Schlowe : Mit Bushaltestelle fürs Dorf werben

Bringen leuchtende Fotos auf die Wände des Buswartehäuschens: Paul, Matthi und Jule. An dieser jetzt schmucken Haltestelle warten die Drei dann auch auf ihren Schulbus.
Bringen leuchtende Fotos auf die Wände des Buswartehäuschens: Paul, Matthi und Jule. An dieser jetzt schmucken Haltestelle warten die Drei dann auch auf ihren Schulbus.

Fotos zeigen die schönsten Plätze in Schlowe

svz.de von
10. Oktober 2018, 20:00 Uhr

Schlowe besticht nun nicht gerade mit architektonischen Kostbarkeiten wie zum Beispiel einem Gutshaus oder Ähnlichem, dafür aber mit wunderschöner Lage. Davon bekommt aber nicht viel mit, wer am Dorf vorbeifährt, selbst wer durch den Ort fährt, wird die schönsten Stellen nicht gleich sehen: den Schlower Bach mit der seltenen Bachmuschel, den Strand am Klein Pritzer See, die beiden Stege, von denen aus man den Seeadler kreisen oder wunderbare Sonnenuntergänge erleben kann.

Auch ist erst auf den zweiten Blick zu erkennen, dass es nur ein paar Schritte zum Waldlehrpfad in Richtung Borkower See sind und Schlowe ein Paradies für viele inzwischen gefährdete Insekten wie Wildbienen, Hummeln und Schwebfliegen ist.

Als im Frühjahr die Verschönerung der tristen Bushaltestelle am Ortsrand an der Straße zwischen Borkow und Klein Pritz anstand, kam die Idee auf, dass dies eigentlich ein idealer Platz ist, um mit großen Fotografien auf den Wänden der Bushaltestelle den Blick auf eben diese wunderbaren Orte zu lenken. Hier gehen und fahren die meisten Leute vorbei. Die Bushaltestelle quasi als Einladung, sich Zeit zu nehmen und mal genauer hinzuschauen, was sich in und um Schlowe an Schönem verbirgt.

Einige Hundert Euro kostet allerdings ein solches Vorhaben - zu viel für einen kleinen Verein wie die Schlower Dörpschaft, der nicht als gemeinnützig gilt. Ein erster Förderantrag bei einer Stiftung wurde denn auch umgehend abgelehnt. Auf der weiteren Suche nach Sponsoren erfuhren die Schlower, dass ihr Dorf eine Station an der Bienenstraße ist – ein Projekt des Naturparkvereins Sternberger Seenland und des Landschaftspflegeverbandes Sternberger Endmoränengebiet (www.bienenstraße.de).
Angetan von der Idee einer solch repräsentativen Bushaltestelle boten der Naturparkverein und der Landschaftspflegeverband nicht nur Hilfe bei der Gestaltung der Fotomotive für den Waldlehrpfad und die Bienenstraße an, sondern warben für die Aktion außerdem die nötigen Fördermittel bei der Norddeutschen Stiftung für Umwelt und Entwicklung und bei der Ehrenamtsstiftung MV ein. Die Gemeindevertretung von Borkow gab ihrerseits grünes Licht und etwas Geld dazu. Profifotograf Christian Lehsten aus dem Nachbardorf Rothen hatte inzwischen für stimmungsvolle Fotos am Schlower Strand und Bach gesorgt. Im August waren die Vorbereitungen abgeschlossen: die Kostenfragen geklärt, die Fotomotive für den Druck fertig, die Wände von der Bushaltestelle demontiert und in die Druckerei gebracht worden.

Als nun kurzfristig das Signal kam, dass die Lieferung aus der Druckerei ankommt, ließen sich die Schüler Paul Rogmann, seine Schwester Jule und Matti Rosbölt nicht lange bitten, die Wände mit den leuchtenden Fotos sofort in die Bushaltestellen einzubauen. Hier warten sie morgens immer mit drei weiteren Kindern aus dem Dorf auf den Schulbus – jetzt in einer ganz besonderen Bushaltestelle, die ihnen nicht nur Schutz vor Wind und Wetter bietet, sondern auf ganz besondere Weise für ihr Dorf Schlowe und seine Natur wirbt.

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