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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

25. November 2017 | 12:37 Uhr

Sternberger Seenland : Mit Trompeten und Gitarren

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Beide Instrumente machen den Hauptanteil bei der Bildung eines Offenes Orchesters im Amt Sternberger Seenlandschaft aus. Auf Anhieb gab es mehr als 30 Anmeldungen.

von
erstellt am 13.Mär.2017 | 21:00 Uhr

Sonst heißt es, mit Pauken und Trompeten... Letztere sind auch diesmal dabei, anstelle von Pauken jedoch Gitarren. Die beiden Instrumente machen den Hauptteil bei der Gründung eines Offenen Orchesters mit Gesang und Tanz im Amt Sternberger Seenlandschaft aus. Auf einen Schlag wurden am Freitagabend im Rathaussaal mehr als 30 Verträge unterschrieben. Sie bieten vor allem Kindern die Möglichkeit, ein Musikinstrument zu erlernen. Vorausgegangen war eine Schnupperstunde für die Grundschüler der Klassen zwei bis vier in Brüel, Dabel und Sternberg.

Die Eltern bezahlen 60 Euro für ein Jahr. Dafür erhalten die Mädchen und Jungen eine Übungsstunde pro Woche und eine Schülertrompete mit Koffer, Notenständer und Schulungsmaterial. Wer zwei Jahre durchhalte, dürfe die Trompete behalten, stellt Hans Hüller in Aussicht. Der Witziner Bürgermeister hatte die Idee und über das Projekt „Neulandgewinner“ bei der Robert Bosch Stiftung eine Förderung von 32 500 Euro für zwei Jahre erwirkt. Ohne die wäre aus der Vision kaum Realität geworden. Hüller, selbst passionierter Trompeter, gehört auch zu den ehrenamtlichen Lehrern, wie Andree Zimmermann und Stephan Meier für die Blechblasinstrumente, Johannes Ulrich und Baldur Beyer als Springer, Kim und Kyra Sulkowski für Gitarre sowie Heidi und Rudi Barz für Volkstanz. Auftakt soll in der ersten Aprilhälfte sein.

Stephan Meier werde montags ab 18 Uhr in Dabel oder Borkow zur Verfügung stehen. „Wenn die Ansetztechnik bei der Trompete funktioniert und die Arme länger werden“, so Meier, könnten Schüler vielleicht auch auf Posaune umsteigen. Ein größeres Instrument käme auch dem Witziner Baldur Beyer entgegen. Es müsse freilich nicht gleich das Alphorn sein.

Andree Zimmermann weiß die Unterstützung der Brüeler Blasmusik hinter sich, die er musikalisch leitet. Das Orchester sichere donnerstags zum Abend hin Übungsstunden in Brüel ab, Hans Hüller dienstags ab 15 Uhr für zwei, drei Gruppen. Die genauen Zeiten würden nach Einteilung der Gruppen feststehen.

Zunächst war das Projekt für Trompete und Co. gedacht. Doch nachdem Hüller Kim und Kyra Sulkowski im Januar beim Sternberger Neujahrsempfang gehört hatte, kam Gitarre hinzu. 14 Verträge sprechen dafür. Das seien „weit mehr als erwartet“, sagt die 17-jährige Kim, die seit zehn Jahren Gitarre spielt. Doch es mache sicher Spaß, „das Gelernte weiterzugeben und gemeinsam zu musizieren“. Geübt werde in Dreier- und Vierergruppen. Kim wolle das freitags von 15 bis 17 Uhr, Kyra (14) mittwochs von 18 bis 20 Uhr. Beide waren 2016 Bundesdritte bei „Jugend musiziert“.

Und da ein Orchester auch eine Tanzgruppe gebrauchen könne, wie Heidi Barz meint, wollen sie und ihr Mann neben der an der Sternberger Grundschule gern eine weitere übernehmen, um den Volkstanz in der Region weiterhin „zu halten und auszubauen“.

Schnell sind die ersten Verträge unterschrieben. „Nicht lange gefackelt“, sagt Claudia Körner aus Witzin entschlossen. Sohn Ole, jetzt sieben,
habe schon mit dreieinhalb versucht, einer Trompete Töne zu entlocken. Sein Vater habe die von Hans Hüller bekommen, sich aber nicht richtig dafür begeistern können. Ole umso mehr, und nun will er das richtig lernen.

Frieda ist zehn und „möchte unbedingt mit Trompete anfangen“, erzählt ihr Vater Axel Stein aus Kobrow. Er habe selbst lange Musik gemacht, als Kind im Blasorchester und dann auf dem Parforcehorn.

Die Töchter von Katrin Otolski, Töpferin in Woserin, besuchen die Musikschule in Bützow. Martha (10) spielt Cello, Frieda (9) Klavier. Die Jüngere möchte jetzt noch Trompete lernen. Sie spiele am liebsten „Moll, traurige Musik, die finde ich schön, sie berührt mich“, sagt Frieda. Und traurig werde sie selbst davon nicht.

Babette Scurrel vom Thünen-Institut in Bollewick begleitet das Projekt im Auftrag der Bosch-Stiftung und ist „beeindruckt“ von der Resonanz. „Am meisten freue ich mich für die Kinder, die sonst wohl nie die Gelegenheit hätten, ein Musikinstrument zu erlernen“, sagt die Mentorin.

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