zur Navigation springen
Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

23. November 2017 | 21:45 Uhr

Ferienprogramm : Mittelalter-Spaß lockt tausende Kinder

vom

Mittelalterliches Ferienspaß: Ein ganz besonderes Mitmachprogramm, bei dem Kinder alte Handwerkstechniken wie Spinnen, Töpfern und Korbflechten ausprobieren können, bietet das Archäologische Freilichtmuseum im August an.

svz.de von
erstellt am 04.Jul.2013 | 12:00 Uhr

Groß Raden | Mittelalterlicher Ferienspaß für tausende Kinder in Groß Raden: Ein ganz besonderes Mitmachprogramm, bei dem Mädchen und Jungen alte Handwerkstechniken wie Spinnen, Töpfern und Korbflechten ausprobieren können, bietet bis Ende August jeden Tag das Archäologische Freilichtmuseum vor den Toren von Sternberg.

Maurice Reddi bearbeitet ein Stück Holz zu einem Löffel. "Hier sind Ausdauer und Geschick gefragt", sagt Standbetreuerin Manuela Huth. Und gerade das brauche man heute, findet Hannelore Reddi, die Großmutter von Maurice. Es sei interessant, einmal zu erleben, wie alles angefangen hat - ohne Strom. Zusammen mit ihrem Mann Udo ist die Schwaanerin mit ihrem Enkel unterwegs, um ihm Abwechslung in den Ferien zu bieten. Da kommt das mittelalterliche Ferienprogramm in Groß Raden gerade recht.

Rund um Wismar kenne sie schon alles, erklärt eine andere Großmutter: Beate Trzeczak aus der Hansestadt. Deshalb macht sie an diesem Ferientag mit ihren Enkelinnen Hedi und Gesa Wigger den Ausflug in den Sternberger Raum und beobachtet, wie die beiden Mädchen mit Museumspädagogin Carina Sabban filzen.

Gleich mit einer ganzen Schar von 35 Kindern sowie Betreuern ist Natalia Golik aus dem benachbarten Naturdorf in Eickhof nach Groß Raden gekommen. In jedem Feriendurchgang, der in Eickhof gestaltet wird, gehört ein Besuch in Groß Raden dazu. Natalia Golik selbst probiert sich an diesem Tag im Verarbeiten von Speckstein aus.

Das kann man nicht im Raum machen, sondern nur in der freien Natur, erklärt Museumschefin Heike Pilz. Diese Steinbearbeitung gehört zu den besonders beliebten Sommeraktivitäten. Renner bei den Kindern - insbesondere bei den Jungen - sei aber auch alles, was mit Feuer zu tun hat. Beispielsweise Stockkuchen backen. Heike Pilz mag hingegen am liebsten das Töpfern, wie sie erzählt. Wenn ihre Kollegen sie denn lassen, scherzt sie. An diesem Tag hat sie Glück und zeigt den Kindern aus dem Ferienlager, wie man Lehm verarbeitet.

Der Ferienspaß hält die kleine Belegschaft auf Trap. Sieben Tage die Woche von Anfang Juli bis Ende August gibt es das Mitmachprogramm. Dabei wird das Stammteam, bestehend aus den beiden Museumspädagoginnen Heike Pilz und Carina Sabban, von drei befristet eingestellten Frauen aus der Region unterstützt: Martina Taubhorn, Karola Kröhnke und Manuela Huth. Wenn eine sehr große Anzahl von Gästen gleichzeitig angemeldet ist, helfen Sabine Liebscher und Jörg Einbrodt bei Führungen.

3500 Teilnehmer am Ferienprogramm in Groß Raden wurden allein im Vorjahr gezählt. Das Museum konzentriert diese Aktivitäten seit Jahren auf die Monate Juli und August. Das sind die Hauptferienmonate in Deutschland, sagt Heike Pilz. Und speziell von Mitte Juli und Mitte August waren in den vergangenen Jahren auch die meisten Urlauber in der Region. Es wäre durchaus Bedarf, das Ferienprogramm von Mitte Juni bis Mitte September auszudehnen, so Pilz. Doch das sei kräftemäßig für das Museumsteam nicht zu schaffen, zumal gerade unmittelbar vor den Sommerferien in Mecklenburg-Vorpommern viele Kindergruppen in das frühere Slawendorf kommen, um am museumspädagogischen Programm teilzunehmen.

"Für Mutti, Vati, Kinder - für alle ist etwas zu tun", sagt Heike Pilz. Aus den Vorjahren weiß sie, dass vor allem auch viele Großeltern mit ihren Enkeln einen Ausflug nach Groß Raden unternehmen. Sie hat sogar erlebt, dass Gäste zwei Tage hintereinander kamen, weil die Enkel an einem Tag nicht genug Mitmachangebote geschafft hatten. Dreieinhalb Stunden sollte man mindestens für den Besuch in Groß Raden einplanen, rät die Museumschefin.

Das diesjährige Ferienprogramm wird garniert mit zusätzlichen Veranstaltungen - so mit zwei Kräutertagen (14. Juli und 25. August). In der nächsten Woche sorgt eine Wikingergruppe für zusätzliches Leben in der früheren Slawensiedlung.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen