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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

25. November 2017 | 03:16 Uhr

Klein Labenz : Nachsitzen für die Seepromenade

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Der Planungsentwurf fällt bei den Anwohnern in Klein Labenz größtenteils durch. / Sie wollen einen hübsch gestalteten Spazierweg und keine Schnellstraße.

svz.de von
erstellt am 21.Mai.2014 | 17:36 Uhr

Die Anwohner fanden kaum ein gutes Haar an dem Planungsentwurf für die Seepromenade. Der wurde ihnen am Montagabend vor Ort in Klein Labenz vorgestellt, nachdem ihn der Bauausschuss der Stadtvertretung diskutiert und gebilligt hatte. Die Seepromenade soll vom Dreieck an der Dorfstraße bis zur Brücke vor dem Badestrand ausgebaut werden. Vor allem der zweite Abschnitt, der hinter dem Parkplatz beginnt, erhitzte die Gemüter.

Dort sieht die Planung eine so genannte Mischverkehrsfläche vor. Danach gibt es keinen erhöhten Gehweg, sondern links und rechts Tiefborde. Fahrzeugverkehr und Fußgänger bewegen sich also auf einer Ebene, wobei Letztere Vorrang hätten. Ebenfalls zu beiden Seiten sollen sich wasserdurchlässige Bankette entlang ziehen. Der Bereich wird wie bisher als verkehrsberuhigte Zone ausgewiesen, landläufig als Spielstraße bezeichnet. Doch da haben die Anwohner größte Bedenken – aus Erfahrung. Auf der Seepromenade und dann weiter durch den Wald rolle häufig Durchgangsverkehr, nach Weiße Krug sowieso und bis nach Sternberg. Selbst schwere Laster würden die Abkürzung nehmen. Hinzu komme, dass zahlreiche motorisierte Besucher das vorn stehende Parkplatzschild geflissentlich übersehen und bis an den Strand fahren „Für eine Mischverkehrsfläche ist die Straße viel zu stark befahren“, meint Anika Zacher. Wenn die nun in dem Bereich für Fußgänger und Fahrzeuge gemeinsam ausgebaut und dadurch breiter werde, könnte hier so etwas wie eine Schnellstraße entstehen, befürchten die Anwohner. Doch in der Badesaison gehe es zuweilen wie im Bienenstock zu, vor allem Kinder würden am Strand ständig kommen wie gehen und Verkehrsschilder kaum Sicherheit bringen.

Versöhnlich stimmte die gut 20 Klein Labenzer, die zu dem Infoabend gekommen waren, dass keineswegs das letzte Wort gesprochen sei, wie Bürgermeister Michael Ankermann erklärte. „Es sind noch keine Bauaufträge erteilt. Wir wollten die Stimmung hören und überlegen jetzt noch einmal. Nur Ideen bringen Veränderungen. Sonst treten wir auf der Stelle.“ Die erste Planung für die Seepromenade liege schon fünf Jahre zurück und auch der Fördermittelantrag, wie Bauamtschefin Anke Mansour eingangs gesagt hatte.

Die große Mehrheit spricht sich für einen erhöhten Gehweg aus. Und der sollte nicht nur breiter, sondern hübsch gestaltet werden mit Bänken und schicken Lampen, etwa in Form von Kandelabern – damit die Seepromenade ihrem Namen gerecht werde und zum Spaziergang einlade. So breit wie in Ostseebädern müsse sie nicht gleich sein.

Der Bauraum ist allerdings stark eingeschränkt, bestätigte eine Begehung gestern Vormittag, an der wiederum einige Anwohner und diesmal auch Vertreter vom Schweriner Planungsbüro Pöyry teilnahmen. Abteilungsleiter Peter Dittmar hält bei einer Mischverkehrsfläche Aufpflasterungen für sinnvoll, um Tempo aus dem Verkehr zu nehmen. Diese Möglichkeit sei im Bauausschuss diskutiert worden. Klares Votum der Klein Labenzer: Ein schmaler Gehweg ist immer noch besser als gar keiner. An Übergängen soll der Bordstein abgesenkt werden.

Auch der Streifen zwischen Seepromenade und Wasser beschäftigt die Einwohner. Unterholz und Sträucher versperren die Sicht auf den See, sehen ungepflegt aus. Stefan Gossel spricht den Bürgern aus der Seele: „Spaziergänger müssen auf den See blicken können. Sonst ist das keine Seepromenade.“ Der Bürgermeister sagt zu, mit der Landgesellschaft Kontakt aufzunehmen, der Uferstreifen gehöre dem Land. „Es muss nur gesagt werden, dass wir dürfen, dann räumen wir das Gestrüpp allein weg“, sagt Einwohnerin Anika Zacher. Um den städtischen Teil direkt am Gehweg würde sich der Bauhof kümmern, merkt der Bürgermeister an.

 

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