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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

19. September 2017 | 22:42 Uhr

Schulgebäudesanierung : Millionenprojekt in Neukloster

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Haus B des „Überregionalen Förderzentrums mit dem Förderschwerpunkt Sehen“ in Neukloster muss dringend komplett saniert werden.

von
erstellt am 24.Jul.2017 | 21:36 Uhr

Das Areal der einstigen großherzöglichen Lehrerseminars von 1862 macht immer noch was her. Zu DDR-Zeiten war hier von 1951 bis 1975 das Institut für Lehrerbildung, danach bis zur Wende die Sehschwachenschule mit Internat und Vorschulteil. Seit 1990 beherbergt der Komplex die Landesschule für Blinde und Sehschwache in Neukloster, seit  2011 trägt sie den Namen „Überregionales Förderzentrum für den Förderschwerpunkt Sehen M-V“.

Der Zahn der Zeit nagt an der Bausubstanz. Haus A und D sowie der vordere  Teil des Schulhofs wurden bereits „von 2002 bis 2011 für insgesamt 14 Millionen Euro saniert, seinerzeit durchs Land“, so Schulleiterin Roswitha Wenzlaff. Im Anschluss war die für Haus B laut Gesamtkonzept geplant, doch dazu kam es bis heute nicht. Grund war ein Trägerwechsel zum 1. August 2012, als die Landesregierung die Einrichtung per Zuordnungsgesetz an den Nordwestkreis übergab. „Ohne finanzielle  Mittel allerdings“, wie Gudrun Sturmheit, Fachdienstleiterin Bildung und Kultur im Kreis, beim SVZ-Vororttermin ausdrücklich betont.

NWM hatte einen  Klotz mehr am Bein, denn auch bei anderen Schulen im Nordwesten gab und gibt es   großen Sanierungsbedarf. Und so musste Haus B der Neuklosteraner Spezialeinrichtung warten. Doch nun kommt man nicht mehr umhin. „Alle Gewerke müssen hier rein, das Dach ist komplett marode, die Mauern sind feucht, die Sanitärräume nicht 100-prozentig behindertengerecht“, zählt Ulf Plath vom Bau- und Gebäudemanagements im NWM-Kreis auf.  In den vergangenen Jahren war im  Haus B „optische Kosmetik“ angesagt, so wurden die Beleuchtung gewechselt und Türschwellen wegen  Rollstuhlfahrern rausgebrochen.

„Bleibt es beim Ausbau des Dachgeschosses?“, fragt Wenzlaff. Die Kreisvertreter bejahen. Damit würde sich die Kapazität auf dann  60 Plätze  in dem Gebäude  erhöhen. Zudem soll ein neuer Fahrstuhl eingebaut werden. Der jetzige, er kam während der Teilsanierung von 1998 bis 2000 rein,  endet vorm Dachgeschoss und ist laut Schulleiterin Wenzlaff zudem „ein Montagsfahrstuhl“ und muss ersetzt werden.

Gesamtkosten von acht Millionen Euro

Die reinen Baukosten bei Haus B belaufen sich  nach derzeitigen Planungen „auf 6,4 bis 6,5 Millionen Euro“, so Plath. Hinzu kämen bis zu 1,5 Millionen Euro für einen Spezialcontainer für die Zeit der Bauphase. Dieser muss rollstuhlgerecht und für Blinde ausgestattet sein sowie die nötigen pflegetechnischen Leistungen vorhalten. Summa summarum läuft es auf insgesamt  acht Millionen Euro hinaus.

„Beginn für die  Komplettsanierung  von Haus B ist im Sommer 2018, dazu muss es freigezogen werden. Fördermittel werden noch abgeklärt“, betont Landkreissprecherin Petra Rappen. Aktuell laufe die europaweite Ausschreibung  der Planungsleistungen (Architekt, Fachplaner).

Die 124 Schüler von der 1. bis 10. Klasse aus ganz MV sind gerade in den Ferien. Betreut werden sie in der Schulzeit von ca. 60 Mitarbeitern,  einschließlich des Nachtdienstes, das Internat hat eine Kapazität von 55 Plätzen.  Kinder aus den Bereichen Schwerin, Rostock oder NWM fahren täglich.

 „Fürs neue Schuljahr haben wir bereits 136 Anmeldungen“, so Wenzlaff, die nicht verschweigt, dass es damit ganz schön eng in bestimmten Bereichen werde. Auch die Zahl der Kinder mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung steige von bisher 39 auf dann 48. Ferner gibt es hier in Neukloster  den „Förderschwerpunkt Lernen“. 

Das Besondere der Schule sind kleine Klassengrößen, um dem teils hohen individuellen Förderbedarf gerecht zu werden. Zudem  verfügt die Einrichtung über eine spezielle Ausstattung mit Hilfsmitteln für Blinde und Sehbehinderte – darunter Punktschriftmaschinen, und -bücher sowie Computer mit Braillezeile.

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