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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

21. November 2017 | 04:01 Uhr

Sternberg : Nachfolger in Sternberg gefunden

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Reiner Helms hat nach 20 Jahren sein Gewerbe für Brandschutztechnik abgemeldet – Oliver Borat übernimmt den Kundenstamm.

svz.de von
erstellt am 17.Dez.2015 | 16:12 Uhr

Feuerlöscher ist nicht gleich Feuerlöscher. In Deutschland dürfte es 30 bis 40 Hersteller geben, schätzt Oliver Borat. Jeder von ihnen produziert nicht nur ganz verschiedene Typen, vom CO2- über Pulver- und Wasser- bis zum Schaumlöscher, sondern verwendet auch noch eigene Zusammensetzungen. „Und jeder Hersteller denkt, er baut den besten Löscher“, fügt Borat an. Deshalb verlangten Beratung wie Service Fachkenntnis und Erfahrung. Der Sternberger ist seit diesem Jahr Sachkundiger für Feuerlöscher. Er hatte bereits vorher beim Tüv eine Ausbildung zur Fachkraft für Brandschutz absolviert und dies Anfang Mai 2013 als Nebenerwerb angemeldet, erarbeitete für Unternehmen Brandschutzordnungen, Flucht- und Rettungspläne, unterwies in Brandschutz, bildete Brandschutzhelfer aus.

Zu der Zeit war Borat, den junge Eltern noch als Horterzieher kennen, Koordinator für Schulsozialarbeit sowie in der Prävention beim Landkreis Ludwigslust-Parchim. Am 1. August diesen Jahres hat er sich im Vollerwerb selbstständig gemacht.


Der Service darf nicht auf der Strecke bleiben


Ausschlaggebend sei ein Angebot von Reiner Helms gewesen, dessen Kundenstamm bei Brandschutztechnik zu übernehmen. Dieser hat sein Gewerbe zum Jahresende abgemeldet und ist froh, einen zuverlässigen Nachfolger in Sternberg gefunden zu haben. Denn auf dem Gebiet werde „viel Schindluder“ getrieben. Manchmal kämen Leute von sonst wo, wollten das schnelle Geld verdienen und seien wieder weg. Der Service bleibe auf der Strecke, obwohl von Brandschutztechnik große Werte und mitunter Menschenleben abhängen würden. „Bei Oliver bin ich mir sicher, dass er die Arbeit in meinem Sinne weiterführt“, ist Helms überzeugt. Er habe ein Vertrauensverhältnis zu den Kunden aufgebaut, das erhalten bleiben solle. Borat steht dazu: „Zufriedenheit der Kunden ist auch für mich das A und O. Ich denke, sie werden den Wechsel kaum bemerken. Auch die Konditionen bleiben gleich.“

Zu DDR-Zeiten waren alle Feuerlöscher eines Betriebes eingesammelt, überprüft und wenn notwendig neu gefüllt worden. „Wir hatten dann
tagelang überhaupt keinen“, erinnert sich Helms, der im Kreisbetrieb für Landtechnik (KfL) Holzendorf Schlosser gelernt und sich zum Lehrschweißer qualifiziert hat. Nach der Wende arbeitete er fünf Jahre in einer Bauschlosserei. Sein Bruder Jürgen hatte 1990 als Angestellter bei einer Greifswalder Firma mit Feuerlöschern angefangen und hier einen Kundenstamm aufgebaut. „Er hat mich gefragt, ob ich da einsteigen möchte. Am 17. Februar 1995 haben wir uns gemeinsam selbstständig gemacht und eine GbR gegründet“, blickt Reiner Helms zurück. Die Garage des Bruders bauten sie zu Werkstatt und Büro um. Die Zwei-Mann-Firma verkaufte Feuerlöscher, Erste-Hilfe-Kästen und Feuerwehrbedarf von Uniformen bis Ausrüstung, erledigte den Service und in den ersten Jahren so genannte Brandabschottung, wenn zum Beispiel Heizungsrohre oder Leitungen feuersicher verkleidet werden mussten. Inzwischen würden das Heizungs- bzw. Elektrofirmen selbst machen. Ende 2002 meldeten die Brüder ihre GbR ab und machte Reiner Helms allein weiter. Für zwei Mann sei nicht mehr genug
Arbeit gewesen. Sein Bruder habe einen anderen Job gefunden, ihn aber nebenbei unterstützt, wenn es eng wurde.

Kunden seien überwiegend die Kommunen im Altkreis Sternberg, Agrar- und andere Betriebe, aber auch der für Bau und Liegenschaften in Schwerin, zuständig fürs Gebäudemanagement der Landesregierung. So bekam Brandschutztechnik Helms über eine Ausschreibung das Kultusministerium im Marstall übertragen. Das DRK in Sternberg habe er leider als Kunden verloren. Mit einem neuen Chef seien alle Gewerke nach Parchim gegangen. Dafür kämen andere hinzu und manche auch zurück. Helms sieht das „als Zeichen, dass ich meine Arbeit vernünftig gemacht habe“.

Die Zahl von Privatkunden gehe dagegen weiter zurück. Feuerlöscher seien nicht vorgeschrieben, seit 2009 lediglich Rauchmelder in der Mehrheit aller Räumlichkeiten. In jedem gewerblichen Raum sollte einer hängen, „doch wir können keinen aufzwingen, sondern nur in der Hinsicht beraten“, sagt Borat. Damit lasse sich ein Entstehungsbrand erfolgreich bekämpfen und die Ausbreitung verhindern. Die Sachschäden durch Löschwasser seien oft größer als die durch den Brand selbst.

Alle zwei Jahre müssten Feuerlöscher geprüft werden, in Fahrzeugen für Personentransporte sogar jährlich. Es könne wie beim Pkw, der regelmäßig eine Durchsicht habe, zehn Jahre nichts sein, doch andererseits gebe es eine Reihe von Möglichkeiten, dass ein Feuerlöscher nach zwei Jahren unbrauchbar sei, wenn Dichtung oder Ventil ermüden oder im Freien Spinnen bzw. Insekten sich an der Düse häuslich einrichten und sie zusetzen. Helms und Borat haben auch zu Hause Feuerlöscher, versichern beide.

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