zur Navigation springen
Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

17. August 2017 | 13:44 Uhr

Warin : Mit neuem Standbein auf Märkten

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Die Syringa Gartenbau GmbH Warin bietet neuerdings ganzjährig frische Kräuter an. Dabei hat der Betrieb eine schwierige Finanzlage zu meistern.

Rund 5000 Tomatenpflanzen sind bis Ende März ins Gewächshaus gekommen. Die frühen Sorten haben schon 60 Zentimeter erreicht, setzen die ersten Blüten an. Anfang Juni rechnet Clemens Thiele, Produktionsleiter der Syringa Gartenbau GmbH in Warin, mit dem Erntebeginn. Im Juli gehe es richtig los mit knapp 30 Sorten in verschiedensten Farben und Formen, in Rot, Gelb bis hin zu Schwarz, rund, oval, länglich oder klein im Cherryformat. Dann gäbe es auch wieder Zwei-Kilogramm-Mixkörbe, die eine Auswahl mehrerer Sorten enthalten. „Die liefen voriges Jahr auf der MeLa richtig gut. Die Leute wollen mal durchprobieren“, so Thiele.

Derzeit gehen vor allem selbst erzeugte Kräuter und Stauden über die Verkaufstische, nachdem Primeln wie Stiefmütterchen „durch sind“ und bis zu Balkon- und Beetpflanzen sowie Gemüsejungpflanzen noch etwas Zeit bleibt. Die kämen kurz nach Ostern hinzu, zunächst für Gewächshäuser und Folienzelte von Hobbygärtnern.


Schnittfenchel für Salate, Fisch und Quark


Kräuter und Stauden bildeten gewissermaßen den Übergang. Erstere wollen die Wariner nun ganzjährig anbieten, sowohl frisch als auch in kleinen Töpfen – ob Schnittlauch, Petersilie, Schnittfenchel, Rosmarin, Thymian, mehrere Sorten Minze oder Dill, Brunnenkresse und Basilikum. Der Schnittfenchel brauchte ein Jahr Vorlauf, musste heranwachsen, kann nun aber ständig geerntet werden. „Er ist nicht so intensiv wie Dill, leicht süßlich im Geschmack und zum Abschluss mit einer Anisnote, er passt gut zu frischen Salaten, Fisch und Quark“, empfiehlt der Gartenfachmann.“ Auf dem Markt in Schwerin würden sich Kunden regelmäßig zwei Bund holen, „und dann sind sie weg“, erzählt Thiele schmunzelnd. Der Großhandel in Rostock gehöre ebenfalls zu den Abnehmern und beliefere damit vor allem Fischgaststätten bis zum Darß.

Einen eigenen Stand hat Syringa mittwochs und freitags auf dem Schweriner Schlachtermarkt, freitags auf dem Friedenshof in Wismar und seit diesem Jahr auf dem Wochenmarkt mittwochs in Sternberg. „Die Leute, die auf den Markt gehen, wollen wie früher Frisches für den täglichen Gebrauch kaufen, vom Gärtner um die Ecke selbst produziert“, meint Thiele. „So sind wir darauf gekommen, das Sortiment gerade in diese Richtung zu erweitern und neue Wege zu gehen.“ Der Anteil von Blumen sei geringer geworden. „Alles schaffen wir nicht, und wir können auch nicht mit den Preisen von Supermärkten und Discountern mithalten“, räumt Thiele ein. Bei Blumen spiele die Frische nicht ganz die Rolle wie etwa bei Kräutern. Wo vorher Gerbera heranwuchsen, kamen die Tische weg und wurden durch ein Röhrensystem ersetzt, das Wasser und Düngestoffe auf das Genaueste dosiert. Daneben wird im Grundbeet und in Töpfen produziert. Stauden, wie Phlox, Frauenmantel, Stockrosen oder mehrere Gräser, „ein Riesensortiment“ für die beginnende Freizeitbetätigung in den Gärten, würden ebenfalls in eigenen Gewächshäusern erzeugt.

Um auch den Winter über Beschäftigung zu sichern, will der Gartenbaubetrieb künftig mehr aus den Gewächshäusern selbst verarbeiten und auf den Märkten anbieten. So sind gelber Tomatensaft, Ketchup, Soßen und Fenchelpesto in Vorbereitung. Das Sortiment solle den Jahreszeiten entsprechend wechseln, um „als Gartenbetrieb ständig interessant zu bleiben“, wie es der Produktionsleiter ausdrückt.

Dabei muss Syringa eine schwierige finanzielle Situation meistern. „Etwa die Hälfte der Gesellschafter hat sich überhöht auszahlen lassen, nachdem jahrelang nicht sinnvoll investiert wurde“, erklärt Thiele. Das fehlende Geld schmerze, zumal die Energiekosten eine Schwindel erregende Höhe erreicht hätten. Deshalb habe Syringa das Haus am Mühlentor verkauft und die Geschäfte in Sternberg und Neukloster aufgegeben. In Warin sei erzählt worden, „dass es uns gar nicht mehr gibt“, sagt Geschäftsführerin Meike Bethge traurig. Der Verkaufsladen kam zur Miete in der ehemaligen Schlecker-Filiale unter, „und wir bieten auch weiter die Dekoration für Familienfeiern und Bestattungen“, betont sie. „Es ist ein Traditionsbetrieb, der fast 60 Jahren besteht.“ Bethge und Thiele denken nicht ans Aufgeben. Es ginge auch um 13 Arbeitsplätze, „für Warin eine ganze Menge“, wie die Geschäftsführerin findet. „Und wir würden gern wieder weitere Mitarbeiter einstellen.“

Nächste Woche kommen erst einmal die Gurkenpflanzen ins Gewächshaus.

 

 

zur Startseite

von
erstellt am 15.Apr.2014 | 16:33 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen