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Vielfältige Symbole im Sternberger Seenland : Mit Glücksbringern in das Jahr 2013

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"Öwerglöwsch sünd wi gor nich. Wi faten man blot giern eins den Schonsteinfeger an sien Jack." Wer von uns hat das nicht schon mal gerne getan. Denn das Anfassen des Schwarzen Mannes soll bekanntlich Glück bringen.

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erstellt am 30.Dez.2012 | 05:23 Uhr

Sternberg | "Öwerglöwsch sünd wi gor nich. Wi faten man blot giern eins den Schonsteinfeger an sien Jack." Wer von uns hat das nicht schon mal gerne getan, wurde er des Schornsteinfegers ansichtig. Denn das Anfassen des Schwarzen Mannes soll bekanntlich Glück bringen.

Ein neues Jahr steht vor der Tür - und damit Zeit, sich gegenseitig Glück zu wünschen. Und wie könnten wir das wohl besser, als auf althergebrachte Glücksbringer zurückzugreifen? Zu denen natürlich auch das Glücksschwein gehört. Von diesen Exemplaren hat Volker Krüger, 38, in Kobrow mehrere in seinem Stall stehen. Dick und rund gemästet, stehen sie, begrüßen die Besucher als willkommene Glücksboten. Und nehmen am Ende ihres Lebens, nach acht bis zehn Monaten, doch ihr unausweichliches Schicksal in Pfanne und Räucherkammer an.

Zu den bekannten Glücksbringern gehört auch das Hufeisen in der Schmiede. Klaus Adjinski vom Museumsdorf Kobrow weiß mit diesem gebogenen Laufeisen für Pferde gut umzugehen. Und kennt dessen glücksbringerische Fähigkeiten genau. "Der Pferde-Laufschuh hat meiner Familie bereits in diesem Jahr viel Glück beschert", ist zu hören. "Denn anlässlich des 60. Geburtstages meiner Frau bekam sie eine Reise mit dem Traumschiff ,Aida Blue’ geschenkt, die uns nach Ägypten, dem Oman, Abu Dhabi und Dubai führte. Eine Traumreise mit Glücksgefühlen pur." Und natürlich wünscht sich Klaus Adjinski, dass das Glück anhalte. Er teile aber gerne etwas von diesem Gefühl mit seinen Mitmenschen. Zum Beispiel mit den Arbeitslosen, die auf Arbeit hoffen. "Denn hier gibt es kaum Fortschritte; hier müsste sich der Staat mehr einbringen." Denn die meisten der Betroffenen seien vom gesellschaftlichen Leben abgekoppelt. "Und ich denke da vor allem an die Hartz-IV-Mütter und die Geschichte mit dem Erziehungsgeld. Oder besser: mit der Herdprämie." Und dann wünscht der 74-Jährige dem Förderverein Sternberger Seenplatte, dass dieser noch lange am Leben bleibe.

Im Garten von Karen Kankowski in Hohen Pritz und von Familie Beyer in Witzin wachsen große und blau-lila-farbige Exemplare von Glücksklee. Auf die beide Familien schwören.

Viele Gartenbesitzer schwören auch auf Kirschzweige, die sie sich am St.-Barbara-Tag am 4. Dezember schneiden und in die Vase stellen. Wenn diese zu Weihnachten erblühen, soll das in der Zukunft Glück bringen. Und das Blühen verheiße Schönheit und Verstand. Dieser Glücksbrauch geht auf Barbara, die Tochter des reichen Dioskuros von Nikomedien, zurück, der seine Tochter Barbara köpfen ließ, als sie von Johannes dem Täufer getauft wurde und somit zum Christentum übertrat. Die Hl. Barbara soll auch Sterbende begleiten, und sie ist die Patronin der Bergleute. Jeder Zweig steht für einen ihrer Verehrer.

Im Judentum gibt es ein Glückssymbol, ähnlich wie ein Wappen gestaltet, das sich die "Hand Elias’" (Jad Elijahu) nennt. Dieses Symbol bedeutet "die Hand Gottes", die über jedem Hause wacht. Es ist der Haussegen (Aaronitischer Segen) für alle jüdischen Familien, "auf dass Speise, Trank und Wasser nie ausgehen und jeder, der kommt und geht, gesegnet sein möge".

Eine alte pommersche Tradition ist das Basteln von Advents-Rosen. Dabei wird ein Glaslicht gestaltet, d. h. es werden Quadrate aus grünem und rotem Seidenpapier geschnitten, gerollt und angeklebt. Dazu erklingt das Lied "Es ist ein Ros’ entsprungen …" Diese Tradition stammt aus Salem-Köslin bei Stettin aus dem Diakonissen-Mutterhaus von Eva von Thiele-Winkler, wo letztere eine Erziehungsanstalt mit Waisenkindern betreute.

Bezirksschornsteinfegermeister Andreas Stoecker erklärt zum Symbol seiner Zunft: "Früher hat der Schwarze Mann die Leute vor Feuer und Kaminbrüchen beschützt; daraus entstand der Aberglaube an den Schornsteinfeger."

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