Brüel : Mit Spaß Fähigkeiten entdecken

Felix (l.) hatte als Erster das aufgedruckte Auto ausgestochen, das dann aus dem Papier fällt.  Fotos: Roswitha Spöhr
Foto:
1 von 2
Felix (l.) hatte als Erster das aufgedruckte Auto ausgestochen, das dann aus dem Papier fällt. Fotos: Roswitha Spöhr

Potenzialanalyse und Praxistage helfen Brüeler Schülern bei der Berufsorientierung

von
11. März 2016, 12:17 Uhr

Lautlos sticht die Nadel in das Papier mit dem aufgedruckten Auto. Immer wieder. Bei wem fällt es zuerst heraus und wie sauber wurde perforiert?

Die Übung ist eine von vielen innerhalb einer Potenzialanalyse, der sich die Siebtklässler der Regionalen Schule in Brüel an zwei Tagen gestellt haben. Durchgeführt wurde sie von Mitarbeitern der Schweriner Bildungswerkstatt im Brüeler Bürgerhaus. „Wir prüfen Kompetenzen bei den Schülern, die in der Schule nicht so viel gefragt und bewertet werden“, erklärt Stützlehrer Mario Nülken von der Bildungswerkstatt. Und nennt beispielsweise Team- und Kommunikationsfähigkeit, Zuverlässigkeit, Selbstständigkeit und Ausdauer. Spielerisch aufbereitet, machen auch die Mädchen und Jungen gern bei den praktischen Übungen mit.

Wie beim „Perforieren“, bei dem es um Ausdauer ebenso geht wie um Feinmotorik. Denn die Umrisse des Autos werden je zur Hälfte mit der linken bzw. rechten Hand ausgestochen. Dass der eine oder andere Siebtklässler zwischendurch immer wieder die Hand ausschütteln muss, verwundert kaum – sie ermüdet bei der ungewohnten Arbeit. Trotzdem haben auch hier alle durchgehalten.

In der „Wohngemeinschaft“ – eine andere Übung – mussten die gemischten Schülergruppen mit einem Vermieter klar kommen, sich darüber verständigen, wer einkauft, wie oft sauber macht, wie eingerichtet wird... Für Letzteres konnten kleine Möbel auf einem Spielbrett platziert werden.

„Die Schüler gehen offen an die Übungen heran und haben richtig Spaß“, sagt Mario Nülken. „Jeder Jugendliche bekommt sein individuelles Ergebnis. Wir fahren dafür noch einmal an die Schule und werten aus. Die Potenzialanalyse soll ihnen eine Richtung aufzeigen, welche Fähigkeiten in ihnen stecken und wie diese noch ausgebaut werden können.“

Und sie ist Voraussetzung für die Praxistage in Klasse acht. Die finden in dieser und in der nächsten Woche für die Achtklässler der Brüeler Schule in der Schweriner Bildungswerkstatt statt. Im Vorfeld hat sich ein jeder von ihnen aus zehn Bereichen – Gartenbau/Floristik, Gastronomie, Metall, Bau/Fliesen, Farbe/Raum, Holz, Informatik, Wirtschaft/Verwaltung, Hauswirtschaft und Gesundheit/Soziales – sieben ausgesucht, die dann an je einem Tag durchlaufen werden. Dann müssen sich die Mädchen und Jungen erneut entscheiden, denn die drei letzten Praxistage geht es nur in diesen einen Bereich.

„Während der Potenzialanalyse werden die Schüler von mehreren geschulten Beobachtern begleitet. In Brüel waren es bei 14 Schülern vier. Nach jeder Übung müssen sich die Schüler selbst einschätzen und bekommen auch von uns gleich ein Feedback. Wenn wir dann zur Auswertung noch einmal an die Schule kommen, können auch die Eltern daran teilnehmen. Wir sagen, wo die Stärken liegen und geben Empfehlungen, was der Schüler beruflich einmal machen könnte“, erklärt Gudrun Bublitz, Koordinatorin in der Bildungswerkstatt.

Dass die Potenzialanalyse nicht in der Schule durchgeführt wurde, sei gewollt, sagt sie. Es gehe hier nicht um eine Leistungsbeurteilung, bei der schulisches Wissen abgefragt werde. Deshalb wären auch keine Lehrer aus der Schule dabei. „Allerdings haben wir ein Fahrkostenproblem, wenn die Mädchen und Jungen dafür zu uns nach Schwerin kommen würden. Deshalb sind wir der Stadt dankbar, dass wir den Rathaussaal nutzen durften“, sagt Bublitz. Für die Fahrkosten der Achtklässler, die jetzt für 14 Tage mit dem Bus nach Schwerin und wieder zurück fahren, hat es eine Förderung durch den Landkreis Ludwigslust-Parchim gegeben.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen