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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

20. August 2017 | 07:54 Uhr

Trams : Mit neuer Technik auf Maisacker

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Die Wariner Pflanzenbau eG will mit veränderten Abständen den Wasserbedarf der Pflanzen verringern und gleichmäßigere Bestände erzielen.

Bislang hat es auf den Feldern der Wariner Pflanzenbau eG gut geschafft: Von den geplanten 550 Hektar Mais war bis gestern über die Hälfte der Fläche bestellt. Mitte April beginnt die beste Zeit dafür. Vorrang vor dem Termin hätten allerdings die Bedingungen auf dem Acker. Doch die stimmten derzeit ganz und gar, meint der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Daniel Bohl. Der Boden habe die richtige Temperatur und Feuchte. Sonst sei es mitunter günstiger, ein paar Tage abzuwarten oder nach einem kräftigen Regenguss über Nacht zumindest den Vormittag.


Standraum der Pflanzen wird gleichmäßiger


Die Wariner setzen das erste Jahr ihre neue Legemaschine ein. Mit der verringert sich der Reihenabstand von 75 auf 50 Zentimeter. Doch wie zuvor kommen auf einen Quadratmeter acht Körner, auf einen Hektar somit 80 000, denn in der Reihe vergrößert sich der Abstand von ca. 15 auf 25 Zentimeter. Dadurch wird der Standraum der Pflanzen zu
allen Seiten gleichmäßig. Ihr Wasserbedarf sinkt, weil sie den Boden zeitiger beschatten; und es werden Unkräuter unterdrückt. Mais werde „entgegen der landläufigen Meinung“, so Bohl, lediglich einmal mit Herbiziden behandelt. Weitere Pflanzenschutzmittel kämen nicht auf den Acker. Phosphor-Stickstoff-Dünger bringe die Legemaschine in
einem Arbeitsgang mit in den Boden, ca. fünf Zentimeter tiefer und seitlich versetzt zum Saatkorn, damit die sich mit der Zeit bildenden Wurzeln gut herankommen. Der Fachmann spricht von Unterfußdüngung. Im jungen Stadium sei der Nährstoffbedarf der Pflanzen besonders groß.

Den vorherigen, größeren Reihenabstand habe die Erntetechnik verlangt. Die neue Generation von Häckslern arbeite indes mit rotierenden Trommeln, die den Mais reihenunabhängig hineinziehen. Die Ernte erledige ein Lohnunternehmen aus Mankmoos.

Die neue Legetechnik hatte der Agrarbetrieb, der seinen Sitz in Trams hat, voriges Jahr auf 100 Hektar getestet. Allerdings mit wenig Aussagekraft, weil der Ertrag mit 260 Dezitonnen pro Hektar weit unter dem langjährigen Durchschnitt (360 dt/ha) gelegen habe. Von dem veränderten Anbau sind die Wariner dennoch überzeugt.

Für Erwin Buckentin, der den Mais legt, war es anfangs eine Umstellung. „Klar, die Technik ist ganz neu und hat einen Haufen Elektronik. An die muss man sich erst gewöhnen.“ So steuert der Bordcomputer Saatgutmenge und Abstände. „Alles wird genauer. Diese Technik ist eine große Hilfe, aber es ist wie beim Navi im Pkw, da muss man auch noch Auto fahren können.“

Bis zum 1. Mai soll der Mais im Boden sein. In der ersten oder zweiten Woche darauf geht es mit 40 Hektar Hirse weiter. Dazu erhält die Maislegemaschine eine Sätrommel mit kleineren Löchern. Hirse testet der Wariner Pflanzenbau das zweite Jahr. Ihr wird weltweit Zukunft prophezeit, weil sie pro erzeugter Energieeinheit weniger Wasser benötigt als Mais.

Zuckerrüben wurden Ende März/Anfang April gelegt, zarte Pflänzchen zeigen sich schon. 55 Hektar bauen die Wariner selbst an, um die 100 Hektar bestellen sie außerdem für die Nachbarbetriebe in Gustävel, Brüel und Zahrensdorf.

Getreide und Raps seien für diese Jahreszeit sehr weit entwickelt, schätzt Bohl ein. Dem Weizen hatte jedoch der strenge Frost Ende Januar zugesetzt. Wenn es auch nur wenige Nächte gewesen seien, aber ohne Schnee hätten die minus 16 Grad gereicht. „Besonders dort, wo kalter Wind hineinfegte. Vorher war es mild und der Bestand nicht richtig in Winterruhe. Wir mussten bei Wilhelmshof 24 Hektar umbrechen“, so Bohl. Schon im Februar habe die Vegetation des Getreides wieder eingesetzt. Und der Raps steht voll in Gelb, nachdem vor Jahresfrist gebangt wurde, ob er zum Sternberger Landesfest Anfang Mai überhaupt schon blühen wird.

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von
erstellt am 23.Apr.2014 | 16:46 Uhr

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