Sternberg : Met, lodernde Feuer, Liveband

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Archäologisches Freilichtmuseum im mittelalterlichen Gewand / Brüeler ziehen mit Blasmusik zur Festwiese / Ostertanz in Neperstorf.

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01. April 2015, 18:48 Uhr

Vielerorts ist zu den Osterfeiertagen was los. Ob Osterei, Metgebräu und mittelalterliche Lagerei im Archäologischen Freilichtmuseum Groß Raden sowie die vielen Osterfeuer in der Region. Und wer das Tanzbein schwingen will und noch auf Rock’n Roll steht, der ist am Sonntag im Alten Pferdestall von Neperstorf genau richtig. SVZ gibt einen Überblick über Ereignisse in der Region.

Ostern bedeutet im Archäologischen Freilichtmuseum Groß Raden seit Jahren schon Trubel und Geschichte. Von Karfreitag bis einschließlich Ostermontag verwandelt sich der altslawische Tempelort in einen mittelalterlichen Handwerks- und Handelsplatz. Die Besucher werden nicht nur zurück versetzt in das frühmittelalterliche Leben der Slawen und Wikinger vor 1000 Jahren. Viele Teilnehmer in mittelalterlicher Gewandung aus ganz Deutschland aber auch aus Luxemburg insgesamt 70 Erwachsenen und zehn Kinder – werden zu Gast sein und altes Handwerk ausüben, zum Beispiel Schmieden, Färben, Filzen oder Weben. Waren von Händlern wie Imker oder Kräuterhexe werden feilgeboten.

Traditionell wird auch an diesem Osterwochenende herzlich zum Mitmachen eingeladen. Je nach Witterung bieten die Museumspädagogen an: Körbe flechten, Fladenbrot backen, Tonklappereier nach slawischem Vorbild aus der Schatzkammer des Museums formen, Eier mit Naturmaterialien färben oder mit Wachstechniken verzieren, Nadelfilzen oder Stockkuchen am Feuer backen.

Die Mitmachaktionen finden von 10 bis 17 Uhr statt. Am Sonnabend um 14 Uhr wird zum Beispiel ein Kurs für Nadelbindung angeboten. Interessierte melden sich dazu bitte am Eingang des Freigeländes. Das Museum hat am gesamten Osterwochenende von 10 bis 18 Uhr geöffnet.


Osterfeuer heute und am Sonnabend


In Sachen Osterfeuer geht es bereits heute Abend los. Und dabei sorgt Brüel – wie all die Jahre schon – für das größte Spektakel. Mit Fackelumzug und begleitet von der Brüeler Blasmusik beginnt um 18.30 Uhr der Abmarsch von der Stadthalle zur Festwiese. „Das machen wir schon seit Anfang der 90er so. Um 19 Uhr wird an der Festwiese dann das Feuer angezündet“, so Brüels Feuerwehrchef Torsten Reiher. Fürs leibliche Wohl ist natürlich gesorgt.

Das gilt auch anderswo. Traditionell am Gründonnerstag wird in Zahrensdorf das Osterfeuer entfacht. Hier ist der Treff um 19 Uhr auf dem Dorfplatz. Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Zahrensdorf/Langen Jarchow sorgen für Bratwurst und Getränke. Und die Jugendwehr macht Knüppelkuchen für die Kinder.

Am Karsamstag gibt es gleich mehrere Osterfeuer. So um 17 Uhr in Trams auf der dortigen Halbinsel. In Langen Jarchow beginnt es um 18 Uhr mit dem Suchen bunter Osternester „für die Kids im Tal“, so Bürgermeisterin Christa Richelieu. Fürs leibliche Wohl sorgt wie immer der Sportverein SV Biernot. „Alle sind herzlich willkommen“, so Richelieu.

Das gilt genauso in Kobrow. Hier wird das Feuer um 19 Uhr am Feuerwehrgerätehaus in Kobrow I angezündet. Für alle Kinder wird eine kleine Überraschung versteckt. Und für Speisen und Getränke wird auch gesorgt, kündigt die Feuerwehr an.

In Mustin ist Osterfeuer-Treff bereits um 18 Uhr am Gemeindehaus. Zugleich werden bei der Gelegenheit wieder die Sieger um den „Pokal des Bürgermeisters“ der Knobel- und Skatrunden geehrt. Bürgermeister Berthold Löbel persönlich überreicht die Pokale.


Mit Rock’n Roll in den Ostermontag


Schwungvoll geht es indes am Ostersonntag in Neperstorf zu. Wie bereits im Vorjahr spielt die Wismarer Live-Band „The Boogie Beat Busters“ zum Ostertanz Rock’n-Roll-Musik aus den 50ern und 60ern. Der Eintritt beträgt fünf Euro. „Für Helene-Fischer-Fans wird das vielleicht nicht ganz das Richtige sein. Aber man kann es nicht immer allen Recht machen“, betont Hausherr und Bürgermeister Arne Jöhnk. Um 18.30 Uhr beginnt als Vorband die Cover-Truppe „Fischradio Deluxe“. Nach ca. einer Stunde tritt dann „The Boogie Beat Busters“ auf.


Selbst kreierte Torten und Neunersuppe


Zum ersten Mal in diesem Jahr öffnet das Café „Naschwerk“ in Weberin, am Karfreitag von 14 bis 18 Uhr und an den drei Ostertagen ab
10 Uhr. Ed Schütze, der erst einmal selbst weiter macht, bis er einen geeigneten Nachfolger gefunden hat, „weil das Café erhalten bleiben muss“, bietet u.a. wieder selbst kreierte Torten an. „Die Nougat-Kirsch-Torte ist ein lustiges Ding“, sagt der experimentierfreudige Café-Inhaber. „Die haben wir im Vorjahr mal ausprobiert und kam bei den Gästen klasse an.“ Als ebenso ungewöhnlich bezeichnet er die Windbeuteltorte mit Pflaumenmus, gebrannten Mandeln und Sahne. „Viele gute Ideen entstehen durch Zufall oder Dummheit“, räumt der umtriebige Holländer lachend ein. In die zunehmend gefragte vegane Richtung gehe der Versuch, eine Torte nur aus Schokolade und Mandeln sowie mit Öl statt Butter herzustellen. Am meisten verkauft werde bei ihm allerdings noch immer die Blaubeertorte.

Seine Nachbarin in Weberin, die Wildkräuter-Expertin Ursula Schönfeld, unterstützt Schütze mit einer Neunersuppe, die nach Überlieferungen zu Gründonnerstag gehört.

Die enthalte nach keltischer Tradition neun Kräuter und sei schon von einstigen honorigen Persönlichkeiten wie Goethe als Kraftsuppe im Frühjahr geschätzt worden. Brennnesselspitzen machen etwa die Hälfte der Kräuter aus, hinzu komme ein Viertel Giersch sowie nach dem
Angebot der Natur Kerbel, Vogelmiere, Spitzwegerich, Gänseblümchen, Gundermann und Brunnenkresse, erklärt Schönfeld. Sie bereite zwei Varianten zu, vegan und vegetarisch, denn sie selbst liebe Butter und Schmand in der Suppe, so die Kräuterfachfrau.

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