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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

23. November 2017 | 08:47 Uhr

Warin : Muss hier erst was passieren?

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Warinern macht die Verkehrssituation in der Brüeler Straße Angst. Eine Ampel im Bereich Mühlenbruchstraße wurde vom Landkreis Nordwestmecklenburg abgelehnt.

svz.de von
erstellt am 14.Okt.2014 | 16:35 Uhr

Auf der abschüssigen Bundesstraße 192 rollt ungezählte Male am Tag eine Fahrzeugkolonne nach Warin hinein. Besonders wenn die Bahnschranken in Blankenberg geschlossen waren, manchmal reichen selbst ein, zwei Laster, die nicht überholt werden konnten. In der Gegenrichtung stehen mehrere Pkw und kommen nicht weiter, weil der ganz vorn nach links in die Bützower Straße einbiegen will. Rechts passt niemand an ihm vorbei. Derweil hat sich aus der dritten Richtung auch schon eine Warteschlange gebildet, die meisten Autofahrer kommen vom Einkauf.

Das Blechknäuel löst sich dann irgendwie auf. Fußgänger haben solange überhaupt keine Chance, über die Straße zu gelangen. Doch viel besser ist das tagsüber ohnehin nur selten. Margitta und Helmut Baage, die seit vier Jahren in der alten Post wohnen, haben von ihrer Terrasse aus das Geschehen jeden Tag vor Augen und würden die manchmal am liebsten zumachen. Eine ältere Frau, die an der Straße stand, sei vom Windzug eines Holzlasters voll in die Hecke gedrückt worden.


Anwohner sprechen sich für Zebrastreifen aus


„Früh halb fünf geht die Raserei los, und am Nachmittag kommt es noch einmal so richtig dicke“, sagt Helmut Baage. Fast jeder fahre, wie er will, auch Einheimische, die wüssten, dass kaum kontrolliert werde. „Überall wird geblitzt. Von Witzin, Holzendorf, Sternberg oder Reinstorf hört man das beinahe jeden Tag. Aber hier weiß ich bald gar nicht mehr, wie ein Polizist aussieht“, ärgert sich Baage. Er habe sich wie auch andere ans Ordnungsamt gewandt. „Das hat gar nichts gebracht. Dabei ist doch die Stadt mit dem Bürgermeister an der Spitze für die Sicherheit verantwortlich“, meint der Wariner. Viele würden fragen: Muss hier erst was passieren?

Für Baages wäre ein Fußgängerüberweg, ein Zebrastreifen, wie er landläufig genannt wird, eine Lösung. Dann kämen ältere Menschen mit Rollatoren und genauso die Steppkes, die zum Fußballtraining gehen,
sicherer über die Straße. „In Sternberg wurde einer gebaut.“ Helmut Baage hat das in der SVZ verfolgt. Allerdings brauchte das seine Zeit. Das Problem wurde immer wieder angesprochen, der Seniorenbeirat der Stadt blieb dran, bis es zu zu einem Ortstermin mit einem Vertreter aus dem Schweriner Verkehrsministerium kam und eine Lösung gefunden wurde. Denn so ein Fußgängerüberweg darf beispielsweise nicht an einer Einfahrt, an der die Bordsteine abgesenkt sind, platziert werden, hatten die Verkehrsfachleute aufmerksam gemacht.

Bürgermeister Michael Ankermann sieht die Verkehrssituation zwischen alter Post und der kleinen Straße Fischland am Ortsausgang selbst als „Katastrophe“. Eine Verkehrsampel an der Einmündung der Mühlenbruchstraße, damit die Grundschüler dort gefahrlos zum Sportplatz gelangen, habe die Fachbehörde vom Landkreis abgelehnt. Begründung: Die Schüler kämen an der Ampel bei Norma ohne großen Umweg sicher über die Bundesstraße. Dieser Vorstoß hätte sich demnach erledigt, so Ankermann.

Im Bereich von Brüeler und Bützower Straße habe es eine Begehung mit Vertretern von Straßenbauamt Schwerin, Landkreis und Amt Neukloster-Warin gegeben. Denn die Stadt könne nichts entscheiden, weil es sich um eine Bundesstraße handele. Es sei klar geworden, dass „größere Baumaßnahmen“ nötig seien. In der Brüeler Straße fehle der Platz für eine Linksabbiegespur zu den Einkaufsmärkten, die Bützower Straße sei ebenfalls zu eng für drei verkehrsgerecht ausgebaute Fahrspuren, erklärt der Bürgermeister. Von einem Zebrastreifen wollten die Verkehrsbehörden offenbar nichts wissen. Sie befürworteten eine Verkehrsinsel in der Mitte der Straße, so dass Fußgänger die in zwei Etappen überqueren könnten. Dafür müsse aber der Platz da sein. Wann das nötige Geld fließe, stehe sprichwörtlich in den Sternen. Und die Amtsmühlen würden langsam mahlen. Das habe sich schon bei der Geschwindigkeitstafel am Ortseingang gezeigt. Wobei die Meinungen über deren Nutzen auseinander gehen.

„Ich hoffe, dass wir bei dem Dauerthema in dieser Legislaturperiode weiterkommen“, sagt Ankermann. Das Bauamt in Neukloster arbeite an Vorschlägen. Die Stadtvertretung hätte die Verwaltung dazu beauftragt. Bei der Begehung sei auch der unglückliche Standort des Werbepylons, der die Sicht behindere, angesprochen worden. Dieser werde demnächst umgesetzt, kündigt der Bürgermeister an. Danach lasse sich die Straße besser einsehen. Den Fußgängern, die über die Straße wollen, nützt das allerdings recht wenig.

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