zur Navigation springen
Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

18. November 2017 | 05:52 Uhr

Schule in Sternberg : Monatelang keine Physikstunden

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Eltern von Sechstklässlern in Sternberg sind besorgt: Seit Schuljahresbeginn kann dieses Fach nicht unterrichtet werden

von
erstellt am 09.Nov.2017 | 05:00 Uhr

„Mein Sohn geht in die sechste Klasse der Verbundenen Regionalen Schule und Gymnasium ,David Franck’ in Sternberg. Seit Schuljahresbeginn bekommt er, wie die Schüler aller drei sechsten Klassen, keinen Physikunterricht“, zeigt sich Karina Wieschmann besorgt. Anderen Eltern gehe es ebenso, sie hätten Angst, dass die Kinder auf der Strecke blieben, weil sie den versäumten Unterricht nicht mehr nachholen könnten. Auch die Ankündigung auf der jüngsten Elternversammlung, dass versucht werde, zum zweiten Halbjahr einen Lehrer für dieses Fach zu bekommen, beruhige nicht.

„Die sechste Klasse ist das Schuljahr, bevor die Kinder aufs Gymnasium kommen oder vielleicht auf eine andere Schule wechseln“, gibt Wieschmann zu bedenken. Deshalb seien Eltern übereingekommen, den fehlenden Fachunterricht in Physik jetzt öffentlich zu machen. Wobei sie ganz klar das Bildungsministerium in der Pflicht sehen, jetzt schnellstmöglich eine Lösung zu schaffen. „Der Schule machen wir keinen Vorwurf und auch die Lehrer können nichts für diese Situation. Im Gegenteil, dadurch, dass sie zusätzlich Vertretungsstunden geben müssen, kommen sie doch auch an ihr Limit“, so die Mutter. Rund 550 Mädchen und Jungen werden an der KGS von 43 Lehrern unterrichtet.

„Die Sorge der Eltern um die Absicherung des Physikunterrichts in den Jahrgangsstufen 6 bis 8 am regionalen Schulteil wird an der Kooperativen Gesamtschule Sternberg sehr ernst genommen“, erklärt Henning Lipski, Pressesprecher im Bildungsministerium MV, auf SVZ-Nachfrage. In enger Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Schulamt Schwerin würden an der KGS alle Anstrengungen unternommen, um Unterrichtsausfall durch erkrankte Lehrkräfte gering zu halten. Ein Physiklehrer ist „seit mehreren Monaten langzeiterkrankt“.

Die Stelle sei „umgehend und fortlaufend“ seit Schuljahresbeginn 2016/2017 sechsmal ausgeschrieben worden. Im vergangenen Schuljahr konnte der Unterricht durch einen Seiteneinsteiger abgesichert werden, der dies seit diesem Schuljahr im gleichen Umfang aber nicht mehr leisten könne. Auf die erneute Ausschreibung gab es einen Bewerber, der auch geeignet ist, die Stelle jedoch erst zum 2. Januar 2018 antreten kann.

Geplant sei, so Lipski, dann Physik als epochalen Unterricht in den Klassen 6 bis 8 zu geben. „Das heißt, auch wenn in diesem Schulhalbjahr der Physikunterricht nicht möglich ist, wird der vorgesehene Unterrichtsstoff im zweiten Schulhalbjahr vermittelt. Die Eltern wurden auf der Elternversammlung darüber informiert, dass der Physikunterricht im zweiten Halbjahr mit erhöhter Stundenanzahl stattfindet, so dass kein Ausfall des Unterrichts zu befürchten ist“. Epochaler Unterricht sei als mögliche Unterrichtsform laut Kontingentstundentafelverordnung eine mögliche Unterrichtsform, verweist er.

„Als Schule sind wir selber daran interessiert, dass aller Unterricht stattfindet“, sagt KGS-Schulleiterin Petra Langpap. „Deshalb halten wir Kontakt zu anderen Schulen und Universitäten in MV. Schulamt, Ministerium, Kommunalpolitiker und auch Gespräche mit der Elternschaft helfen, Probleme zu lösen. So konnte die Schule im vergangenen Jahr einen Seiteneinsteiger für den Physikunterricht gewinnen“, sagt sie. Lehrer für Naturwissenschaften zu finden, sei nicht nur an der Sternberger Schule ein Problem. Auf die Stellenausschreibung melden sich oft Absolventen, die Geschichte oder Sozialwissenschaften studiert haben.

„Unsere Lehrer sind bereit, mehr Stunden zu geben und machen das auch sehr gut“, erklärt Petra Langpap und betont, dass der Fachunterricht in den Abschlussklassen durch dieses zusätzliche Engagement abgesichert sei. Das bestätigt auch Pressesprecher Lipski.

Der Physikunterricht im regionalen Schulteil in Klasse 6 und 8 muss im ersten Halbjahr dieses Schuljahres um eine Wochenstunde, in Klasse 7 um zwei gekürzt werden. In diesen drei Klassenstufen sei Ziel, in Abhängigkeit von den Möglichkeiten des Vertretungslehrers, zum zweiten Halbjahr verstärkt Physik zu erteilen, mindestens eine zusätzliche Stunde mehr.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen