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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

20. November 2017 | 07:10 Uhr

Warin : Neue Glücksbringer gesucht

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Heute ist Tag des Schornsteinfegers: Rayk Zentner gehört seit 24 Jahren dazu.

svz.de von
erstellt am 08.Okt.2014 | 17:10 Uhr

Heute ist sein Tag. Rayk Zentner in Warin gehört zu den über 20 000 Glücksbringern in Deutschland, die mit dem heutigen Tag des Schornsteinfegers auf ihr Handwerk aufmerksam machen wollen.

Die Bedeutung als Glücksbote kommt aus dem Mittelalter, wo durch nicht gewartete Schornsteine oft ganze Stadtbrände entfachten. Die Schornsteinfeger beugten mit ihrer Arbeit der Entstehung neuer Brände vor. So durfte sich jeder glücklich schätzen, bei dem gekehrt wurde.


Im Urlaub in den Beruf verguckt


Der gebürtige Stralsunder ist 42 Jahre alt und arbeitet bereits seit 24 Jahren als Schornsteinfeger, obwohl er in seiner Kindheit Flieger werden wollte. Auch das Maurerhandwerk seines Vaters hat ihn interessiert, doch der sagte gleich: „Du wirst kein Maurer, das lass bitte.“ Im Urlaub lief ihm dann ein Schornsteinfeger über den Weg, mit dem er Kontakt aufnahm und sich einen Eindruck verschaffte. Dort fand er dann schnell heraus, dass das der richtige Beruf für ihn ist.

Nach seiner Gesellenprüfung war Rayk Zentner in Rostock tätig und hatte, wie er zugibt, ein sehr entspanntes Arbeitsverhältnis. Er übernahm die anfallenden Außenarbeiten, also vorwiegend die Kehrung von Schornsteinen, die sechs Mal im Jahr zu erfolgen hatte. Aber auch Lüftungsarbeiten oder das Prüfen von Anlagen gehörten zu seinen Tätigkeiten.

Doch das Handwerk hat sich verändert. Heute besteht sein Tag vorrangig aus Bürotätigkeiten. Seit der 2008 erfolgten Reformierung des Schornsteinfegerhandwerks ist er selbst für die fristgerechte Anmeldung, Planung und Organisation seiner Tätigkeiten zuständig und muss viele verschiedene Termine koordinieren. „Wenn mir das mal einer so gesagt hätte,“ seufzt der 42-Jährige.

Schon mit der Wende kamen zu seiner bis dahin entspannten Tätigkeit viele neue Arbeitsprozesse dazu. Bedingt durch die Gesetzmäßigkeiten der alten Bundesländer, wie die Bundesimmissionsschutzverordnung, musste er nun völlig neue Aufgaben bewältigen und viel mehr Verantwortung übernehmen. Dazu gehörten beispielsweise die Kontrolle von Abgasabzügen oder der Kohlenstoffmonoxid-Belastung. Seine Termine setzte der Wariner allerdings so an, als müsse er nur kehren. „Normalerweise habe ich etwa 15 Schornsteine am Tag geschafft“, berichtet er, also habe er sich am ersten Tag nach der Umstellung auch bei 15 Haushalten angemeldet. „Nach etwa einer Stunde habe ich dann gemerkt, das wird nichts.“ Geschafft hat er an diesem Tag gerade mal drei Haushalte.

Auch heute verändert sich das Handwerk stetig. Nach Rayk Zentners Beobachtung geht der Trend weg von den herkömmlichen Heizungen und hin zu neuen Verbrennungstechniken wie Wärmepumpen oder Pellet-Heizungen. Damit werde das ursprüngliche Aufgabengebiet des Messens und Kehrens zurückgedrängt. Der Beruf werde sich zu einer eher bewertenden Tätigkeit mit vielen Perspektiven entwickeln, vermutet er.

Den ganzen Beitrag lesen Sie in der Tageszeitung und auf Epaper.


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