Sternberg : Musiksommer eröffnet

Das Barocktrio mit Hans Christoph Becker-Foss , Thomaskantor Gotthold Schwarz und Siegfried Pank (v.l.) in der Sternberger Stadtkirche.
Das Barocktrio mit Hans Christoph Becker-Foss , Thomaskantor Gotthold Schwarz und Siegfried Pank (v.l.) in der Sternberger Stadtkirche.

Insgesamt 17 Veranstaltungen stehen in diesem Jahr auf dem Plan / Auftakt mit barocken Kostbarkeiten

svz.de von
14. Mai 2018, 05:00 Uhr

Mit einem vielfältigen Angebot laden die Evangelische Stadtkirche Sternberg, die Katholische St. Pius-Kirche Sternberg und die Dorfkirche Wamckow ein, Musik zu erleben, von Bach bis Beat, mit national und international renommierten Künstlern oder Musikschaffenden und Musikbegeisterten der Region. Insgesamt 17 Veranstaltungen stehen auf dem Plan des Musiksommers 2018.

Am Freitagabend gab es den Auftakt mit „Barocken Kostbarkeiten“. Frank Michael Wessel, Pastor im Ruhestand, der zur Zeit die Arbeit der evangelischen Gemeinden Sternberg, Witzin und Dabel unterstützt, stellte die Künstler vor. Sie stehen für die Interpretation barocker Musik auf höchstem Niveau – Thomaskantor, Dirigent und Bariton Gotthold Schwarz, Professor Siegfried Pank, Spezialist der „Alten Musik“ und langjähriges Mitglied des Gewandhausorchesters Leipzig, sowie Hans Christoph Becker-Foss, Organist und Dirigent, Professor für Orgel an der Musikhochschule Hannover.

„Eine besondere Zuneigung besteht zu den historischen nord- und mitteldeutschen Dorf- und Stadtkirchen“ , war im Programmblatt zu lesen. Das und die Tatsache, dass Gotthold Schwarz im Rahmen der Festspiele MV bereits mit dem Thomanerchor in Sternberg gastiert hatte, mag Musiksommer-Koordinator Christof Munzlinger geholfen haben, dieses renommierte Trio nach Sternberg zu holen.

Geistliche Lieder und Arien großer Meister des Barock wie Schütz, Telemann, Buxtehude, Bach und dessen Söhne, Lieder weniger bekannter Komponisten gehörten zur Musikauswahl.

„Ein Programm durch Zeit und Jahr“ kündigte Gotthold Schwarz an. „Wie? Schlaft ihr noch?“ – beginnend mit einem Morgenlied von Georg Böhm spannte sich der musikalische Bogen bis zum Abendlied von Carl Philipp Emanuel Bach. Fast überflüssig wurden die den Zuhörern in die Hand gegebenen Texte zu den Bachkantaten. Makellos in der Artikulation, dabei ohne großes Pathos und mit hoher Empfindsamkeit, interpretierte Schwarz die Intention von Text und Musik. Ein berührendes Hörerlebnis boten auch die ausgewählten geistlichen Lieder von Bach und Nicolaus Hasse, Lieder von schlichter Schönheit, scheinbar unangestrengt mit warmer Baritonstimme beeindruckend gesungen. Diesen Gesamteindruck stützten Truhenorgel und Gambe durch einfühlsame Begleitung und perfektes Zusammenspiel. Hierbei eher etwas im Hintergrund, zeigten Siegfried Pank und Hans Christoph Becker-Foss ihre Meisterschaft in den instrumentalen Beiträgen. Die Bachsonate für Gambe und Orgel gab Gelegenheit, dem Klang dieser Instrumente nachzuspüren.

Zweimal war Becker-Foss auf die Empore geklettert, der Klang der Walckerorgel mit Werken von Max Reger sollte im Konzert nicht fehlen. Der Orgelsachverständige aus Hannover zeigte sich beeindruckt vom Klang und der leichten Spielbarkeit des Instruments. Für das Konzert gab es stehende Ovationen.












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