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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

11. Dezember 2017 | 18:19 Uhr

Warin : Nach der Abi-Lernerei in die Natur

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Die Niedersächsin Lineke Lenferink macht seit September ein Freiwilliges Ökologisches Jahr im Naturparkzentrum Sternberger Seenland.

svz.de von
erstellt am 10.Jan.2014 | 16:57 Uhr

Statt nach dem Abitur direkt mit dem Studium zu beginnen oder auf Weltreise zu gehen, entschloss sich Lineke Lenferink dazu, ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) zu absolvieren. Ihr niederländischer Name kommt übrigens durch ihren Vater. Auf die Idee, das freiwillige Jahr seit dem 1. September im Naturparkzentrum Sternberger Seenland zu machen, kam die 18-Jährige aus Hildesheim in Niedersachsen durch eine Reise. „Ich habe mit meiner Familie mal Urlaub in Güstrow gemacht“, erzählt sie, „wir haben uns auch die Umgebung angeschaut und sind dabei zum Naturparkzentrum gekommen. Mir gefällt die Landschaft hier sehr.“

Nach ihrem Schulabschluss wusste die Brünette noch nicht, was danach kommen soll. Daher entschied sie sich für ein FÖJ, um sich in diesem Jahr zu orientieren und herauszufinden, was sie beruflich einmal machen möchte. Dass es in die Richtung Biologie und Naturschutz gehen soll, war ihr schnell klar. „In der Schule hatte ich auch Bio-Leistungskurs“, sagt sie, „das passt also alles zusammen.“ Lenferink möchte nach ihrem FÖJ auch ein Studium in diesem Bereich anfangen. „Aber ich weiß immer noch nicht was, es gibt eine sehr große Auswahl an verschiedenen Studiengängen“, erläutert die FÖJlerin. „Ich habe mir aber schon ein paar Hochschulen angesehen. Die Studieninformationstage sind erst im Frühjahr wieder.“ Diese werden von den Universitäten und Hochschulen angeboten, um ihre Studienfächer vorzustellen.

Lenferinks Arbeit im Naturparkzentrum ist vielfältig: „Man macht hier eigentlich jeden Tag etwas anderes. Meistens arbeite ich von 7.30 Uhr bis 16 Uhr, das kann aber auch abweichen, je nachdem, was wir machen“, berichtet die Hildesheimerin. So war sie schon in der Landschaftspflege tätig oder machte Öffentlichkeitsarbeit, in dem sie den Stand vom Naturparkzentrum bei Veranstaltungen betreute. Gerade ist sie mit dem Naturparkzentrum-Team mit dem Biber-Monitoring beschäftigt. Das ist eines der Dinge, die ihr bei ihrem FÖJ am meisten Spaß bringen. „Mir gefällt das viele Draußensein sehr. Das ist einfach etwas anderes, nachdem man in der Schule fast immer nur drinnen war“, erklärt sie. Doch sie hat natürlich nicht nur in der Natur zu tun. „Momentan erarbeite ich eine Ausstellung zur Natur des Jahres 2014 und erstelle dafür Plakate.“

Bei dieser Abwechslung ist es kein Wunder, dass der jungen Frau mit den langen Haaren die Tätigkeit im Naturparkzentrum Spaß bringt. Ein Tag sticht dabei jedoch besonders heraus: „Mein schönstes Erlebnis hier bisher war, als ich zum ersten Mal einen Biber gesehen haben“, freut sich die 18-Jährige, „in Niedersachsen gibt es nicht so viele und ich habe vorher noch nie einen Biber gesehen“.

In ihrer Freizeit geht die FÖJlerin gerne reiten und spielt Trompete. Beidem kann sie auch in Mecklenburg nachgehen. „Meine Wohnung ist neben einem Reiterhof, da kann ich reiten und finde Anschluss“, erwähnt sie, „und da im Rathausgebäude immer mittwochs Jagdhorn geblasen wird, habe ich auch damit angefangen, das ist ähnlich wie Trompete spielen.“ Selbst auf der Jagd war sie schon. „Die anderen Mitarbeiter nehmen mich am Wochenende auch mit zu Veranstaltungen.“ So fühlt sich Lenferink hier nicht einsam, weit weg von zu Hause „Die Leute in Mecklenburg-Vorpommern sind sehr offen, ich wurde hier gut aufgenommen. Mir ist aber aufgefallen, dass das Land sehr dünn besiedelt ist“, merkt sie an. Sie genieße es jedoch auch, wenn sie abends alleine in ihrer Wohnung ist.

Der Träger von Lenferinks FÖJ ist das Jugendwerk Aufbau Ost, von dem sie jeden Monat eine finanzielle Unterstützung von 345 Euro erhalte. Daneben bekomme sie ihr Kindergeld ausgezahlt. Nach Abzug der Wohnungsmiete bleibe nicht mehr viel übrig, was sie aber nicht schlimm findet: „Man macht so ein Jahr nicht, um Geld zu verdienen, sondern um sich zwischen Schule und Studium zu orientieren“.

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