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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

22. November 2017 | 16:03 Uhr

"Meine Gartenarbeit ist mein Sport"

vom

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erstellt am 23.Jun.2013 | 05:56 Uhr

Rothen | "Wir wollen zeigen, in welcher Variation die Natur vorkommt, in welcher Vielfalt es Kräuter gibt", erzählte Irmgard von Lehsten. Als Herrin des ca. 400 m 2 großen Kräuter-Schaugartens, der zum Rothener Hof gehört, führte sie am Wochenende Schaulustige im Rahmen von offene Gärten Mecklenburg-Vorpommern durch ihre grüne Oase. Bestaunen konnten die Besucher die zahlreichen Heil-, Gewürz-, Tee- und Färbepflanzen. Insgesamt wachsen auf der Fläche mehr als 200 verschiedene Arten, wie Oregano, Bohnenkraut, Pimpinelle, Majoran und viele mehr.

Auch Marga und Dieter Buchholz aus Grünenhagen besuchten am Sonnabend Mittag den Kräutergarten. "Wir wollen uns Anregungen für unseren eigenen Garten holen", erzählte Dieter Buchholz. Seine Frau fügte hinzu: "Wir haben zwar keinen Kräutergarten, aber es ist interessant zu sehen, welche verschiedenen Arten es gibt. Da kann man Erfahrungen sammeln." Nach ihrem Besuch in Rothen setzten die beiden Naturfreunde ihre Tour fort, um weitere Gärten zu besuchen. Denn in diesem Jahr warteten über 130 Gärten in MV darauf, von Schaulustigen besucht zu werden.

Der Rothener Garten sticht aber nicht nur durch seine Artenvielfalt hervor. Bemerkenswert ist auch, dass seine Pflege zum großen Teil in den Händen der fast 94-jährigen Irmgard von Lehsten liegt. "Bis heute war ich fast täglich hier", erzählte die Seniorin am Sonnabend. "Ich wollte, dass für dieses Ereignis auch wirklich alles perfekt ist", führte sie aus. Sie habe zwar Unterstützung von einer Gärtnerin, aber packe auch selbst noch kräftig mit an. "Das hält mich jung, denn meine Gartenarbeit ist mein Sport", fügte sie mit einem Schmunzeln hinzu.

Die Liebe zum Gärtnern sei ihr quasi in die Wiege gelegt worden. "Ich komme gebürtig aus Rostock und meine Eltern waren schon große Gartenfreunde", erzählte Irmgard von Lehsten weiter. Selbst in schwierigen Zeiten, habe Gartenarbeit eine Rolle in ihrem Leben gespielt. "Während des Kriegs haben wir jedes kleine Stückchen Acker umgegraben, um etwas anzubauen." Seit 2005 wohnt sie in Rothen. "Bis ich 85 Jahre war, habe ich ehrenamtlich für die Unicef gearbeitet", so die Seniorin. Dann sei sie zu ihrem Sohn Christian gezogen, dem das Gutshaus in Rothen gehört.

An Ruhestand war aber auch dann nicht für sie zu denken. Denn wenn Irmgard von Lehsten sich nicht um den Kräutergarten kümmert oder Besucher bei Aktionstagen wie Kunst offen oder offene Gärten durch den Schaugarten führt, ist sie in ihrem privaten Blumengarten zu finden. Natürlich mit den Händen in der Erde.

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