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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

16. Dezember 2017 | 00:47 Uhr

Dabel : Meister wird am Schnitt gemessen

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Durch den Trend zum Gärtnern erfährt der Garten- und Landschaftsbau wieder mehr Wertschätzung. In Dabel fand ein Workshop der Güstrower Fachschule statt.

Der pensionierte Förster Bernd-Ulrich Nüsch klopft gegen den dicken hohlen Ast seines über 80-jährigen Apfelbaumes: Dem Dabeler ist gar nicht wohl dabei, wenn er daran denkt, dass dieser bei der nächsten Belastung abbrechen kann.

Beim Baumschnitt ist ein Profi gefragt. Gleich 18 davon haben sich bei ihm an diesem Donnerstag im Garten eingefunden.

Die Garten- und Landschaftsbauer absolvieren die Meisterausbildung in der Fachschule Agrarwirtschaft Güstrow-Bockhorst und vertiefen in einem Workshop den Obstbaum- und Beerenschnitt, die Veredelung und den Rebenschnitt. Abteilungsleiter für Gartenbau Nils Wagner: „In unserer Praxiswoche wollen wir einige handwerkliche Königsdisziplinen vertiefen. Schließlich muss sich ein Meister immer am Baumschnitt messen lassen“, fügt er hinzu. Der Fokus der Ausbildung liegt sonst eher auf dem kaufmännischen und rechtlichen Bereich. Schließlich sind die Meisterschüler als ausgebildete Garten- und Landschaftsbauer Handwerkerprofis.


An frostfreien Tagen derzeit das Kernobst


Steinobst wird nach der Ernte geschnitten, aber jetzt bei den frostfreien Tagen ist Schnittsaison für Kernobst, und Andreas Hoffman hat viel zu tun: „Die Auftragslage wächst und es hat wieder mehr Wert, etwas vom Fachmann machen zu lassen“, stellt er fest. Das liege auch daran, dass sich mehr Menschen mit Gärtnern beschäftigen. „Oft wird er nach Tipps gefragt. „Am wichtigsten ist die Regelmäßigkeit“, sagt er. Wer einmal richtig Grund drin hat, kann sich über einen Garten freuen, der ohne viel Aufwand zu pflegen ist.

Schnellwüchsige Hecken und Sträucher müssen jedes Jahr geschnitten werden, Obstbäume könnten auch im Zwei-Jahres-Rhythmus erzogen und gepflegt werden. Willi Habel erklärt: „So verhindert man Reibestellen, die den Baum verletzen, erhöht den Ertrag und erhält sich
alte Bäume.“ Er bedauert, dass er oft erst gefragt wird, wenn es zu spät ist. „Ein Kind kann man auch nicht erst erziehen, wenn es groß ist“, sagt er. Auch er sagt noch einmal: Es zählt die Regelmäßigkeit, am besten immer von dem selben Gärtner.

„Manche Projekte gehen über Jahre hinweg“, erklärt John-Philip Gloevke. Jeder Gärtner hat seine eigene Handschrift, da brauche es etwas Geduld und Vertrauen in den Fachmann. Diesen findet man über Mundpropaganda oder kann sich beim Fachverband informieren. Sein Tipp: Die Schnittreste auf keinen Fall als Häcksel zum Mulchen nutzen. Nicht nur, dass man mit den Laub- und Astresten Ungeziefer, Pilze und Viren im Garten verteilt, sondern sie verändern auch den PH-Wert des Bodens. Damit kommen viele Pflanzen gar nicht klar.


Profigeräte lohnen nicht für Hobbygärtner


Übrigens sind Gärtner und Landschaftsbauer richtige Allrounder. Sie planen den Garten, übernehmen Pflegearbeiten, pflastern Wege und mauern Terrassen. „Das Leistungsspektrum ist überraschend und manchmal gar nicht so teuer, wie man denkt“, so Fachlehrer Manuel Krull. „Die gute Beratung gibt es gratis obendrauf“, erklärt er, während er sich seine Schutzkleidung anzieht. Er zeigt in den mit Werkzeugkoffern und Motorsägen gefüllten Kofferraum seines Wagens. „Außerdem hat der Fachmann Profigeräte und Schutzkleidung, die sich für einen Hobbygärtner in der Anschaffung nicht lohnen.“ Sorgsam wählt er eine Motorsäge, um dann in den großen Apfelbaum zu steigen und den riesigen Ast abzusägen.

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