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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

24. Oktober 2017 | 08:05 Uhr

Sternberg : Milder Winter – Bauleute in Arbeit

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Die Erwerbslosigkeit sinkt im Geschäftsstellenbezirk Sternberg auf 8,9 Prozent. Flüchtlinge sind eher Fachkräfte von übermorgen.

von
erstellt am 04.Jan.2017 | 05:00 Uhr

Im bislang milden Winter ist es kaum zu Entlassungen auf dem Bau gekommen. Zu diesem erfreulichen Fazit gelangt der Arbeitsmarktbericht für Dezember. Die Erwerbslosigkeit hat sich um 28 auf 545 Menschen verringert. Das waren 114 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen sank im Geschäftsstellenbezirk Sternberg auf 8,9 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie noch 10,6 Prozent.

Auf dem Bau gibt es nach Angaben von Cornelia Behnisch, Teamleiterin für Parchim, Lübz und Sternberg bei der Agentur für Arbeit, so genannte Dauerstellen. Gesucht wird vom Helfer bis zu Fachkräften in allen Gewerken, ob Maurer, Maler, Zimmerer, Tischler, Dachdecker oder Elektroinstallateur.

Tendenziell gebe es eine steigende Nachfrage nach Berufskraftfahrern, einerseits durch altersbedingtes Ausscheiden von Beschäftigten, andererseits durch einen Anstieg der Aufträge für die Firmen durch den boomenden Online-Handel.

In der Landwirtschaft und im Garten- und Landschaftsbau werden Fachkräfte und Helfer für die neue Saison ab Frühjahr 2017 gesucht, im Bereich Warin ganz aktuell Näher bzw. Näherinnen. Im sozialen Bereich seien immer wieder Erzieher und Sozialpädagogen nachgefragt. Als „sehr schwer zu besetzen“ nennt Behnisch Stellen wie Apotheker und pharmazeutisch-technische Assistenten.

Insgesamt lasse sich feststellen, dass immer mehr Bewerber berücksichtigt würden, „die nicht passgenau sind“. Die Arbeitgeber investierten dann in die Einarbeitung, da kaum noch Fachkräfte zu bekommen seien.

Die Fachkräftesicherung bleibe auch in diesem Jahr eine große Herausforderung, so Behnisch. Die Agentur für Arbeit leiste hier ihren Beitrag, indem sie weiterhin Qualifizierungsmaßnahmen in allen Bereichen anbiete. Interessenten könnten sich dazu an ihre zuständigen Beratungsfachkräfte wenden.

Angesichts der vielen offenen Stellen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt und der großen Welle der Flüchtlinge stelle sich zunehmend die Frage, ob sich mit diesen die Lücken schließen ließen. Die Erfahrung zeige aber, so Behnisch weiter, dass die große Mehrheit keine formalen Qualifikationen entsprechend unserem Bildungssystem vorweisen könne. Größte Anforderung sei die deutsche Sprache. Diese Aufgabe hätten alle Beteiligten im Landkreis Ludwigslust-Parchim gemeinsam mit den Bildungsträgern gut gemeistert. Viele Flüchtlinge seien nun in den Sprachkursen integriert. Sie seien daher aber nicht die Fachkräfte von morgen, sondern eher von übermorgen.

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