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Wamckower Azubi zum Leistungspflügen : Mit Ehrgeiz zum zweiten Anlauf

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Jens Beckereit von Gut Wamckow will beim Leistungspflügen am Sonnabend in Banzkow besser abschneiden als im Vorjahr.

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erstellt am 14.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Der Ehrgeiz hat ihn gepackt, verrät er lächelnd. Jens Beckereit von Gut Wamckow nimmt zum zweiten Mal am Leistungspflügen der Bauernverbände Parchim, Ludwigslust und Nordwestmecklenburg teil, das am Sonnabend ab 10 Uhr in Banzkow stattfindet. Er wolle nach dem „mäßigen Abschneiden“ im Vorjahr zeigen, dass er es besser kann. Die meisten Punkte hatte ihn die Überschreitung der Zeitvorgabe gekostet.

Dort auf einem vorgegebenen Trapez zu pflügen, sei völlig ungewohnt, und das noch mit einem Fünf-Schar-Pflug aus einem anderen Betriebsteil. „Das wäre hier bei uns zu klein, die Flächenleistung reicht nicht.“ Zudem komme es darauf an, die Parzelle so auszumessen, dass beim Pflügen die Bahnen passen, sowie die Technik für die unterschiedlichen Tiefen, in denen gepflügt wird, einzustellen. Abweichungen über die zulässige Toleranz würden gnadenlos geahndet.

Zeit zu üben, blieb allerdings so gut wie gar nicht. Vorige Woche mit der Berufsschulklasse auf Fahrt, jetzt wieder Schule und lernen für die Vorprüfungen, die gestern begannen. Der Termin des Pflügerwettbewerbs sei ungünstig. „Doch jetzt weiß ich schon, wie alles abläuft, wie ich die Technik einstellen muss“, macht sich der 21-Jährige, der sein drittes Lehrjahr absolviert, selbst Mut.

Der Betrieb biete den jungen Leuten alle Möglichkeiten der Ausbildung an, unterstütze daher auch gern die Teilnahme am Leistungspflügen, sagt Eckhard Muckermann, Verantwortlicher für Pflanzenbau im Gut Wamckow. Melvin Herbst, ebenfalls im dritten Lehrjahr, wurde dort 2015 Zweiter. Jetzt seien ihm allerdings „die Prüfungen wichtiger“, wie er sagt. Dass er sich nach der ausgezeichneten Platzierung im Vorjahr diesmal fast nur verschlechtern könnte, sei nicht der Grund. „Darüber habe ich gar nicht nachgedacht. Die Teilnahme war jedenfalls eine Erfahrung wert. Wenn ich nächstes Jahr die Möglichkeit hätte, wäre ich durchaus wieder dabei.“

Jens Beckereit startet mit einem Drehpflug. Dieser hat unten und oben Schare. Am Ende der Bahn werden die von oben nach unten gedreht und es geht in der soeben gezogenen Furche zurück. Beim Beetpflügen dagegen gibt es nur auf einer Seite Schare, mit denen ein immer größer werdendes Viereck gezogen wird.

Zu Hause ist der junge Mann bei Bremerhaven. Durch persönliche Kontakte gelangte er nach Wamckow und machte zunächst ein Praktikum über drei Monate. Und es habe ihm zusagt. Das vorher ein Monat bei einem Architekten sei ihm „zu künstlerisch“ gewesen,
habe wenig mit Häusern zu tun gehabt. Nach der Ausbildung wolle er Agrarökonomie studieren, „mal andere Betriebe kennen lernen und gern wiederkommen“, hatte Beckereit in einem Gespräch vor knapp einem Jahr gesagt. Nunmehr habe er sich entschlossen, ein Auslandsjahr dazwischen zu schieben. Bis zum Winter wolle er weiter im Gut arbeiten und dann für fünf Monate nach Australien gehen, wenn es dort schön warm sei. „Vier Monate arbeiten und in der Zeit Geld verdienen, um einen Monat reisen zu können“, schwebt ihm vor. Danach soll es ebenso lange nach Kanada gehen. Die USA seien auch eine Option, aber das Visum sei schwerer zu bekommen und teuer. Der junge Landwirt möchte berufliche Erfahrungen sammeln, Land und Leute kennen lernen und sein Englisch verbessern. Zumal das bei der Arbeit sich unterscheide von dem in der Schule Gelernten. Erste Kontakte gebe es, doch fest sei bislang nichts.

Nach insgesamt zehn Monaten will der junge Mann rechtzeitig zum Studienbeginn 2017 zurück sein. Er habe die Fachhochschule in Rendsburg ins Auge gefasst, aber noch sei alles offen. Erstmal geht der Blick zum Leistungspflügen sowie zu den Prüfungen im
Juni und Juli.

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