Direktkandidat aus dem Wahlkreis 32 : Mehr Stimme für die Schwächeren

Dr. Johannes Weise  aus Barnin bei Crivitz kandidiert als Mitglied der FDP für den Schweriner Landtag.
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Dr. Johannes Weise aus Barnin bei Crivitz kandidiert als Mitglied der FDP für den Schweriner Landtag.

Der Barniner Dr. Johannes Weise ist einer von acht Direktkandidaten im Wahlkreis 32 und will für die FDP in den Landtag.

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29. August 2016, 11:45 Uhr

Am 4. September sind Landtagswahlen. Im Wahlkreis 32 Ludwigslust-Parchim V, der die Ämter Crivitz, Goldberg-Mildenitz und Sternberger Seenlandschaft umfasst, bewerben sich acht Direktkandidaten. SVZ stellt sie vor – heute Dr. Johannes Weise, der für die FDP in den Landtag einziehen will.

Was ihn im Berufsalltag immer wieder ärgert, weil es die Schwächeren in der Gesellschaft zusätzlich trifft, möchte er als Landtagsabgeordneter verändern helfen. Diese Menschen blieben „trotz umfangreicher Sozialleistungen und gut ausgestattetem Wohlfahrtsstaat auf der Strecke“. Schuld sei „die fürchterliche Bürokratie“. Dr. Johannes Weise, der für die FDP kandidiert, arbeitet in der Geschäftsführung einer Rostocker Einrichtung zur ambulanten Intensivpflege.

Wer darauf angewiesen sei, verliere „in dem Wirrwarr“ den Überblick über die unterschiedlichen Ansprüche, die bestehen, vor allem ältere Leute. „Schlimmer noch, von denen, die die Leistungen bezahlen, werden sie in Pflegeeinrichtungen hinein beraten, die sie gar nicht wollen. Jeder möchte, so lange es geht, in seiner Häuslichkeit bleiben“, sagt Weise. Und stationäre Pflegeplätze seien für viele unbezahlbar, diese Menschen dann auf Unterstützung der Kommunen angewiesen. Gegen diesen „Verschiebebahnhof“ von Verantwortung und Kosten wolle er im Fall seiner Wahl vorgehen. Geld sei da, es müsse nur richtig eingesetzt werden. Es bringe aber nichts, solche Probleme „aggressiv zu beschreiben, sie müssen auch rational angegangen werden“. Er würde „alle Beteiligten an einen Tisch holen und moderieren“, um Lösungen zu finden. In der Hinsicht würden im Landtag „Kompetenz und auch nötiges Engagement fehlen“. Auf anderen Ebenen habe er Parteien übergreifend gute Erfahrungen gemacht.

Er würde sich, so Weise, auch dafür einsetzen, dass das Land Einfluss „auf die Primärkassen wie AOK Nordost und IKK Nord“ bekomme. Für Erstere befinde sich die Rechtsaufsicht in Brandenburg, für die IKK in Schleswig-Holstein. Das müsse das Land ändern. In Podiumsdiskussionen stehe an zweiter Stelle, wie es um Gesundheit und Pflege bestellt und ob die Rente sicher sei. „Das ist das Leib- und Magenthema der Menschen“, betont Weise.

Am meisten gehe es um die Flüchtlingsproblematik. Die FDP begegne ihr im politischen Wettbewerb „nicht rassistisch wie die Rechten, aber auch nicht populistisch, sondern mit rechtsstaatlichen Argumenten“. Das bedeute, zwischen Flüchtlingen aus Kriegsgebieten und Migranten, die aus wirtschaftlichen Gründen kommen, zu unterscheiden. Ersteren müsse nach dem Asylrecht Schutz gewährt werden, bis der nicht mehr notwendig sei und sie gefahrlos in ihre Heimatländer zurückkehren könnten. Für Migranten, die in der Lage seien, die größer werdende Lücke bei Fachkräften zu schließen, müsse gelten, dass sie ihren Lebensunterhalt selbst verdienen, die deutsche Sprache können und nicht kriminell sind. Dazu bedürfe es eines Einwanderungsgesetzes. Das sei zwar „zum Großteil Bundespolitik, aber Landtagsfraktionen könnten Anregungen geben“. Weil es bei diesem Thema durcheinander gehe, seien viele Menschen verunsichert.

Im Falle seiner Wahl würde er indes zuerst schauen, „wo man Politik zurückdrehen kann“. Vieles lasse sich vor Ort besser entscheiden, „nicht nur, wann die Straßenbeleuchtung ein- und ausgeschaltet, sondern zum Beispiel auch, welche Schule gebraucht wird“. Zudem wolle er sich
dafür aussprechen, dass Landtagsabgeordnete für ihre Rentenansprüche selbst sorgen. Das sei nur gerecht gegenüber denen, die 40 Jahre gearbeitet haben. Auch die Dauer des Übergangsgeldes und manche Funktionszulage könne er „nicht nachvollziehen“.

Der gebürtige Rostocker, Jahrgang 1976, hat dort an der Universität Politik- und Verwaltungswissenschaften und Geschichte studiert, ist ehrenamtlich Kreisvorsitzender der FDP in Ludwigslust-Parchim, Generalsekretär des Landesverbandes und Vorsitzender des Vereins für Intensivpflege, ein landesweiter, gemeinnütziger Verein, der sich für schwerstkranke Erwachsene und Kinder einsetzt. Johannes Weise ist verheiratet, hat zwei Söhne, eine Tochter und lebt in Barnin bei Crivitz.

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