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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

15. Dezember 2017 | 17:01 Uhr

Holzendorf : Neue Brücke auf festen Beinen

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Eine Woche Vorlauf bei Ersatzbau auf Landesstraße zwischen Brüel und Crivitz / Schwieriger Untergrund, doch das Wetter spielte mit.

svz.de von
erstellt am 04.Sep.2014 | 07:50 Uhr

Eine halbe Minute Grün, genug Zeit, die Baustelle zu umfahren. Die Rotphase, die darauf kommt, dauert etwa drei Mal so lange; ein Sicherheitspolster muss sein, bevor die Ampel auf der Gegenseite auf freie Fahrt umschaltet. Abgesehen vom möglichen kurzen Stopp gibt es für Autofahrer an dieser Stelle der Landesstraße 09 von Brüel nach Crivitz keine Probleme, der Verkehr rollt ganz normal.

Die Brücke, die zwischen Holzendorf und Wendorf über die Göwe führt, ein winziger Nebenfluss der Warnow, wird durch einen Neubau ersetzt. Die zuvor, 1960 errichtet, hatte durch die starke Verkehrsbelastung, besonders die übermäßige Beanspruchung in den letzten Jahren durch schwere Laster, zunehmend Risse bekommen. Im Frühjahr wurde sie abgerissen.

Gleich daneben waren noch im Oktober und November rund 500 Tonnen Füllboden angefahren worden. Damit der sich setzen und die einspurige Umfahrung vor Ort auf relativ sicherem Untergrund entstehen konnte, ruhten die Arbeiten mehrere Monate. Der zusätzliche Aufwand machte sich erforderlich, weil Untersuchungen zufolge „der Baugrund nicht der Beste ist“, wie es Thorsten Uhlig, für Brückenbau zuständige Dezernent im Straßenbauamt Schwerin, vorsichtig ausdrückte. Und angesichts des starken Verkehrs sollte kein Risiko bleiben.

Die neue Brücke steht inzwischen auf festen Beinen, auf
einer mächtigen Konstruktion aus Stahl und Beton. Letzterer musste tief in den Boden, um die nötige Stabilität zu gewährleisten. Der Überbau der Brücke ist fertig, derzeit noch von Holzbindern getragen. Ärgernis am Rande: Im vorigen Monat waren wieder zwei Mal Dieseldiebe am Werk. Schon im Herbst, am ersten Tag auf der Baustelle, waren über Nacht die Tanks der Baufahrzeuge leer gemacht worden.

Der kleine Trupp von Universalbau Perleberg setzt nun die Bewehrung für die so genannten Kappen zusammen. Diese fassen auf beiden Seiten die Fahrbahn über die neue Brücke ein. Auf ihnen werden die Schutzplanken und das Brückengeländer montiert, dazwischen kommt ein Sicherheitsstreifen. Sind hier Radfahrer oder gar Fußgänger unterwegs, müssen sie die Straße nehmen, so wie auf der gesamten L 09, an der ein Radweg schmerzlich vermisst wird.

Ende nächster Woche soll der Beton für die Kappen gegossen werden. Dann hängt es davon ab, wie schnell der aushärtet. „Das können wir nicht beeinflussen. Ein vorgegebener Wert muss erreicht sein“, erklärt Polier Thomas Hertel. Dazu werde ein Prüfingenieur herangezogen.


Gepflasterte Otterwege unter der Brücke

Anlass für Unruhe gäbe es aber keineswegs, im Gegenteil. „Wir haben eine Woche Vorlauf“, freut sich der Polier. Das sei auf der Bauberatung gestern Vormittag festgestellt worden. Die für Bauleute günstige Witterung gerade im Frühjahr habe sicher geholfen, mit dem schwierigen Untergrund auf dieser Baustelle fertig zu werden.

Sind die Kappen ausgehärtet, kommt die Holzkonstruktion herunter, werden die Geländer montiert sowie unter der Brücke zu beiden Seiten des Flüsschens Otterwege gebaut, mit Borden eingefasst und gepflastert. Ob die Tiere dann auch die Treppe benutzen, um die Böschung hinaufzukommen, glaube er allerdings nicht, so Hertel schmunzelnd. Die Stufen sollen es erleichtern, den Bereich an der Brücke in Ordnung zu halten.

Zum Abschluss des Bauvorhabens kommt die Fahrbahn an die Reihe. Zunächst wird Gussasphalt aufgetragen, der die Abdichtung der Brücke schützen soll, darauf die Asphaltdecke. Der Ersatzneubau über die Göwe kostet nach Angaben aus dem Straßenbauamt 559 000 Euro. Für Ende November ist die Freigabe vorgesehen. Danach erfolgt der Rückbau der Umfahrung.

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