Brüel : Modebilder schmücken Konferenzraum

Sein Lieblingsfoto ist das mit dem langen Mantel in Weiß, hier links von ihm, das seine „Muse und Lebensgefährtin Susanne Tonn“ trägt, sagt Andrej Subarew. Gabriele Schumacher-Poschmann freut sich über die Modebilder in ihrem Haus.
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Sein Lieblingsfoto ist das mit dem langen Mantel in Weiß, hier links von ihm, das seine „Muse und Lebensgefährtin Susanne Tonn“ trägt, sagt Andrej Subarew. Gabriele Schumacher-Poschmann freut sich über die Modebilder in ihrem Haus.

Eine Kollektion des Grafik- und Modedesigners Andrej Subarew aus Wismar ist im Mecklenburger Hof in Brüel ausgestellt.

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04. Januar 2016, 16:10 Uhr

Es ist ein interessanter und im wahrsten Sinne des Wortes schöner Kontrast: kunstvolle Aufnahmen von Abendmode in einem Konferenzraum. Der Grafik- und Modedesigner Andrej Subarew aus Wismar hat die Bilder Gabriele Schumacher-Poschmann für den Mecklenburger Hof in Brüel überlassen. Er sei mit der Hotelchefin befreundet und die Arbeiten fänden dort einen guten Platz, deshalb habe er sie dem Haus geschenkt. Die Modebilder könnten möglicherweise auch Tagungsteilnehmer bei eher nüchternen Themen ansprechen und inspirieren.


Aufnahmen entstanden für Ausstellung


Auf der linken Seite hängen sieben Aufnahmen nebeneinander, ein weiteres gegenüber. Alle zeigen jeweils ein Abendkleid. Es handelt sich um eine Kollektion zum Thema Jugendstil. Subarew, der für seine eleganten und dennoch sachlichen Kreationen bekannt ist, arbeitet nach klassischer Schneiderkunst und fertigt die Schnittkonstruktionen selbst an. Seine Mode kennzeichnen ausgeprägte Detailliebe, strenge Linien und klassische Elemente. Extravaganz der Haute Couture und tragbare Kleidung treffen sich.

Die Modebilder, die jetzt im Mecklenburger Hof zu sehen sind, waren in Koproduktion mit dem Wismarer Fotografen Kay Zimmermann für eine gemeinsame Ausstellung in der Hansestadt entstanden. Sein Lieblingsfoto sei ein Zweiteiler, ein langer Mantel in Weiß, verrät Subarew im SVZ-Gespräch. Das trage übrigens seine „Muse und Lebensgefährtin Susanne Tonn aus Wismar“. Es sei das erste Foto dieser Reihe gewesen. Besonders erotisch finden andere Betrachter die zweite Aufnahme von links in der Bilderreihe.


Raissa-Kollektion als erstes eigenes Label


Subarew, Jahrgang 1966, arbeitet in Wismar und Berlin, erhielt deutschlandweit und international Designauszeichnungen. Seine berufliche Laufbahn begann 1992 als Freelance Designer für verschiedene Mode-Stylingbüros in Amsterdam. 2000 bis 2001 entstand sein neues Mode-Label „Raissa“, das er patentieren ließ und eine Erstkollektion sowie das Parfüm „Raissa Nr. 1“ schuf. Es handele sich um eine Hommage an die Ehefrau von Michail Gorbatschow. Sie war an Blutkrebs erkrankt und im September 1999 an den Folgen eines Kreislaufschocks gestorben. Für die Raissa-Kollektion erhielt Subarew 2005 den Lilienthal-Designpreis Mecklenburg-Vorpommerns.

Auf der Expo in Mailand zeigte er eine eigenständige Kollektion, inspiriert von den Freester Fischerteppichen. Diese handgeknüpften, schafwollenen Arbeiten mit maritimen Motiven waren zunächst im Nebenerwerb von Fischern entworfen und gefertigt worden. Ihr Name stammt vom ursprünglichen Entstehungsort, dem Fischerdorf Freest am Peenestrom. Er sehe „Tradition als Inspiration“, so der Modedesigner. Er habe dort ein Auftragswerk für die Kaiserbäder erfüllt und bei den
Fischern in Zempin auf Usedom fotografiert.

Sein Credo als ostdeutscher Designer sei es, sagt Subarew, zu zeigen, „dass auch hier gute Mode gemacht wird“. Er war ab 2006 künstlerischer Leiter des Baltic Fashion Award in Heringsdorf. Das Modespektakel der Usedomer Kaiserbäder hat sich allerdings verabschiedet, nachdem sich Gemeinde und Wirtschaftsministerium vor allem aus Geldmangel zurückzogen.


Künstlerischer Leiter bei Euro-Fashion-Award


Es soll ab diesem Jahr im sächsischen Görlitz als Euro-Fashion-Award neu aufleben. Andrej Subarew zieht erneut als künstlerische Leiter die
Fäden. Bis Ende November 2015 erfolgte die Ausschreibung und dann die Auswahl der zehn Designer, die ihre Kollektionen präsentieren dürfen. Der Wismarer freut sich über die neue Herausforderung und sieht in dem Umzug nach Sachsen große Vorteile, weil dort Textilindustrie und Modebranche eine lange Tradition hätten. Und mit dem traditionsreichen Jugendstilkaufhaus in Görlitz habe das Event einen starken Partner.

Wer neugierig geworden ist und die Modebilder sehen möchte, muss sich allerdings gedulden: Wie Gabriele Schumacher-Poschmann gestern Nachmittag informierte, ist der Mecklenburger Hof bis Ende Februar wegen Urlaub und Renovierung geschlossen.

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