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Dauerholz Dabel investiert 3,5 Millionen Euro : Mit neuer Anlage dreifache Produktion

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In der Dauerholz AG in Dabel läuft die nächste große Investition auf Hochtouren. Herzstück ist eine neuartige Hightech-Anlage zur Nachbearbeitung des getränkten Holzes.

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erstellt am 07.Nov.2011 | 08:53 Uhr

Dabel | Für die Dauerholz AG in Dabel geht das erste volle Produktionsjahr dem Ende zu, und das "mit hervorragender Marktresonanz", wie Werkleiter Peter Weller feststellt. Gleichzeitig läuft schon die nächste große Investition auf Hochtouren. Herzstück ist eine neuartige Hightech-Anlage zur Nachbearbeitung des getränkten Holzes, die mehrere Produk tionsschritte zusammenfasst. Bislang laufen diese auf getrennten Maschinen, erfordern "viel Bewegung hin und her mit körperlicher Belastung oder monotoner Arbeit", so Weller. Samt Trafo sta tion, Mittelspannungsverteilung, Stapler und Umbauten am Gebäude investiert Dauerholz 3,5 Millionen Euro, nachdem für den Aufbau des Werkes Gelder im zweistelligen Millionen-Bereich flossen.

Das Unternehmen tränkt Kiefernholz bis in den Kern hinein mit Paraffin, damit es die Härte und Haltbarkeit von Tropenhölzern erreicht, überwiegend für Terrassen- und Fußbodendielen, aber auch für Pfosten, Spielgeräte und Parkbänke. Das in knapp zehn Jahren selbst entwickelte, patentierte Verfahren sei weltweit ein malig. "Die Nachfrage war 2011 mindestens doppelt so groß wie die Kapazität", sagt Weller. Die Nachbearbeitung des Holzes habe sich als Nadelöhr erwiesen, während die Tränkanlage erst zur Hälfte ausgelastet sei. Zwischen 4500 und 5000 Kubikmeter Kiefernholz werden am Jahresende verarbeitet sein. Vier Lkw-Ladungen mit insgesamt 150 Kubik metern rollen derzeit jede Woche an. Sie kommen von Sägewerken in Niedersachsen, Hessen, Bayern und Baden-Württemberg. "In MV haben wir leider noch keines gefunden, das uns das Holz so geschnitten und paketiert, wie wir es benötigen. Rundholz, das Forstbetriebe angeboten haben, nützt uns nichts. Doch für ein Sägewerk hier wären die Mengen sicher interessant."

Dauerholz liefert durchweg an den Fachhandel, flächendeckend in Deutschland, zudem in Österreich und der Schweiz. Die Zahl der Händler werde sich bis Jahresende von 60 auf ca. 80 erhöhen, sagt Peter Weller. Die Vorbestellungen für 2012 umfassten schon jetzt mehr als das Doppelte im Vergleich zur dieses Jahr erzeugten Menge.

Mit der neuen Anlage verdreifache sich sich die Produktion. Sie sei nach den Bedürfnissen von Dauerholz konstruiert worden und enthalte technische Besonderheiten, die es so das erste Mal in Dabel gäbe. "Wir sind stolz darauf, dass hier unsere Überlegungen eingeflossen sind", so Weller. Auch beim Aufbau der Anlage von der Weinig-Gruppe aus Tauberbischofsheim, Weltmarktführer bei Holzbearbeitungsmaschinen, seien eigene Mitarbeiter einbezogen. Nicht nur Schlosser und Elektriker, auch künftige Bediener, die sich neben externer Schulung so am besten mit der komplexen Technik vertraut machten, sagt der Werkleiter. Die Subunternehmer kämen ebenfalls aus der Region: Firma Horst Jeske aus Warin für Heizung, Lüftung und Fernwärme, Bau geschäft Michael Kunst aus Mustin für die Maurerarbeiten, aus Dabel Stahlbau Peters für Treppen, Podeste und Lager gerüste und Firma Marx für die Fliesen arbeiten sowie zwei Schweriner Betriebe für Druckluftanlage und Isolierung.

Die Anlage, die beim Transport die Ladefläche von 17 Sattelschleppern füllte, nimmt eine Fläche von 60 mal 18 Metern ein, wird komplett von Computern gesteuert und ist auch sicherheitstechnisch auf dem höchsten Standard. "Das ist für uns ein Quantensprung", zeigt sich selbst der Werkleiter beeindruckt. In einer Schicht werden sechs Mitarbeiter daran arbeiten. Ende November ist die Inbetriebnahme geplant, zu Jahresbeginn die volle Leistung. Neben der Kapazität wachse die Effizienz deutlich. "Wir holen das aus dem Holz heraus, was möglich ist, der Abfall durch Schadstellen verringert sich auf ein Minimum", betont Peter Weller, dämpft aber Erwartungen, dass mit sinkenden Produktionskosten die Verkaufspreise zurückgehen. "Wir müssen rationeller produzieren, um gestiegene Beschaffungskosten aufzufangen und wirtschaftlich tragfähig zu sein. Das Produkt wird in keiner Form subventioniert wie etwa Photovoltaikanlagen. Der Preis ist vergleichbar mit Tropen- und anderen modifizierten Hölzern im Fachhandel."

Wenn die Anlage kommendes Jahr in zwei Schichten laufe, rechne Dauerholz mit weiteren sechs bis zehn Mitarbeitern. Derzeit seien es 46 in Dabel sowie zehn in Hamburg für Marketing und Vertrieb.

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