Sternberg : Möglichkeiten sind „grenzenlos“

Unterhalten sich gerne mit ihren Gästen: Kerstin Mammel und Mathias Schomacher
Unterhalten sich gerne mit ihren Gästen: Kerstin Mammel und Mathias Schomacher

Der gleichnamige Verein aus Sternberg feierte mit vielen Gästen sein Sommerfest

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25. Juli 2019, 05:00 Uhr

Mathias Schomacher hat vor einem langen Tisch im Garten seines zeitweiligen Wohnhauses Am Serrahnsbach 13 Platz genommen und zeigt den Besuchern einige Holzbilder, die er in Vorbereitung des diesjährigen Sommerfestes seines Vereins „Grenzen-los“ angefertigt hat und die zum Verkauf stehen.

„Unser Verein fördert seit 2005 die Selbstständigkeit und Selbstbestimmung psychisch kranker Menschen und von Alkohol oder Drogen abhängiger Personen“, erklärt die Leiterin des Hauses, Kerstin Bunte-Böhm. Der 35-jährige Mathias Schomacher, zuhause in Todendorf bei Teterow, wohne hier seit 2008 in einer Wohngruppe und fühle sich sichtlich wohl. Von alleine könne er nichts bewerkstelligen.

„Ich nehme hier an Therapien teil, lerne die psychologische Edukation, also alles über meine Krankheit, kennen und wie ich damit umgehen kann. Vor allem, wie ich damit ein zufriedeneres Leben führen kann: An erster Stelle steht ein soziales Kompetenztraining. So erweitere ich meine sozialen Kompetenzen“, erläutert er. „Zu meinen täglichen Aufgaben gehören Ergotherapien und Arbeitsangebote.“ Besonders viel Spaß mache ihm die Arbeit mit Holz. Neben den bereits angefertigten Holzbildern werden auch Vogelhäuser und Insektenhotels gebaut.

Diplom-Sozialpädagogin Kerstin Bunte-Böhm und ihr Mann Dr. Martin Böhm haben den Verein „Grenzen-los“ im Jahre 2004 gegründet. Ihr Anliegen war es von Anfang an, Menschen mit psychischen Erkrankungen so weit zu bringen, dass sie ein möglichst autonomes Leben führen können. Und hier werde ihnen der nötige Platz eingeräumt.

An einem anderen Tisch unter schattigen Bäumen hat sich die 52-jährige Kerstin Mammel niedergelassen. Auch sie kommt aus Teterow. Danach hat sie in Lübz gewohnt, bevor sie nach Sternberg umzog. „Neun Monate lang habe auch ich hier in einer sozial-therapeutischen Wohngruppe gewohnt. Dann konnte ich in eine eigene Wohnung ziehen“, freut sie sich. „Jetzt werde ich ambulant betreut – mit einer intensiven Tagesstruktur.“

Kerstin Mammel leidet an bipolaren Störungen und durchlebt verschiedene Phasen. Mal sei sie depressiv. Ein anderes Mal werde sie durch manische Verhaltensweisen auffällig. „Wir haben sie motiviert, eine eigene Wohnung zu beziehen, da sie sehr gerne putzt und Handarbeiten macht“, ist zu hören. „Auch zum Baden und Einkaufen gehe ich sehr gerne. Ich finde die Umgebung hier sehr schön und bringe mich gerne kreativ ein“, erzählt sie. So habe Kerstin Mammel die Kreativstände und den Flohmarkt fürs Sommerfest mit aufgebaut.

Zum Sommerfest kamen aber nicht nur die Bewohner der Einrichtung, sondern viele Besucher aus der Stadt und von weiter her. Da gab es einen Kreativmarkt, einen Flohmarkt, einen Stand mit Kaffee und Kuchen und leckerem Gegrillten. Und auch die Musik fehlte nicht. Viele Besucher nahmen sich ein kleines Andenken wie Modeschmuck mit.

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