Sternberg : Nach Sperrmüll wird aufgeräumt

In blauen Säcken wird oft versteckt, was nicht zum Sperrmüll darf.
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In blauen Säcken wird oft versteckt, was nicht zum Sperrmüll darf.

Ein Problem, das die Allgemeine Wohnungsgenossenschaft und die Sternberger Wohnungsbaugesellschaft gleichermaßen beschäftigt

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08. April 2017, 08:00 Uhr

Nach dem Sperrmüll ist vor der Müllabfuhr, so auch wieder beim ersten Termin des Jahres in Sternberg, an dem Mieter der Sternberger Wohnungsbaugesellschaft (Stewo) und der Allgemeinen Wohnungsgenossenschaft (AWG) Sternberg-Dabel-Brüel unter anderem Möbel, Teppiche, sperriges Spielzeug und Matratzen zur Abholung an die Straße stellen konnten.

„Wir verständigen uns gemeinsam mit der Stewo auf einen Termin. Wir informieren unsere Mieter über eine Mitteilung im Postkasten zirka 14 Tage im Voraus und listen auch noch einmal auf, was zum Sperrmüll gehört und was nicht“, sagt AWG-Geschäftsführer Sven Parwulski.

Was sich dann aber auf den Abfuhrplätzen sammelt, ist alles andere als nur Sperrmüll. „Viele blaue Säcke, in denen Baustellenreste versteckt wurden, Glasscherben, Reifen, Wolle, Fenster, Toilettenbecken, Öl, Farbtöpfe...“, zählt Parwulski auf.

Er weiß auch von einem noch gefüllten Kühlschrank, der zugeklebt war und aus dem es mächtig gestunken habe. Der könne aus einer Wohnungsauflösung stammen, vermutet er. Kinder könnten Farbtöpfe öffnen oder sich am Glas verletzen, macht er aufmerksam. Er weiß von einem Kind , dass dort gespielt habe.

„Einige Mieter legen ihre Sachen auch zu früh heraus. Das ist wie ein Startschuss für andere Mieter und dann kommen Fremde dazu“, sagt der AWG-Geschäftsführer. Denn dass Mieter Farbdosen, Baumaterial wie Dachrinnen und Toilettenbecken zum Sperrmüll stellten, wolle er nicht glauben. „Wir arbeiten mit Handwerkern“, erklärt er.

379 Wohnungen hält die Allgemeinen Wohnungsgenossenschaft in Sternberg in der Seestraße, Karl-Marx-Straße, Leonhard-Franck-Straße/Mecklenburgring und am Serrahnsbach vor. „Als Wohnungsvermieter sind wir in der Zwickmühle. Wir überlegen, ob wir diese großen Gemeinschaftstermine weiterhin anbieten oder jeder Mieter selbstständig seine Sperrmüllabfuhr beim Landkreis anmeldet“, überlegt Parwulski. Denn es sei ein Irrglaube, dass der Vermieter dafür zuständig sei.

Allerdings bleiben auch dem AWG-Geschäftsführer viele Zweifel, dass damit das Problem gelöst werden könne.

Für Ordnung nach der Sperrmüllabfuhr musste dann im Auftrag von AWG und Stewo die Sternberger Reinigungsfirma Blumenthal sorgen. 20 Kubikmeter Müll wurden auf den AWG-Flächen zusammengetragen. Am schlimmsten sah es in der Karl-Marx-Straße (acht Kubikmeter) und am Serrahnsbach (7,5 Kubikmeter) aus. Insgesamt 16 Kubikmeter Müll fiel auf den Stewo-Plätzen an.

„Solche Entsorgungskosten sind Betriebskosten und werden durch alle Mieter geteilt. Wenn Fahrzeuge beobachtet werden, aus denen Fremde Sachen zum Sperrmüll stellen, wäre es gut, wenn wir die Kennzeichen genannt bekommen. Dann könnten wir handeln“, sagt Parwulski. Denn ab und an höre er schon, dass jemand dabei gesehen wurde, aber man niemanden nennen wolle. Er berichtet aber auch von einem Mieter in der Leonhard-Franck-Straße, der fast bedroht worden sei, als er jemanden ansprach, der seinen Unrat dazustellte.

 „Im vergangenen Jahr hat es schon einmal ein Treffen mit Vertretern von Ordnungsamt, Bauhof, Stewo und uns gegeben. Das Problem ist erkannt, aber seit dem ist leider nichts passiert“, bedauert Sven Parwulski.

Dass so viele Menschen die Sperrmülltermine missbrauchen würden, sehe auch sie als ein Riesenproblem, erklärt Regina Nienkarn, Geschäftsführerin der Sternberger Wohnungsbaugesellschaft auf SVZ-Nachfrage.

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