Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen : Mit dem ersten Ton fängt alles an

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Das Bläserklassen-Konzept an der KGS Dorf Mecklenburg geht mittlerweile ins neunte Jahr.

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23. September 2015, 22:18 Uhr

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen; oder: Mit dem ersten Ton fängt alles an. Das gilt auch für Jule, Linus und David aus der 5a der KGS Dorf Mecklenburg, der einzigen Kooperativen Gesamtschule im Nordwestkreis.

Sie gehören zu den 49 Fünftklässlern, von insgesamt 82, die sich für eine Bläserklasse entschieden. Die vergangenen Tage hieß das Stichwort Instrumenten-Karussell. In Gruppen zu viert und fünft probierten sich die Mädchen und Jungen aus: Querflöte, Klarinette, Saxofon, Euphonium, Posaune, Waldhorn, Trompete und Schlagzeug. Nach 20 Minuten war Wechsel. Im Anschluss durften sie ihre drei Wünsche aufschreiben. Natürlich ist da auch die Physiognomie, u.a. die Zahnstellung etwa zu beachten. Etwas vorstehende Zähne sind für die Querflöte gut, aber bei der Klarinette ganz und gar nicht…

Für Chantal Seide und Jannis Schwarz aus Karow war es klar: „Saxofon“. „Das Instrument ist derzeit sehr beliebt, eine Modeerscheinung. Es klingt gut, hat in der Rock- und Popmusik einen vielfältigen Einfluss“, weiß Volkmar Tiede. „Aber vielleicht kriege ich ja noch einen auf Trompete umgestimmt“, meint der Musiklehrer, der seit 1982 zudem Leiter des Dorf Mecklenburger Blasorchesters ist. Tiedes Blasmusiker sind weithin bekannt und beliebt. So marschieren die Musikanten seit Jahren vorneweg beim Brüeler Schützenumzug.

Tiede freut sich nicht nur, dass sein Orchester dank der Bläserklassen Nachwuchs erhält. „Das sind mittlerweile über 20.“ Zudem macht ihn eine SMS von Jan Rolle stolz. Der Lübower hat gerade sein Abi in der Tasche und beginnt jetzt die einjährige Ausbildung in Berlin-Friedrichhain, um sich für die Aufnahmeprüfung zum Studium zu wappnen. „Jan will Jazztrompete studieren“, so Tiede.

Jan Rolle ist der erste Jahrgang, der die Bläserklassen komplett durchlief und Beispiel zugleich, wohin die musikalische Reise gehen kann. Aber es ist nicht der eigentliche Ansatz an der KGS. Mit den Bläserklassen wirbt man für den Standort Dorf Mecklenburg – sorgt man dafür, dass Kinder aus Wismar und von noch weiter weg hier zur Schule gehen.


Vorkenntnisse sind nicht erforderlich


Vorkenntnisse sind übrigens nicht erforderlich. „Bisher hat noch kein Kind ein Instrument nicht erlernt“, betont Undine Lange-Wolff. Die Musiklehrerin an der Verbundenen Regionalen Schule und Gymnasium „Tisa von der Schulenburg“, wie die Einrichtung offiziell heißt, unterrichtet Querflöte. Bei Dorit Radtke, der dritten Musiklehrerin, ist es die Klarinette. Hinzu kommen vier Honararkräfte, darunter die Leiterin der Wismarer Musikschule, Jana Rohloff, die fürs tiefe Blech zuständig ist

Und aus Rostock fährt Tobias Suffa einmal die Woche via A 20 nach „Dorfmeck“. Der 2014er-Absolvent der Hochschule für Musik unterrichtet am Rostocker Konservatorium Posaune und Euphonium. Und Letzteres auch in der KGS Dorf Mecklenburg. „Die Bläserklassen sind sehr gut. Für Schüler ist Musik super, das hilft zum Beispiel auch in Mathe weiter“, so Suffa.

Und wie schnell sich Erfolge einstellen, bewies das Orchester der 7./8. Klasse vor knapp zwei Wochen beim Dorffest, wo u.a. gleich neunstimmig ein Quodlibet, bestehend aus „Caffee“, „Heut’ kommt der Hans zu mir“ und „Es tönen die Lieder“, vorgetragen wurde.

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