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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

20. Oktober 2017 | 18:20 Uhr

Warin : Mit Förderung gebaut wie noch nie

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Der Wariner Bürgermeister Michael Ankermann antwortet auf Fragen der SVZ zum vergangenen Jahr und zu 2017.

von
erstellt am 02.Jan.2017 | 16:35 Uhr

Der Jahreswechsel ist der Zeitpunkt für eine Rückschau und einen Ausblick – diesmal auf 2017. Redakteur Rüdiger Rump stellte seine Fragen dem Wariner Bürgermeister Michael Ankermann.

Wurde in Ihrer Amtszeit als Wariner Bürgermeister jemals so viel innerhalb eines Jahres gebaut wie 2016?
Nein, 2016 war das absolute Spitzenjahr der großen Baumaßnahmen. Zwar haben die Stadtvertretung, die Verwaltung und auch ich von Anbeginn meiner Amtszeit die Ärmel hochgekrempelt und viele Straßen sicherer und bequemer und die Stadt Stück für Stück attraktiver gemacht. Wirklich vieles ist geschaffen und verbessert worden, wenngleich man nie fertig ist. Auch in den nächsten Jahren bleibt viel zu tun. Aber etliche der großen und kostenintensiven Projekte haben wir in der aktuellen Förderperiode umgesetzt. Ich denke an die Grundschule, die Ernst-Lübbert-Straße, die beiden Maßnahmen in Klein und Groß Labenz oder den August-Cords-Park. Weitere Projekte befinden sich im Endstadium der Bearbeitung, zum Beispiel die alte Turnhalle oder das Strandhaus.

Nächstes Jahr folgt mit dem Kita-Neubau ein weiteres Großvorhaben, für das die Stadt neben Fördermitteln auch einen beträchtlichen Kredit benötigt. Können Sie da noch ruhig schlafen?
Im nächsten Jahr kommt nicht nur der Neubau einer Kita auf dem ehemaligen Penny-Gelände. Natürlich ist so ein modernes Gebäude nicht umsonst zu haben. Aber auch hier haben wir Fördermittel in Größenordnung eingeworben. Am 18. Februar wird mir die Landrätin Kerstin Weiss auf dem Jahresempfang der Stadt Fördermittelschecks von knapp 1,5 Millionen Euro für den Kita-Neubau überreichen. Zudem übergebe ich bei dem Empfang der freiwilligen Feuerwehr eine neue Drehleiter. Auch deren Kauf ist mit erheblichen Fördermitteln zum Beispiel des Innenministers ermöglicht worden.
Es kommt doch nicht wirklich darauf an, wie ich schlafe. Als Bürgermeister kann ich die Dinge nicht einfach so laufen lassen. Das ist jedenfalls nicht mein Amtsverständnis. Die Bürger dürfen erwarten, dass sich Stadtvertreter und Bürgermeister, aber auch die Ausschussmitglieder, für ihre Stadt einsetzen. Mir ist wichtig, dass sich die Wariner darauf verlassen können. Überschlägig haben Fördermittelgeber bei förderfähigen Baumaßnahmen in Warin auf
jeden Euro einen weiteren Euro gelegt. Darauf können wir stolz sein.

Seit Jahren fragen wir am Jahresende nach ehemaligem Krankenhausgelände, Amtsgericht und Mühlenbruchscher Schenkung. Es gab Interessenten und Absichtserklärungen, aber tut sich endlich was?
In der Stadtvertretung gab es im Oktober einen Antrag, unter anderem die Mühlenbruchsche Schenkung zu versteigern. Ich habe die Stadtvertreter gebeten, mir bis zur nächsten Sitzung Aufschub zu geben, da wir uns in Verkaufsgesprächen befanden. In der Dezembersitzung haben wir dann den Verkauf der Mühlenbruchschen Schenkung beschlossen. Ich bin froh, dass das Gebäude saniert und einer Nutzung zugeführt wird. Neben der alten Grundschule und der Turnhalle in der Schulstraße bleibt uns damit ein geschichtsträchtiges Stück des alten Warin erhalten. Auch mit dem Krankenhausgelände sind wir ein großes Stück weiter gekommen. In etlichen Vorgesprächen haben uns die zuständigen Umwelt- und Denkmalschutzbehörden zugesagt, dass eine behutsame Veränderung des Grundstückes, eine Bebauung mit Ferienhäusern, möglich ist. Dies war keineswegs selbstverständlich, handelt es sich bei dem Areal doch um das Gelände, auf dem sich Reste der alten Bischofsburg, des Burggrabens und ein mittlerweile schützenswerter Baumbestand befinden. Weil die genannten Behörden mit Augenmaß handeln, wird es zu positiven Veränderungen kommen. Dazu trägt auch bei, dass die Investoren nach wie vor „Gewehr bei Fuß“ stehen. Das ist nach so vielen Jahren nicht selbstverständlich, und ich bin sehr froh darüber. Um es auf dem Punkt zu bringen, ich bin zuversichtlich, dass wir 2017 mit Fördermitteln mit den ersten sichtbaren Baumaßnahmen beginnen können. Und dann werden wir auch über das Amtsgericht reden.

