Sternberg : Neues Königspaar in Sternberg

Das neue Königspaar der Sternberger Schützengilde 1655: Amelie Krüger und Stev Knop. Es wurde erstmals beim Schießen auf die Glücksscheibe ermittelt.  Fotos: Rüdiger Rump
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Das neue Königspaar der Sternberger Schützengilde 1655: Amelie Krüger und Stev Knop. Es wurde erstmals beim Schießen auf die Glücksscheibe ermittelt. Fotos: Rüdiger Rump

Die feierliche Proklamation fand beim 23. Schützenfest auf dem Markt statt. Danach gab es auf dem Schießstand Wettbewerbe für jedermann in mehreren Disziplinen.

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12. Juli 2015, 20:43 Uhr

Die Namen des neuen Königspaares bleiben bis zum Schützenfest stets ein streng gehütetes Geheimnis. Die für 2015 gab Werner Naruhn, Vorsitzender der Schützengilde 1655, am Sonnabend auf dem Sternberger Markt bekannt: Amelie Krüger und Stev Knop. Erste und zweite Hofdame sind Elke bzw. Astrid Neumann, erster und zweiter Ritter Willfried Fundke bzw. Jürgen Neumann. Jugendschützenkönig wurde wie 2014 Nick Gödicke, Sohn von Astrid Neumann, in den beiden Jahren zuvor die Schützenkönigin, sowie Enkel von Elke und Jürgen Neumann. Mit der feierlichen Proklamation war das 23. Sternberger Schützenfest eröffnet.

Die Majestäten sind erstmals beim Luftgewehrschießen auf die Glücksscheibe
ermittelt worden. 15 mal 15 Zentimeter groß (oder besser: klein), sind darauf nicht die üblichen Ringe abgebildet, sondern ein Elch und überall verteilt kleine Kreise mit Zahlen, in Zehnerabständen zwischen 10 und 50, auf der Blesse genau in der Mitte die 100. Wer die fünf Mal trifft – fast ein Ding der Unmöglichkeit – wäre nicht zu schlagen. Aber auf den beiden Schaufeln des Geweihs und am Fuß hinten links stehen 140 bzw 160 mit Minuszeichen davor. Wer drei Mal die Mitte trifft, jedoch zwei Mal verreißt, kann am Ende sogar im Minus landen.

„Viel Glück ist schon dabei“, meint Schützenkönigin Amelie Krüger. „Aber es ist mal was anderes.“ Sonst werden die Sieger in der Königsdisziplin mit der Armbrust ermittelt. Mit der war Krüger 2002 schon einmal Königin. Sie gehört dem Verein seit 1992 an, war zehn Jahre lang Schriftführerin, eine Weile auch Kreisdamenleiterin. Ihr Mann hatte sie zum Schießen gebracht. „Ihm machte das Freude, und weil es ein Verein sein sollte, bin ich mitgegangen. Das Schießen war für mich nie das Wichtigste, sondern das Vereinsleben.“ Der Sternberger Gilde hielt Krüger auch die Treue, als sie von Kobrow nach Laboe zog, „aber sicher“, sagt die 72-Jährige. Mitgliederversammlung wie Schützenfest seien Pflicht. Als ihr Mann vor rund 20 Jahren starb, habe sie seine Waffen verkauft. Jetzt nehme sie nur noch beim Schützenfest eine in die Hand.

Beim Königsschießen der Männer, im Unterschied zu den Frauen nicht aufliegend, sondern stehend freihändig, ging es äußerst spannend zu. Ein Stechen zwischen vier Vereinsmitgliedern musste entscheiden, erzählt Stev Knop. Da habe jeder nur einen Schuss und er seine 100 aus dem ersten Durchgang mit fünf Schüssen bestätigen können. „Ich habe einfach in die Mitte gehalten.“ Die Zahlen seien bei den zehn Metern Entfernung ohnehin nicht zu erkennen.

Knop war schon 2012 mit der Armbrust Schützenkönig, ein Jahr nach Eintritt in den Verein. „Ich kam über einen Arbeitskollegen, der länger Mitglied war, dazu.“ Vorher hatte er lediglich beim Grundwehrdienst in der Bundeswehr mit Waffen Berührung, freilich ganz andere Kaliber, so der 39-Jährige. Ihm mache das Schießen viel Spaß, aber oft komme er nicht dazu. Die Familie mit zwei Kindern und der Umbau des Hauses in Rampe, bei dem er „fast alles selbst“ mache, verlangten ihre Zeit.

Auf dem Schießplatz an der Brüeler Chaussee konnten sich Besucher in mehreren Disziplinen, ob mit Armbrust, Bogen, Kleinkaliber oder auf Tontaube, um die Ehrung als Volkskönige versuchen. Der zehnjährige Jendrik Jesse und sein Bruder Lucas (13) waren zum ersten Mal hier und hatten ihren Spaß, ebenso wie Holger Schützke am Stand für Kleinkaliber.

Das Schießen und die Teilnahme an Wettkämfen sei das Eine, die Unterstützung von Veranstaltungen in der Stadt sowie die Instandhaltung des Schießstandes das Andere, sagte Vereinsvorsitzender Naruhn und nannte stellvertretend Jürgen Neumann, Jörg Niephagen, Siegmar Roob, Harald Schiller, Fredy Schmidt und Eike Glasemann. „Wir freuen uns über die Vereine, die das gesellschaftliche Leben mitgestalten“, sprach Bürgervorsteher Eckhardt Fichelmann der Gilde Anerkennung und Dank aus.

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