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Brüel/Langen Brütz : Meisterwerk aus vier Getreidearten

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Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Die große Krone für das regionale Erntefest Anfang September in Brüel wird mit vereinten Kräften in der Langen Brütz Agrar GmbH gebunden.

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erstellt am 24.Aug.2017 | 12:00 Uhr

Bei dem Getreide, das noch auf den Feldern steht, hat der ausgiebige Regen das helle Goldgelb dunkler gefärbt. Ungeeignet für schöne Erntekronen, die jetzt gebunden werden. Doch die Landwirte haben vorgesorgt. „Der Roggen war fast noch grün, als die Bunde geschnitten wurden“, erklärt Monika Wermter aus Langen Brütz, von 1983 an im Landwirtschaftsbetrieb ihres Heimatdorfes und seit 2004 bei Warnon Landwirtschaftliche Dienstleistungsgesellschaft mbH in Kaarz, ein Betrieb der Kuhpon-Gruppe.

„Voriges Jahr waren Ähren schon abgeknickt. Das sollte uns nicht wieder passieren“, sagt Wermter. Und so gefalle ihr in dem nun entstehenden Meisterwerk selbst der Roggen, der sonst nicht viel hergebe, als vierte Getreideart nach Wintergerste, Weizen und Hafer.

Die große Krone für das regionale Erntefest jährlich am ersten September-Wochenende in Brüel wurde bislang in der Landwirtschaftsgesellschaft Zahrensdorf gebunden. Ab diesem Jahr soll das unter den Organisatoren, zu denen ebenso Kuhpon mit mehreren Betrieben, die Wariner Pflanzenbau eG, die Agrargenossenschaft Gustävel und die Dienstleistungs- und Handelsgesellschaft mbH (DHG)
Brüel gehören, reihum gehen. Den Anfang macht die Langen Brütz Agrar GmbH – mit Verstärkung von Warnon und der Landwirtschaftsgesellschaft Groß Raden.

Außerdem stellen sich vier Betriebe mit einer kleineren Krone einem Wettbewerb. Auch dabei gibt es eine Neuerung. Der Sieger wird nicht mehr durch die Besucher des Erntefestes bestimmt, sondern durch eine unabhängige Jury, die Kreistagspräsident Olaf Steinberg aus Sternberg anführen soll.


Rentnerin übernimmt das Binden


Die große Erntekrone erhält in Langen Brütz zum Schluss einen Kranz aus Grannenweizen. Betriebsleiter Mario Reich, übrigens Monika Wermters Schwiegersohn, hat Nachschub geholt, bevor er selbst Halm für Halm zu einem kleinen Strauß bündelt und kurz schneidet. Ihm macht das Ganze viel Spaß, wie er sagt. „Wir arbeiten mit den Betrieben zusammen und beteiligen uns deshalb gern am Erntefest.“ Der kleine Traktor samt Wagen für den Umzug steht schon bereit, muss nur noch geschmückt werden.

Für die entscheidende Arbeit, das Binden der Krone, hat sich Wermter ihre Mutter zu Hilfe geholt. Erika Richter, in Langen Brütz geboren, wird im Oktober 82 Jahre alt. Ihre Eltern hätten eigenes Land bewirtschaftet, dann „in der großen und kleinen LPG“ gearbeitet, erzählt die Rentnerin. Sie sei mit der Landwirtschaft aufgewachsen, habe seit Mitte der 1960er Erntekronen gebunden. Wie viele, das wisse sie nicht. „Ich habe sie nicht gezählt, sehr viele waren es. Da hat man seine Erfahrung“, sagt die 81-Jährige und greift wieder zu einem kleinen Strauß und Draht. Mehr oder weniger habe sie immer das gleiche Getreide genommen. Wichtig sei, dass es rechtzeitig geschnitten werde. Umso schöner sehe die Erntekrone aus, sagt Erika Richter und schaut zufrieden auf das Form annehmende Werk vor ihr. Daran hätten viele Anteil, wird in der Runde betont. Den Hafer zum Beispiel habe die Agrargenossenschaft Gustävel beigesteuert, weil der hier nicht angebaut werde. Und die vierte Generation wuselt auch schon in der großen Halle herum,
Richard mit anderthalb Jahren und Charlotte, fast drei, die Kinder von Mario Reich.

2018, das steht fest, wird die große Krone für das regionale Erntefest beim Wariner Pflanzenbau gebunden, kündigt Heike Schröder aus diesem Betrieb an.

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