Urlauber und Einheimische beklagen fehlende Radwege rund um Warin. Die kann nicht die Stadt bauen, doch wie will sie für Touristen insgesamt attraktiver werden?
Ja, mit dem Radwegebau läuft einiges schief, das ist wohl wahr. Nicht nur, dass der straßenbegleitende Radweg an der B 192 seit Jahrzehnten auf sich warten lässt, auch der Radweg entlang der L 031 verschwindet auf sonderbare Weise von der Prioritätenliste zu Gunsten eines dritten gebauten Radweges in ein und derselben Region in Ostseenähe. Ich kann gut verstehen, wenn sich die Mitglieder der Radweginitiative verärgert die Augen reiben, wenn sie die Protokolle des Bauausschusses des Landkreises Nordwestmecklenburg lesen. Seit Dezember hat sich auch der Amtsausschuss dieses Problems angenommen. Ich werde mit dem Bürgermeister von Bibow sprechen, damit wir Beschlussvorlagen in die Stadt- und Gemeindevertretung bringen, um hier der Verwaltung Handlungsstränge vorzugeben.

Nach einer Übersicht, die SVZ Anfang Dezember veröffentlichte, kommt die Grundschule Warin nicht auf die geforderte Zahl von mindestens 20 Erstklässlern. Sehen Sie die Grundschule in Gefahr?
Eine dauerhafte Gefahr für die Grundschule sehe ich nicht. Natürlich lügt die Statistik nicht, aber sie spiegelt eben auch nur eine Momentaufnahme wider. Der Baufortschritt in den neuen Wohngebieten bringt Familien nach Warin. Auch Umlandkinder besuchen unsere Grundschule. Die Rahmenbedingungen sind nahezu perfekt, Grundschule, Sporthalle, mit dem Neubau dann zwei Kitas in unmittelbarer Nähe, ein aktiver Schulverein und das alles nicht in einer Großstadt, sondern beschaulich und übersichtlich in Warin. Besser kann man sich doch eine Schulkindheit nicht vorstellen. Oder?

Wie aktuell ist in dem Zusammenhang die Überlegung, die fünften und sechsten Klassen von Neukloster nach Warin zurückzuholen und was halten Sie als Bürgermeister davon?
Ich halte den Gedanken grundsätzlich für gut. Vorab wäre zu prüfen, ob die Raum- und die Lehrerkapazität einer solchen Veränderung standhalten. Problematischer aber dürfte sein, dass die Umsetzung über den Kreistag erfolgen muss. Da stellt sich dann für mich die Frage, ob man im Kreistag die erforderlichen Mehrheiten zu Stande bringt, um die Grundschule in Warin zu stärken.

Worin bestehen aus Ihrer Sicht im neuen Jahr die größten Herausforderungen für die Stadt?
2017 wird das Jahr des Leitbildgesetzes, nach dem sich alle Städte und Gemeinden selbst einschätzen müssen, ob sie „überlebensfähig“ sind. Dies wird sicher spannend und aufwändig, aber besorgt bin ich um Warin nicht. 2017 wird auch das Jahr, in dem alle letzten Entscheidungen der Stadtvertretung zum Ende der Förderperiode getroffen werden müssen und in dem gleichzeitig Haushaltsdisziplin geübt werden muss. Denn auch die Mittel der Stadt sind nicht unerschöpflich. Jeder Einzelne kann aber dazu beitragen, dass die Stadt schön und attraktiv ist und dass nicht unsinnige Ausgaben Geld verschwenden. Ein Beispiel: Jeder weiß, eine alte Kücheneinrichtung kann bequem über die Sperrmüllabfuhr entsorgt werden. Dies belastet weder den privaten noch den städtischen Haushalt. Aber es gibt Zeitgenossen, die ihre alte Küche lieber bei Nacht und Nebel heimlich neben den Glascontainer stellen oder in den Wald bringen. Dann muss die Stadt für die Entsorgung aufkommen. Das ist Arbeitszeit der Stadtarbeiter, die Geld kostet, das ist der Betrieb von Kraftfahrzeugen, Kraftstoff und Abnutzung, auch das kostet Geld und schließlich sind das Containerkosten. Dies alles schmälert den Haushalt, das Geld steht für andere Zwecke nicht zur Verfügung. Und es ist eben leider nicht nur eine Küche, es sind auch Sessel, Matratzen, Autoteile, Aquarien, Fernsehgeräte, Bauschutt und vieles mehr.

Was sind Ihre persönlichen Wünsche für das neue Jahr?
2017 wünsche ich mir für die Bürgerinnen und Bürger unsere Stadt, für Familie und Freunde Glück, Gesundheit und Wohlergehen. Ich wünsche mir ein waches Auge eines Jeden für Zusammenhänge, Menschlichkeit und Freundlichkeit im Miteinander und Sicherheit und Frieden im Großen wie im Kleinen.
 

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