Sternbergin in Not : Mit drei Kindern seit Wochen ohne Strom

Cindy Wirkus, Mutter von drei Kindern, muss seit über einem Monat ohne Strom auskommen. Die voran gegangene Geschichte erzählt die junge Frau so:

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21. September 2012, 06:24 Uhr

Sternberg | Cindy Wirkus, Mutter von drei Kindern, muss seit über einem Monat ohne Strom auskommen. Das heißt u.a. für die beiden Schulkinder im Alter von acht und neun Jahren: Morgens im Dunklen aufstehen und frühstücken. Die Mutter kann nicht kochen, auch der Kühlschrank, in dem Medizin für die Frau aufbewahrt werden müsste, benötigt Strom. "Da ist kein Stück Normalität mehr im Haushalt", so die junge Frau, die ein weiteres Kind im Alter von zwei Jahren hat. Ihr fließen die Tränen, als sie das erzählt. Nur gut, dass ihre Eltern im gleichen Haus wohnen, sagt sie.

Die voran gegangene Geschichte erzählt die junge Frau so: Ihr Lebenspartner habe sich von ihr getrennt. Sie habe sich darauf verlassen, dass er nach dem Auszug aus der Wohnung statt Unterhalt weiter den Strom von seinem Konto bezahlt. Doch am 14. August habe der Energieversorger Wemag den Strom abgeklemmt. Cindy Wirkus sagt, sie hätte vorher keine Warnung erhalten.

Die Sternberger Mutter wandte sich an das Jobcenter und stellte nach eigenen Worten am 20. August einen Antrag auf ein Darlehen. Lange habe es gedauert, bis sie von dort einen Bescheid erhalten hat. In der Post war aber nur zu lesen, dass noch Papiere fehlen. Am 13. September erhielt die Frau dann allerdings doch, wie sie sagte, die Mitteilung einer Mitarbeiterin im Sternberger Jobcenter, dass die Behörde das Darlehen vergibt und die Energieschulden bei der Wemag begleicht. Als Cindy Wirkus wenige Tage später beim Stromversorger anrief, erfuhr sie, das Geld sei immer noch nicht eingegangen. Sie sollte eine weitere Woche warten. Es fehle im Jobcenter noch eine Unterschrift.

"Mir platzt jetzt der Kragen", sagt sie. Und betont zugleich, dass sie mit den Mitarbeitern der Leistungsabteilung im Jobcenter in Sternberg zufrieden ist. Die würden aber den ganzen Ärger abfangen für das, was in einer anderen Abteilung passiert. Angesichts der Situ ation wandte sich die junge Frau an die Schweriner Volkszeitung. SVZ konfrontierte die Verantwortlichen im Jobcenter am Mittwoch mit dem Fall. Das Ergebnis: Der jungen Mutter wird jetzt offensichtlich geholfen.

"Aus dem verantwortlichen Fachbereich am Standort Sternberg wurde mir mitgeteilt, dass zwischenzeitlich eine abschließende Entscheidung getroffen worden ist", so Kornelia Kisselbach, Bereichsleiterin Leistungsgewährung im Jobcenter Ludwigslust-Parchim. "Bearbeitungsfehler oder nicht vertretbare Verzögerungen kann ich aus den mir vorliegenden Informationen nicht erkennen." Frau Wirkus sei wiederholt aufgefordert worden, erforderliche Unterlagen einzureichen. Diese fehlen laut Jobcenter teilweise immer noch. Dennoch sei zur Gewährung des Darlehens ein Einvernehmen erzielt. "Sowohl Frau Wirkus und der Stromversorger sind informiert", teilte Kornelia Kisselbach mit.

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