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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

21. Oktober 2017 | 06:41 Uhr

Mit allen Sinnen erleben

vom

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erstellt am 19.Okt.2012 | 12:14 Uhr

Dabel | "Die ist aus Papas Socke", kichert der dreijährige Jonas. Der Steppke aus der Kindertagesstätte "Sankt Martin" in Dabel zeigt auf eine Handpuppe. Die hat er gemeinsam mit Solveig Witt, ehrenamtliche Helferin in der Kita, gebastelt. Aus Papas Tennissocke. "Das Anfertigen von Handpuppen ist Teil unseres Projektes "Vom ich zum du und wir", welches wir gerade durchführen", erzählt Solveig Witt. Mit verschiedenen Aktionen sollen im Rahmen des Projektes das Sozialverhalten, die Konflikt bereitschaft und der Umgang im Streit mit den Hort- und Kita-Kindern geübt werden. Auch Freundschaftspflege und Erfahrungen mit dem Selbst stehen auf dem Programm.

Das Projekt "Vom ich zum du und wir" ist aber nur ein Teil der neuen Ausrichtung, welche sich die Kindertagesstätte verschrieben hat. Denn seit Anfang dieses Jahres verfolgt die Kita einen erlebnispädagogischen Ansatz. "Ich finde dieses Konzept spannend und wollte es schon immer gerne ausprobieren", erzählt Annett Born, Leiterin der Kita in Trägerschaft der Diakonie Kloster Dobbertin. "Die Erlebnispädagogik gibt es bereits seit 300 Jahren und sie kommt immer in Zeiten des Überflusses zum Einsatz", erklärt die Leiterin. Ziel der Erlebnispädagogik sei es, dass man ohne materielle Anreize glücklich werde und sich alleine darüber freue, dass andere glücklich sind, so Annett Born.

Im Mittelpunkt des Konzeptes stehe die Stärkung von sozialen Kompetenzen. Mittels Erlebnisse, vor allem in der Natur, soll soziales Verhalten gestärkt werden. "Es geht darum, dass die Kinder über alle Sinne erleben. Sie sollen ganz tiefe Erlebnisse bekommen. Diese müssen dann immer wiederholt werden", erläutert die Kita-Leiterin. So werde beispielsweise der Spaziergang im Wald zum Erlebnis, bei dem einerseits die Bewegung der Kinder gefördert werde. Andererseits werden auch andere Sinne wie etwa der Hör- und Geruchssinn angesprochen.

Mit Einführung der Erlebnispädagogik habe sich die Ausrichtung der Projekte in der Kita verändert, sagt Annett Born. "Statt eine Vielzahl von unterschiedlichen Aktionen durchzuführen, haben wir jetzt nur noch drei große Themen im Jahr, nach denen sich unsere einzelnen Projekte ausrichten", erzählt die Kita-Leiterin. So habe man sich von Anfang des Jahres bis Ostern mit dem Thema "Kunst" beschäftigt. "Im Rahmen der Kunstwochen haben die Kinder zum Beispiel Fotos von sich selbst gemacht und diese ausgestellt", so Annett Born. Außerdem wurde Papier geschöpft.

Nach den Osterferien bis zum Sommer startete der zweite Themenkomplex "Gott und die Welt". "Wir haben uns hier mit der Schöpfungsgeschichte und der Geschichte um die Arche Noah beschäftigt", sagt Annett Born. "Im Gegensatz dazu haben wir uns auch mit einem weltlichen Thema, der Geographie, auseinandergesetzt", so die Kita-Leiterin weiter. Die Kontinente Afrika, Amerika und Australien seien besprochen worden. Um den Kindern die anderen Kulturen erfahrbar zu machen, wurden beispielsweise afrikanische Tänze einstudiert. Und "Indianerin" Karina Vandersee-Müller aus Neu-Poserin war in der Kita zu Gast. Sie erzählte über das Leben der Indianer. Im September habe man dann mit dem Thema "Vom ich zum du und wir" begonnen, welches bis Weihnachten andauern werde.

Auch wenn die Erlebnispädagogik noch kein Jahr im Einsatz ist, gäbe es schon die ersten Erfolge. "Die Kinder können mir nach dem Mittagsschlaf noch vom Spaziergang am Vormittag erzählen", berichtet Annett Born. Das sei ungewöhnlich. Denn normalerweise könnten sich vier- und fünfjährige Kinder nach dem Schlafen nicht mehr daran erinnern, was sie am Morgen getan hätten. Da spräche dafür, dass das ganzheitliche Erfahrungskonzept aufgehe. Auch an anderer Stelle wären Erfolge bemerkbar. So berichtet Born, dass Besucher sagen würden, dass es in der Kita ungewöhnlich leise wäre. Das spräche dafür, dass die Mädchen und Jungen in der Dabeler Kita besonders ausgeglichen wären.

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