zur Navigation springen
Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

23. Oktober 2017 | 04:45 Uhr

Sternberg : Musikalische Reise durch die Tora

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Masel Tow – Chor der jüdischen Gemeinde Schwerin gab Benefizkonzert in der Sternberger Stadtkirche.

Masel Tow – das ist der Name des Chores der jüdischen Gemeinde Schwerin, der am Sonntagnachmittag in der Sternberger Stadtkirche ein Benefizkonzert gab. In der Übersetzung bedeuten die hebräischen Worte masel tow „Viel Glück“.

Glückliche Umstände waren es auf jeden Fall, die die Sängerinnen und Sänger nach Sternberg führten. Darüber informierte bei der Begrüßung der Gäste noch einmal Christof Munzlinger. Mit dem Konzert wollten die Gäste sich bedanken für die Wiederherstellung des Eingangsportals am jüdischen Friedhof in Sternberg.


Tatkräftige Unterstützer für Eingangsportal


Landtagsabgeordneter Johann-Georg Jaeger (Bündnis 90/Die Grünen), der den Impuls für das Projekt gab, fand neben Christof Munzlinger schnell weitere tatkräftige Unterstützer. Spenden wurden gesammelt, kompetente Handwerker für Maurer- und Metallarbeiten gefunden. Schüler des Sternberger Gymnasiums, Konfirmanden und Soldaten des Landeskommandos MV halfen bei Arbeiten auf dem Gelände.

Auf Grund der unrühmlichen Kapitel in der Geschichte der Stadt war vielen dieses Projekt eine Herzensangelegenheit. Die Judenverbrennung 1492 wegen angeblichen Hostienfrevels in Sternberg hatte eine Welle der Verfolgung und Vertreibung in ganz Mecklenburg zur Folge. 1825 war mit der Entstehung einer neuen jüdischen Gemeinde der Friedhof auf dem Judenberg entstanden. Unter der Nazi-Diktatur wurde er 1938 geschändet und zerstört.

Am 17. April dieses Jahres fand die feierliche Übergabe des neuen Portals im Beisein von Landesrabbiner William Wolff statt (SVZ berichtete).
Sein Nachfolger, Yurij Kadnykov, sprach für diese Initiative allen Beteiligten noch einmal seinen Dank aus. Er hatte auch die moderierenden Worte während des Konzerts übernommen.

Die 16 Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Tatjana Peters hatten für ihr Programm liturgische Gesänge ausgewählt. Gesungene Bittgebete, Psalmen, Verse der Tora sind fester Bestandteil der jüdischen Gottesdienste.

 


Ausführlich in der Tageszeitung und per ePaper

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen