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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

19. November 2017 | 15:30 Uhr

Pilgern in Tempzin : Mit buntem Kreuz durchs Seenland

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Mehr als 30 Pilger aus ganz Deutschland starten im Kloster Tempzin zu Tagestouren in der Umgebung.

svz.de von
erstellt am 08.Aug.2014 | 21:30 Uhr

Das Kreuz wird an jedem Morgen neu hergerichtet, gemeinschaftlich mit Blumen und frischem Grün geschmückt, bevor sich die mehr als 30 Pilger aus ganz Deutschland damit auf den Weg machen. Auch ein katholischer Priester aus Guinea, der für sechs Wochen in der Schweriner Anna-Gemeinde weilt, gehört zu ihnen. Sie brechen zu Tagestouren im Sternberger Seenland auf und kehren rechtzeitig zum Abendgebet um 18 Uhr in das Pilgerkloster Tempzin zurück.

Montag reisten die ersten Teilnehmer zur Vorbereitung an, mit dem Abendgebet am Tag darauf begann die Pilgerzeit. Der erste Weg führte nach Warin, dann ging es nach Penzin, und gestern pilgerte die Gruppe über Brüel bis Kaarz und zurück am Keezer See vorbei. Am Ende jeder Tagestour liegt eine Badestelle, „die mit Wonne genutzt wird“, wie Magdalene Anders vom Verein Pilgerherberge Kloster Tempzin lächelnd erzählt.


Der fünfjährige Jonas geht auf dem Laufrad mit


Vom Alter ist die Gruppe „total gemischt“, bemerkte Anders schon nach dem ersten Blick in die Runde. Sie hütet gewissermaßen das Haus. Bei ihr bleiben die drei Enkelkinder, die Schwiegertochter geht mit den Pilgern, wie schon sechs Mal von 2005 an auf dem Familienpilgerweg. Die junge Familie wohnt nach Zwischenstation in Berlin mittlerweile weit weg im Allgäu, ganz im Süden Deutschlands.

Zwei Kinder aber machen sich mit auf den Weg. Jonas ist mit fünf Jahren der jüngste Teilnehmer, seine Schwester Miriam bereits zwölf. Ihre
Eltern, Andrea und Andreas Benning aus Dortmund, waren schon vor Jahren hier, acht Mal insgesamt, beinahe noch im jugendlichen Alter und ohne Kinder, erzählen die Beiden. „Die Gemeinschaft, der Austausch in der Gruppe, die Offenheit der Leute, eben die ganze Atmosphäre und dazu die Gebetszeiten finden wir immer wieder schön“, sagt Andrea Benning. „Und die Landschaft“, fügt der Ehemann hinzu. „Ob Jonas durchhält, waren wir unsicher. Es sind zwischen 18 und 22 Kilometer. Wenn nicht, wäre einer von uns zurück geblieben. Aber die ersten beiden Touren hat er geschafft. Jetzt klappt es auch bei den anderen. Ohne sein Laufrad hätte er das Tempo allerdings kaum mitgehen können.“ Für Miriam ist es nicht die erste Pilgerzeit. Ihr gefällt die Gemeinschaft und dann ganz besonders der Halt am Badesee. Sie bewundere die beiden Kinder, sagt Magdalene Anders. Denn es sei nicht allein der Fußmarsch, sondern auch die gesamte Prozedur.

Geoffry Schwegler, der mit seiner Gitarre den Ton für manches Lied vorgibt, ist aus dem Schwäbischen nahe Stuttgart gekommen und das erste Mal in Tempzin. Dieses Pilgerkloster sei für ihn einzigartig. „Ich wollte eigentlich durchs Ländle nach Tübingen laufen, habe aber zufällig von dieser Pilgerzeit erfahren und mich ganz kurzfristig dafür entschieden. Da ich Urlaub habe, passte das.“ Beruflich ist er als Diakon und Sozialarbeiter in einer evangelischen Gemeinde tätig. Nach seinem ersten Eindruck gefragt: „Dies ist ein heiliger Ort mit einmaliger Ausstrahlung. Ich kann mir vorstellen, dass er auch für mich zum Kraftort wird.“

Nach dem Abendgebet wird gemeinsam gegessen. „Schon viele Jahre bekommen wir die warmen Mahlzeiten von Familie Schlünz aus Brüel. Die Teilnehmer sind immer sehr zufrieden“, sagt Magdalene Anders. Ihr Enkel Aurelio (13) habe schon gesagt, dass er sich so ein Essen auch in der Schule wünsche.

Heute unternehmen die Pilger ihre letzte Tagestour. Den Abschluss der Woche bildet ein Festgottesdienst mit Mahlfeier am Sonntag um 10 Uhr in der Klosterkirche. Dazu sind die Kirchengemeinde und alle Interessierten herzlich eingeladen.

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