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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

21. November 2017 | 09:26 Uhr

Sternberg : Mit frischen Karpfen ins neue Jahr

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Auf den Fischereihöfen der Region gibt es den erwarteten Andrang. Der Trend zu portionierten Stücken hält an.

svz.de von
erstellt am 30.Dez.2015 | 14:22 Uhr

Es ist ein ständiges Kommen und Gehen, zeitweilig bildet sich sogar eine kleine Schlange – die Fischer in Sternberg und Dabel haben wieder Hochbetrieb. Zu Weihnachten sei der noch größer, sagt Jörg Rettig, Inhaber der Seenfischerei in der Sternberger Seestraße, als es Mittwochvormittag für einen Moment etwas ruhiger zugeht. Das Geschäft am Jahresende, das für die Betriebe immens zähle, teile sich etwa in zwei Drittel vor Weihnachten und ein Drittel zu Silvester. „An den Weihnachtstagen kommt meist die ganze Familie zusammen. Da werden auch größere Karpfen gekauft und außerdem mehr Räucherware als jetzt“, stellt Rettig seit Jahren fest.

Die dicken Brocken von Stammkunden bestellt

Das Gewicht der Karpfen aus dem See reichte bis zwölf Kilogramm. Die meisten dieser dicken Brocken bekämen gleich einen Namen, sobald sie aus dem Wasser sind, erzählt der Fischer schmunzelnd. Vor allem Stammkunden würden sich solche Karpfen jedes Jahr bestellen. Bei den ungewöhnlich milden Temperaturen sei das Fischen mit dem Zugnetz in diesem Jahr allerdings problematisch gewesen, weil die Fische anders als bei Kälte zu mobil waren. „Mit dem Stellnetz hat es besser geklappt. Der Aufwand war ein bisschen größer, doch am Ende haben wir genug gefangen“, erklärt Rettig.

Zu Silvester behalte Frischfisch klar die Oberhand und nach wie vor Karpfen, obwohl auch Forelle, Saibling oder Lachsforelle gern gekauft werden sowie gelegentlich Wels und Stör. Diese Fische kauft Rettig zu, Hecht holt er selbst aus dem See. Den empfehle er zur Abwechslung auch gern. „Der schmeckt gekocht mit Meerrettichsoße richtig gut“, meint der Fischer. Meist werde Hecht jedoch gebraten.

Bei Karpfen setze sich der Trend fort, ihn in portionierten Stücken ohne Kopf und Schwanz zu kaufen. „Meiner Frau gefällt das gut“, bestätigt Rüdiger Peters, der Schmied aus Kobrow, nimmt aber Köpfe dazu. „Die teilen wir in der Mitte und braten sie, da bleiben nur die Knochen“, so
Peters. Die Stücke kämen als Karpfen blau auf den Tisch.

Eigentlich nehmen sie lieber einen ganzen Fisch von Kopf bis Schwanz, sagen Helga und Dieter Moll aus Neu Pastin. Am Kopf seien „schöne Happen dran“, findet Letzterer. Doch gestern entschieden sich die Neu-Pastiner einmal für portionierte Stücke, „weil wir jetzt am Jahreswechsel weniger Leute zum Essen sind“, fügt die Ehefrau hinzu.

Wer keinen großen Karpfen schafft, habe eben die Möglichkeit, Stücke davon zu kaufen, sagt auch Fischer Andreas Frischke, der sein Domizil an den Karpfenteichen hat. Denn je größer, desto schmackhafter sei der Fisch. Das Aroma werde „immer besser“. Zudem würden die Gräten größer und damit leichter zu entfernen sein. „Wer einmal einen großen Karpfen hatte, möchte keinen kleinen mehr“, ist Frischke überzeugt.

Die aus dem Teich bringen um die drei Kilogramm auf die Waage. Rund 500 Stück hat der Sternberger Ende Oktober abgefischt. Die würden trotz eines durchwachsenen Sommers „gut aussehen“. Hinzu komme „ein Schwung“ aus den Oberen Seen. Die dicksten Brocken seien bis acht Kilogramm schwer gewesen, doch auch bei ihm bereits zu Weihnachten weggegangen.

Schon Heiligabend habe es bei ihnen Karpfen gegeben und als Alternative Würstchen, weil nicht jeder von den Kindern Fisch esse, erzählen Gabriele und Siegmund Plaszczyk aus Brüel. Silvester werde der Karpfen bei ihnen immer gebraten. Dazu gäbe es Kartoffelsalat „nach einem uralten Rezept selbst hergestellt“, erklärt die Brüelerin. „An dem Tag sind wir allein beim Essen.“

Bei einigen Rezepten Fisch ohnehin geteilt

Das Tier ist ausgenommen, der Kopf abgeschnitten. „Wir verkaufen ganze Karpfen, richten sie aber so her, wie es der Kunde wünscht“, ist auch die Devise bei Frischkes. Der Verkauf in Stücke habe bei ihm ebenfalls merklich zugenommen. „Bei einigen Rezepten wird der Fisch ohnehin geteilt, da können wir das gleich machen.“ Und gerade ältere Kunden würden einige Stücke blau zubereiten und was sie nicht schaffen, sauer einlegen. Dann hätten sie mehrere Tage was von dem Karpfen. Manche nehmen gern den Laich und braten ihn mit Zwiebeln.

Frischkes essen im neuen Jahr mit Freunden traditionell Karpfen. „Da sitzen zehn Leute am Tisch. Wir brauchen zehn Kilogramm, und da bleibt nichts übrig.“ Doch erst einmal wird auf den Fischereihöfen bis heute Mittag frischer Karpfen verkauft.

 

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