Brüel : Nachmachen ist erwünscht

In der Recycling-Werkstatt  laden die angehenden Erzieher Mona, Laura und Sissy ein, aus Dosen, Kronkorken, Papierrollen oder Pappe unter anderem Musikinstrumente herzustellen.  Fotos: roswitha spöhr
In der Recycling-Werkstatt laden die angehenden Erzieher Mona, Laura und Sissy ein, aus Dosen, Kronkorken, Papierrollen oder Pappe unter anderem Musikinstrumente herzustellen. Fotos: roswitha spöhr

2. Natur-Erlebnis-Festival am Roten See vermittelte Wissenswertes aus der heimischen Pflanzen- und Tierwelt.

23-11368068_23-66107975_1416392446.JPG von
14. August 2015, 23:24 Uhr

„Wir haben schon das Baumklettern ausprobiert und Greta auch den Fühlpfad mit verbundenen Augen“, erzählt Clara (12). Die beiden Mädchen sind mit ihrer Oma Heide Neumann aus Sternberg zum Roten See gekommen. Am Stand des Naturparks Sternberger Seenland testet Clara dann noch ihr Wissen über Tiere und Tourismus. Und natürlich wollen beide auch noch ins Wasser, sagt Greta (7), obwohl die Drei vor allem wegen des Natur-Erlebnis-Festivals gekommen sind, das gestern am Roten See seine Neuauflage erlebte. Wie auch Cordula Mill aus Crivitz und ihre Enkel Ole (12) und Nora (9) aus Greifwald, die zwei Wochen ihrer Ferien bei der Oma sind. „Wir haben davon gelesen. Zum Baden waren wir schon öfter hier, aber heute kommen wir wegen der Angebote“, sagt Mill.

„Im letzten Jahr haben wir mit Teilnehmern des internationalen Workcamps hier am Spielplatz gearbeitet und die Idee gehabt, das mit einem Natur-Erlebnis-Festival zu verbinden. Weil es so großartig angekommen ist, hat der Förderverein des Naturparks gesagt, dass es Tradition werden könnte“, erklärt Rita Klammer, Mitglied des Fördervereins und zertifizierte Natur- und Landschaftsführerin.

Der Rote See sei dafür ein idealer Ort mit seinem Wasser und dem Wald, von dem die Stadt ein Stück zu einem Naturspielplatz umgewidmet habe. So dürfe man hier beispielsweise den Baum hochklettern – unter Aufsicht und Anleitung von zwei Waldpädagogen und -kletterern – , ohne dies extra beantragen zu müssen. Das spare Zeit, Verwaltungskosten und sei wichtig für den Förderverein. Es gebe einen Gaststättenbetrieb und Toiletten. „Wenn die Kinder von Station zu Station ziehen, können die Eltern in Ruhe einen Kaffee trinken“, so Rita Klammer. Vielen sei gar nicht bewusst, dass wir in einem Naturpark wohnen, wisse sie. „Die letzte Eiszeit hat uns eine einmalige Landschaft hinterlassen. Wir wollen zeigen, was man in der Natur machen kann, aber auch, dass diese Natur kein Selbstläufer ist. Wir wollen Wissen vermitteln“, beschreibt sie den Anspruch des Natur-Erlebnis-Festivals. „Wir wollen darüber aufklären, was hier heimisch ist“, sagt denn auch Jan Lippke, stellvertretender Naturparkchef. „Die Kinder sind sehr interessiert.“

Neu in diesem Jahr ist der Stand von Marika Gasde und Paul Blei. Die beiden Landschaftsökologen stellen ihre Arbeit vor. „Ich komme aus Mecklenburg, mir liegt die Natur hier am Herzen“, sagt Blei.

Am Stand der Brüeler Schülerfirma sucht Max (11) aus Pampow, derzeit Ferienkind bei der Oma in Jülchendorf, fünf Fehler auf einer Bienen-Abbildung. Die Auflösung gibt es von Schülerfirma-Chefin Michelle, die auch gern Fragen zur Firma beantwortet und Produkte wie Äpfel und Honig verkauft.

„Das Brüeler Mehrgenerationenhaus macht mit, das Musik- und Sportcamp vom Haus der Zukunft in Warin, ein Hegering ist dabei, Sven Muskulus mit dem Floßbau... Ich freue mich, dass zwischen den Städten ein Netzwerk entsteht. Und ganz nebenbei ist der Tag heute auch Weiterbildung für Erzieher und Lehrer. Das ist gewollt, denn wir möchten, dass das, was wir zeigen, nachgemacht wird“, ermuntert Rita Klammer.

Gegen Mittag stattete dann auch MV-Innenminister Lorenz Caffier dem Festival einen Besuch ab. Er sei auf der Fahrt nach Sternberg und lasse sich, wenn Zeit bleibe, immer Interessantes auf der Strecke zeigen, erklärte er gegenüber SVZ. Zwar sei er schon des Öfteren in Brüel gewesen, aber noch nie am Roten See.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen