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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

18. November 2017 | 15:21 Uhr

Sternberg : Neue Radwege? Fehlanzeige!

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Aktuelle Prioritätenliste des Landkreises Ludwigslust-Parchim berührt Sternberger Seeland nur minimal in Weberin

von
erstellt am 09.Sep.2016 | 08:00 Uhr

Das Auto auf dem Parkplatz in Weitendorf abstellen, die Fahrräder vom Heckträger nehmen und losradeln durch die hügelige Landschaft über Kaarz bis Jülchendorf. Abgesehen davon, dass die Anstiege anstrengend werden können, macht das richtig Spaß, denn hier gibt es einige Meter neben der Straße einen Radweg. Und auf der Kuppe kurz vor Jülchendorf, wo auch eine Bank einlädt, wird der Radfahrer durch einen herrlichen Ausblick belohnt.

Auch wer von dieser Strecke abbiegt, etwa nach Jülchendorf-Meierei und weiter bis Kobrow oder in die andere Richtung nach Schönlage, Necheln und Golchen hat auf den zwar schmalen, aber wenig befahrenen Straßen seine Freude, in die Pedale zu treten. Zu dem genannten Ausgangspunkt in Weitendorf zu gelangen, wäre es als Radfahrer dagegen lebensgefährlich, denn an der Bundesstraße gibt es in beide Richtungen keinen Radweg. Und auch wer in Jülchendorf der Straße folgt, hat nur noch wenige Kilometer seinen Spaß, denn wenn er nicht die Abbiegung links nach Venzkow nimmt, wartet auf ihn schon bald die viel befahrene Landesstraße 09. Hier mit dem Drahtesel unterwegs zu sein, ist ähnlich wie auf den Bundesstraßen, die hier in der Region fast durchweg weiße Flecken in Sachen Radwege aufweisen. Zumindest für das kurze Stück vom Abzweig Venzkow bis Weberin, in der neben stehenden Liste als Abzweig Basthorst bezeichnet, gibt es nun Hoffnung für die Radler, dass sie von der belebten Fahrbahn herunter kommen. Das ist allerdings der einzige und obendrein minimale Berührungspunkt von neuen Radwegen mit dem Sternberger Seenland. Ansonsten Fehlanzeige! Und selbst dieser Abschnitt steht beim Landkreis erst an siebenter Stelle, womit fraglich bleibt, wann er und ob überhaupt gebaut wird.

Die Prioritätenliste 2017/ 2018 für den Radwegebau an Landesstraßen, die Ludwigslust-Parchim dem Land vorlegt, hat der Wirtschaftsausschuss des Landkreises jetzt beschlossen. Die Liste legt die Rangfolge fest, die die Kreisverwaltung in Zusammenarbeit unter anderem mit Tourismusverband, Polizei und Fahrradclub ADFC erarbeitet hatte. Eine freie Auswahl war dem allerdings nicht vorausgegangen. „Das Ministerium hat uns eine
Liste von Maßnahmen vorgegeben, die wir in eine Reihenfolge gebracht haben“, sagte Gundolf Landsberg vom Fachdienst Regionalmanagement.

Aus dem Lückenschlussprogramm des Landes können in den kommenden zwei Jahren jährlich knapp 830 000 Euro in den Landkreis fließen. „Da sind natürlich keine großen Sprünge möglich, aber wir sind froh, dass Mittel für den Lückenschluss eingesetzt werden“, so Landsberg gegenüber SVZ.

Insgesamt stehen sieben Vorhaben auf der neuen Prioritätenliste, ganz vorn an der L 072 zwischen Abzweig Weselsdorf und Wöbbelin sowie zwischen Fahrbinde und dem Abzweig Goldenstädt, gefolgt vom Lückenschluss an der L 07 zwischen Kummer und Warlow. Ob die Bauarbeiten tatsächlich innerhalb der kommenden zwei Jahre beginnen, steht aber nicht fest. Das wird beim Blick auf die Prioritätenliste für 2014 bis 2016 deutlich. Von den sechs Maßnahmen, die das Land bestätigt hatte, sind erst zwei fertig gestellt oder im Bau. Dabei handelt es sich um den Radweg zwischen Wöbbelin und Neustadt-Glewe sowie zwischen Waschow und Wittenburg. Die restlichen Vorhaben seien aber keineswegs vergessen, so der Vertreter vom Fachdienst Regionalmanagement. „Wir haben die Aussage, dass die Liste kontinuierlich abgearbeitet wird.“ Das betrifft die Radwege zwischen Waschow und Zarrentin (L 04), Volzrade und Jessenitz, Vielank und Volzrade (beide L 06) sowie Lehsen und Wittenburg (L05).

Heiko Bäuch von der Interessengemeinschaft „Pro Radweg L06“ ist etwas verwundert über die neue Prioritätenliste. „Eigentlich waren wir uns im Kreis einig, dass der Radweg bis Dömitz weitergeführt werden müsste“, sagte er auf SVZ-Anfrage. Mit dem Radweg zwischen Vielank und Jessenitz, der es bereits auf die erste Prioritätenliste geschafft hatte, würde die Lücke an der Landesstraße 06 zwar kleiner werden, aber sie ist noch immer da. Im Herbst, wenn sich die neue Landesregierung formiert hat, wolle seine Interessengemeinschaft deshalb wieder aktiv werden, so Bäuch.

Das Sternberger Seenland wird wenigstens minimal angekratzt, in den Regionen Lübz und Parchim sind laut neuer Prioritätenliste in den kommenden zwei Jahren überhaupt keine Radwegprojekte an Landesstraßen geplant.

 

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