Dabel : Mit Oldtimern in die Winterpause

Ein Horch 830 BK mit V8-Motor, Baujahr 1935. Der schmucke Oldtimer gehört Hans-Werner Stein vom IFA-Verein. In Dabel fuhr ihn Detlef Wartensleben gleich nach einer Hochzeit. Ihm gehört ein B1000-Bus.
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Ein Horch 830 BK mit V8-Motor, Baujahr 1935. Der schmucke Oldtimer gehört Hans-Werner Stein vom IFA-Verein. In Dabel fuhr ihn Detlef Wartensleben gleich nach einer Hochzeit. Ihm gehört ein B1000-Bus.

Beim letztem Familienfest im Feriendorf gibt es schon einen Blick auf 2018. Das DDR-Museum ist bis zum 3. Oktober mittwochs und sonntags geöffnet.

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18. September 2017, 21:00 Uhr

Mit dem Wetter hätten sie in diesem Jahr „leider viel Pech“ gehabt. Das sei weder für die Standbetreiber noch die Besucher angenehm gewesen, ärgert sich Evelin Schmied, Eigentümerin des Dabeler Feriendorfes „Storchennest“. Deshalb war mit den Familienfesten samt Hof- und Trödelmarkt in diesem Monat Schluss. Eigentlich sollten noch zwei im Oktober sein, „doch die haben wir abgesagt. Wir machen lieber im Frühjahr weiter, wenn es blüht“, sagt die von Natur aus fröhliche Thüringerin, die seit 1994 mit ihrer Familie in Dabel lebt. Das DDR-Museum, das es seit dem 1. Mai 2016 auf dem Gelände des Feriendorfes gibt, habe aber bis zum 3. Oktober mittwochs und sonntags von 12 bis 17 Uhr geöffnet. Gruppen könnten bei Anmeldung das ganze Jahr kommen.

Für 2018 soll das Konzept der Familienfeste umstrukturiert werden, kündigt Schmied an. „Wir wollen neue Themen suchen, die es hier bisher nicht gab und sich von anderen in der Region unterscheiden. Bei uns müssen wir keinen Töpfermarkt veranstalten, sondern Nischen finden, die die Leute ansprechen.“ Im Winter sei genug Zeit, darüber nachzudenken. Es müsse natürlich zum DDR-Museum passen.

DDR-Softeis nach Rezept aus Sachsen

„Wir haben ganz viele Stammgäste gewonnen, die nachfragen, wie es weitergeht. Ein Großteil kommt wegen des Essens zu uns, das es auf anderen Trödelmärkten so nicht gibt. Die Besucher verweilen dadurch länger, einige stundenlang“, erzählt Evelin Schmied. „Diese Schiene fahren wir auf jeden Fall weiter.“

Ein Volltreffer sei das DDR-Softeis geworden, das es seit Mai diesen Jahres gebe, vor Ort und auch außerhalb. Der Wagen sei über die Region hinaus unterwegs. „Das schmeckt wie früher, sagen die Leute“, freut sich Schmied. Es sei ein altes Rezept aus Sachsen. Zudem kreiere sie selbst welche mit frischen Produkten aus dem Hausgarten, etwa Minzsofteis oder ganz neu Glühweineis, das schon jetzt lecker schmeckt. Alles selbstverständlich mit einer Originalmaschine aus DDR-Zeiten hergestellt. Das Eis gibt es wie einst in einer Muschelwaffel, und wer möchte bekommt den typischen kleinen Löffel dazu.

Ständig erneuert und erweitert werde auch das Museum, das den Besucher auf eine Zeitreise in den DDR-Alltag mitnimmt. „Es soll keiner sagen, er war schon mal drin und kennt es“, wirbt die Chefin des Hauses. Es gäbe Besucher, die „das fünfte, sechste Mal“ gekommen seien und immer wieder Neues entdeckt hätten.

Das letzte Familienfest des Jahres begleitete erstmals ein Treffen mit Oldtimerfahrzeugen. Das passe bestens zu dem DDR-Museum, so Schmied. Der Crivitzer Wolfgang Spies hatte die Organisation in die Hand genommen. „Wir hatten hier im Frühjahr schon das Thema DDR-Camping mit Wohnwagen und deren Ausrüstung“, sagt er. Bei ihm habe es mit dem Trabant 601 angefangen. Dann sei es mit Wartburg 353 und Trabant-Kübel weitergegangen. Längst habe er auch seine Kinder begeistert. Die Tochter (21) fahre den Kübel, der Sohn (14) habe „diverse Mopeds“. Sein Vater war Kfz-Meister, und dadurch sei er „als Kind hineingewachsen“ in die Welt der DDR-Fahrzeuge. Neben seinem Wartburg in Knallgelb hat er auch einen Queck-Junior mit nach Dabel gebracht.

Sie seien noch eine kleine Gruppe, sagt der Crivitzer. Zu der gehöre auch der Schweriner Heiko Dietl, der passend zu seinem Trabant-Kübelwagen Armeesachen angezogen hat. Fürs erste Mal ist Wolfgang Spieß zufrieden, wie er sagt. Nächstes Jahr soll das Oldtimertreffen noch größer werden und dann am Badestrand gleich gegenüber vom Feriendorf stattfinden, weil dort ein bisschen mehr Platz sei. Dort könnten auch Traktoren aufgefahren werden, und es gebe eine Bühne mit Musik.

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