Landwirte führen durch ihren Betrieb : Neperstorfer Landwirt setzt auf Biogas

Birgit  und Arne Jöhnk
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Birgit und Arne Jöhnk

Birgit und Arne Jöhnk führten Bewohner des Dorfes durch ihren Betrieb. Als reiner Milchviehbetrieb waren sie gestartet und haben sich jetzt neue Standbeine geschaffen. Dazu gehört eine Biogasanlage.

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26. September 2012, 10:00 Uhr

Neperstorf | Die Landwirte von Neperstorf haben die wirtschaftliche Basis für ihren Betrieb ausgebaut. Das zeigten Birgit und Arne Jöhnk am Wochenende zahlreichen Besuchern des Erntedankfestes bei einem Betriebsrundgang.

1997 hatten Jöhnks ihren Betrieb allein zur Produktion von Milch errichtet und seitdem auch Futter angebaut. Inzwischen haben sie ihn erweitert - durch die Erzeugung von Biogas und als Dienstleistungsunternehmen.

Gute Milchpreise erzielen die Bauern derzeit immer nur dann, wenn es anderen auf der Erde schlecht geht. Also wenn Bauern zum Beispiel aufgrund von Missernten ihre Kühe nicht satt bekommen, erklärt Arne Jöhnk. Um bessere Preise gegenüber dem Handel durchzusetzen, sieht er den Weg, dass die Erzeuger sich zu großen Gemeinschaften zusammenschließen. Man sei auf dem Weg.

Bei dem Rundgang erläuterten Arne und Birgit Jöhnk den vielen Interessenten, wie sie die Milch mit möglichst niedrigen Kosten produzieren. "Viel Milch aus Gras, wenig aus Kraftfutter", so Arne Jöhnk. "Die Futtermittelpreise steigen, die Milchpreise nicht." Das Grünfutter produziert der Betrieb selbst. Futter aus Soja und Raps, auf die als Eiweißlieferanten nicht ganz verzichtet werden kann, müssen gekauft werden. Durch die Reduzierung des Kraftfutteranteils sei die durchschnitt liche Milchleistung pro Kuh von 9500 auf 8500 Liter im Jahr gesunken, erklärte Birgit Jöhnk.

Zur Lagerung und Silage des Grünfutter von den eigenen Feldern nutzen die Neperstorfer das Verfahren, dass sie die das Geerntete gleich zu Rollen verarbeiten und mit einer Folie verschließen. Dafür besitzen die Jöhnks die Spezialtechnik, mit der sich bis zu 250 Ballen am Tag herstellen lassen. Sie kommt nicht nur auf den eigenen Flächen zum Einsatz, sondern die Neperstorfer setzen sie auch als Dienstleister bei anderen ein.

Als jüngstes Standbein für den Landwirtschaftsbetrieb wurde eine Biogasanlage eingerichtet, um Strom zu verkaufen. Zu 40 bis 50 Prozent wird die Anlage mit Gülle und Mist aus den Kuhställen bestückt, zum anderen Teil mit Mais. Die Anlage produziert pro Tag so viel Strom, wie der Bauernhof im ganzen Monat verbraucht. Daneben entsteht Wärme, mit der mehrere Gebäude beheizt werden. Dazu gehört das Jöhnksche Wohnhaus ebenso wie ein Gebäude mit ehemaligem Pferdestall, heute ein Veranstaltungsraum, und mehreren Wohnungen. Auch zum Melkstand des Kuhstalls führt eine Wärmeleitung. Ein Vorteil sei, dass bei der Verarbeitung zwar Methangas für die Strom- und Energieerzeugung herausgezogen wird, aber alle anderen Nährstoffe erhalten werden, so Arne Jöhnk. Die kommen dann als geruchsneutraler Dünger wieder auf die Felder.

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