zur Navigation springen

Kriminacht auf Schloss Kaarz : Mord, Musik und Mitmachkrimi

vom

Durch feuchtgraue Nebelschwaden ging die Fahrt nach Kaarz, gespenstisch lag das Schloss im Dunst. Was sollte die Besucher im Inneren erwarten?

svz.de von
erstellt am 21.Nov.2011 | 10:58 Uhr

Kaarz | Sie begann eigentlich schon vor dem Beginn, die Kriminacht auf Schloss Kaarz, zu der der Hinstorff-Förderkreis für Literatur am Sonnabend eingeladen hatte. Durch feuchtgraue Nebelschwaden ging die Fahrt nach Kaarz, gespenstisch lag das Schloss im Dunst. Was sollte die Besucher im Inneren erwarten?

Mit der Lesung der freien Journalistin und Autorin Hanna Winter ging es gleich zur Sache. Ein skrupelloser Serienmörder bringt wehrlose Opfer in seine Gewalt, genießt deren Angst und seine Macht über sie. So geschieht es im Roman "Stirb", den die Berliner Autorin an diesem Abend vorstellte. Detailliert und spannend beschreibt Hanna Winter das Geschehen aus der Täter- und Opferperspektive. Wer wissen wollte, ob Lara Simons, Protagonistin des Thrillers, ihrem Bedroher entkommt, konnte das signierte Buch zum Weiterschmökern käuflich erwerben.

"Wie kommt es, dass eine so zarte Frau wie Sie Krimis schreibt", so eine Frage an die junge Autorin. "Ich tauche gern in eine anderen Welt ab. Ob ich will oder nicht, die Gedanken gehen in diese Richtung", erklärte Hanna Winter ihre Bindung an dieses Genre.

Abtauchen in andere Welten konnte dann auch das Publikum in der folgenden Stunde. "Die Kompromisten" alias Gunnar Rieck und Karl-Heinz Saleh luden ein zu einer musikalischen Reise um die Welt. Inspiriert von französischer Musette, argentinischem Tango, Irish Folk , boten sie ein spritziges Programm von eigenen Kompositionen, sozusagen Wellness-Musik für die krimigeschundenen Seelen. Man meinte, nicht ein Duo, sondern ein kleines Orchester zu hören. "Der Bass kommt aus dem Akkordeon", erklärte Karl-Heinz Saleh und verwies auf den Nutzen der Technik für ihre handgemachte Musik. Auch die vorgetragenen witzig-frivolen Limericks waren handgemacht und sorgten mit ihren überraschenden Pointen für Heiterkeit. Der Applaus zeigte es, gern hätte das Publikum die Reise um einig Stationen verlängert.

Doch Kommissar Klinger alias Christoph von Fircks stand bereits in der Spur und warb um Hobby-Kriminalisten für den "Mitmachkrimi". Bei der Spurensuche in der Geschichte um das rästselhafte Testament der Schlossherrin wurden die Räumlichkeiten vom Keller bis in die Salons durchstreift. Nach Enträtselung verschlüsselter Hinweise gelang dank der Mithilfe des engagierten Publikums die Befreiung der Vorsitzenden des Vereins bedrohter Vereine, die im Fahrstuhl, "auf dem leichten Weg nach oben", entdeckt wurde.

Mit viel Engagement hatten Schlossherrin und "Gefolge" gewirkt, das Ambiente des Hauses bot den perfekten Rahmen für das Krimi-Spektakel. Angebote kriminell und kulinarisch bis nach Mitternacht, vom Bücher-TauschTisch im Flur bis zur Fälscherwerkstatt im Schlosskeller. Hier unterwies Hans Hilmar Koch in der Kunst des "Blütendrucks". Aus seiner Druckwerkstatt stammten auch die Kaarzer Dollars, die Währung des Abends, für die man Zwiebelkuchen und Wein erstehen konnte oder den Teilnahmebogen für das Krimirätsel. Spannende Lektüre, gesponsert von der Schweriner Buchhandlung Schoknecht, gab es für die Gewinner.

Bis zum Morgenanbruch blieb das Publikum im Banne des Krimis. Die ganz Hartgesottenen schafften auch noch den Hitchcock-Klassiker "Vertigo" , bevor es - wieder durch den Nebel - nach Hause ging.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen