung aufmerksam geworden und hatten sich aus Interesse angeschlossen: Professor Dr. Klaus Hennicke aus Berlin, Dr. Ulrich Schlez aus Heidelberg, Wolfgang Ebel aus Güstrow und Ingo Ostendorf aus dem Elsass.

Sie alle waren begeistert von Kirche und Orgel. Aber auch von dem Engagement der Menschen hier, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, solcherart Kleinode zu erhalten. „Wir treffen uns seit 2013 regelmäßig jedes Jahr, um solche gemeinsamen Erlebnisse zu haben“, meinten die langjährigen Jugendfreunde anerkennend.


Spenden sammeln für den Altar


Stefanie von Laer hatte aber noch ein besonderes Anliegen. „Jetzt brauchen wir Geld für unseren Altar“, erzählte sie. „Es handelt sich um eine aufwändig in Holz gefertigte Arbeit der Barockzeit, deren Datierung noch ins letzte Drittel des 17. Jahrhunderts reicht.“ Und sie fügte an, dass das Bild ein Auftragswerk, also eine frühe Kopie des gleichnamigen, 1611 bis 1614 geschaffenen Werkes von Peter Paul Rubens darstelle. Wichtig aber sei es zu erwähnen, dass es nicht die Kreuzigung, sondern die Kreuzabnahme zeige. „Einmalig in Mecklenburg.“ Das Bild wurde im vorab schon gereinigt und notgesichert. „Jetzt hoffen wir wieder auf viele Spenden, um unser Vorhaben verwirklichen zu können“, so Stefanie von Laer. Sie habe schon einen Brief an Michael Otto vom gleichnamigen Versandhaus geschickt und hoffe auf einen positiven Bescheid. Einen weiteren Antrag habe sie an die Deutsche Sparkassen-Stiftung geschickt. Und auch hier erhofft sich der Förderverein positiven Bescheid in Gestalt einer namhaften Spende.

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