Blankenberg : Mit Säge, Astschere und viel Kraft

Sie gehören zu den knapp 30 fleißigen Helfern, die dem Aufruf der Gemeinde zum Einsatz auf dem alten Ziegeleigelände gefolgt sind. Fotos: roswitha spöhr
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Sie gehören zu den knapp 30 fleißigen Helfern, die dem Aufruf der Gemeinde zum Einsatz auf dem alten Ziegeleigelände gefolgt sind. Fotos: roswitha spöhr

Zugewuchertes Areal der alten Ziegelei von Wildwuchs befreit Es gibt Pläne für ein Feriendorf

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17. Februar 2020, 17:48 Uhr

Das Heulen der Motorkettensägen dröhnt am Sonnabend durch das ganze Dorf. Auf dem Gelände der ehemaligen Ziegelei in Blankenberg gibt es einen Großeinsatz. Bürgermeister Ralf Kähler freut sich, dass fast 30 Männer und Frauen dem Aufruf der Gemeinde gefolgt sind und mit anpacken.

„Im Januar hat es wieder eine Sichtprüfung der Bäume durch die Baumgutachterin gegeben. Wir haben viele Baustellen und müssen uns kümmern“, fasst er das Ergebnis, das auf vielen Seiten nachzulesen ist, zusammen. Auf dem ehemaligen Ziegeleigelände sind die Douglasien geschädigt, auch entlang der Bundesstraße. Der Borkenkäfer hat sich eingenistet und es gibt Pilzbefall. Die Weiden müssen geschnitten werden. „Im Zuge der Begutachtung wurde der Gehölzbestand als ungepflegt bewertet“, sagt Ralf Kähler. Alles, was nach Strauch aussehe, dürfe geschnitten werden. Die inzwischen völlig zugewucherte Fläche sei einmal eine Graslandschaft gewesen.

Während dann auch der Bürgermeister die Motorkettensäge ansetzt, schneidet sein Vater Dieter Kähler mit der Astschere Sträucher zurück. „Man muss doch ein bisschen was für die Gemeinde machen“, begründet der 77-Jährige. Er staune, wie viele Leute gekommen sind, um zu helfen.

Das will auch Jürgen Seidel, der Äste zusammensammelt. „Es soll hier vernünftig aussehen. Das ist doch Voraussetzung, dass wir die Fläche einmal vermarkten können“, meint er.

Die Chancen dafür stehen gut. Die Deutsche Hausbau (Dehaba) mit Sitz in Heidelberg hat Pläne für ein „Feriendorf 21“. Beim Einsatz dabei ist am Sonnabend Mitarbeiter Heiko Wermke. Man arbeite mit der Gemeinde zusammen, sagt er. Es gebe einen Kompromiss. Bevor ein Wald entstehe, müsse gerodet werden. Auf der Fläche könnten in zwei Bauabschnitten bis zu 57 barrierearme Lofthäuser in unterschiedlichen Größen entstehen, die über eine Zentraleinheit versorgt werden. „Wir bauen CO2-neutral. Wir verzichten komplett auf fossile Brennstoffe und belasten die Kanalisation nicht mit Regenwasser“, so Wermke. Jetzt müsse der Bebauungsplan aufgestellt werden. Auf jedem Grundstück sollen dann auch wieder ein oder zwei Bäume gepflanzt werden.

„Der Einsatz ist ein voller Erfolg. Das gesamte Gelände konnte beräumt werden. Dafür kann ich nur allen, die geholfen haben, danken. Auch Uwe Möller, der Maschinen und Mitarbeiter gestellt hat“, so der Bürgermeister. Der Investor hatte Getränke und Mittagessen gesponsert. Und so sitzen alle noch ein bisschen zusammen. „Es geht ja auch um den Zusammenhalt“, sagt Kähler. Die Aktion auf dem Gelände ersetze aber nicht den Frühjahrsputz in der Gemeinde.

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