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Warin: Vom Trainingsplatz in die Öffentlichkeit mit dem Hund : Mit dem Vierbeiner zum Einkauf

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Die Kunden staunten über die Ansammlung von Hunden am Sonnabend vor dem Wariner Einkaufszentrum. Kastirke, die eine Schule für Hunde betreibt, achtet darauf, dass die Tiere Abstand haben.

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erstellt am 28.Mär.2011 | 12:55 Uhr

Warin | Die Kunden staunten nicht schlecht über die Ansammlung von Hunden am Sonnabend vor dem Wariner Einkaufszentrum. Die waren in langer Reihe an Pollern angebunden und ihre Besitzer außer Sichtweite, so als würden diese ihren Einkauf erledigen. Helga Kastirke, die eine Schule und Pension für Hunde
betreibt, achtet darauf, dass die Tiere ausreichend Abstand haben. Es geht darum, dass sie sich bei dem ständigen Kommen und Gehen vor den Läden ruhig verhalten, "egal ob stehend, sitzend oder liegend". Letzteres sei bei dem kalten Boden gar nicht so günstig, meint die Fachfrau, denn der Einkauf dauere schnell mal eine halbe Stunde. Als Kastirke feststellt, dass sich die Vierbeiner nach ihren Vorstellungen verhalten, wird der Standort gewechselt.

Knapp zehn Hundefreunde aus der ganzen Region wollen unter Beweis stellen, was ihre Lieblinge seit Oktober vorigen Jahres gelernt haben. Da hatte der Hundesportverein Warin eine Welpen- und Junghundegruppe gegründet. Seitdem wird sonnabends geübt. "Wer kommen will, muss nicht Mitglied des Vereins sein", sagt Ausbildungswart Herbert Kasten. Es ist lediglich ein geringer Unkostenbeitrag für den Tag zu zahlen. Das Training steht für alle Rassen offen - derzeit reicht die Größe vom Jack Russel bis zum Germanischen Bärenhund. Es sind schon Fortgeschrittene etwa wie beim Tanzkurs. Als richtig ausgebildet gelten dann jene, die zum Beispiel bei geöffneter Box liegen bleiben, bis sie auf Hörlaut oder Kommando, wie der Laie sagt, aus dem Auto dürfen. Drei Hunde, die ganz neu in der Runde sind, müssen erst einmal ins Fahrzeug zurück und die nächste Zeit das Abc sozialen Verhaltens auf eingezäuntem Gelände erlernen, damit sie mit Passanten, Straßenverkehr und anderen Hunden klar kommen. Schon für jene, die länger dabei sind, besteht ein großer Unterschied zwischen Übungsplatz und Öffentlichkeit, sind sich Helga Kastirke und Herbert Kasten einig. Doch der Ausbildungswart ist zufrieden mit den Fortschritten der jungen Hunde. Der eine oder andere der Halter brauche lediglich noch etwas mehr Selbstvertrauen, meint Kasten. Aus den Welpen sind kräftige, bewegungslustige Tiere geworden. Dabei würden mit zehn, elf Monaten Hündinnen schon mal zicken oder Rüden pöbeln, sagt Helga Kastirke schmunzelnd.

Silke Bühner aus Zahrensdorf bekam mit sechs Jahren ihren ersten Hund, seit acht Jahren züchtet sie selbst Germanische Bärenhunde. "Da habe ich Erfahrung gesammelt", meint die 38-Jährige, die noch zwei Bärenhunde, zwei Bernhardiner und vier Katzen zu Hause hat. Ein

Leben ohne Hunde könne sich die Mutter eines Sohnes nicht vorstellen. Das geht dem Ventschower Hans-Heinrich Hartwig ebenso. Sein Arko, ein elf Monate alter Labrador, zeigt, wie gut er das Aufspringen ins Auto beherrscht. Carola und Frank Werner aus Sternberg wollen erreichen, dass sie ihren Hund bedenkenlos zum Ausritt mitnehmen können. Beide gehören dem Demener Reitverein an.

Zum Abschluss erhalten alle Vierbeiner, auch jene, die im Auto ausharren mussten, freien Auslauf am See. Das gehöre zur Ausbildung, sagt Kastirke. Die Hunde müssten Gehorsam erlernen, sich aber auch artgerecht verhalten können.

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