Sternberg : Medaillen an vier Sternberger

Die erstmals verliehene Ehrenmedaille der Stadt Sternberg erhielten Rolf und Regina Karl, Ilse Däumer und Bruno Pischel (vorn v.l.). Die Auszeichnung nahmen Bürgervorsteher Eckhardt Fichelmann (hinten r.) und Bürgermeister Jochen Quandt vor.
Die erstmals verliehene Ehrenmedaille der Stadt Sternberg erhielten Rolf und Regina Karl, Ilse Däumer und Bruno Pischel (vorn v.l.). Die Auszeichnung nahmen Bürgervorsteher Eckhardt Fichelmann (hinten r.) und Bürgermeister Jochen Quandt vor.

Zum ersten Mal gab es beim Neujahrsempfang Auszeichnung für ehrenamtliche Arbeit.

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23. Januar 2016, 15:35 Uhr

Beim diesjährigen Neujahrsempfang, der am Donnerstagabend nach fünf Jahren im Seehotel in den Rathaussaal am Markt zurückkehrte, gab es eine Premiere: Zum ersten Mal erhielten Bürger für besonderes Engagement zum Allgemeinwohl die Ehrenmedaille der Stadt. Sie konnten von Fraktionen in der Stadtvertretung, Vereinen, Verbänden und Bürgern vorgeschlagen werden. Sternberg folgt damit Warin, wo es eine solche Ehrung seit 2014 gibt.

Eine gemeinsame Auszeichnung ging an Regina und Rolf Karl, die ihre Liebe zum Sport jahrzehntelang auf Kinder und Jugendliche übertrugen, Arbeitsgemeinschaften gründeten und leiteten, Regina Karl im Turnen, Volleyball und Schwimmen, ihr Ehemann vor allem in der Leichtathletik. Viele Jahre war er Leiter und Trainer im Trainingszentrum und nach der Wende im neu gegründeten 1. LAV Sternberg. Beide sind seit 1961 bzw. 1963 Rettungsschwimmer und bis heute in diesem Metier tätig als Aufsicht oder Schwimmlehrerin am Roten See in Brüel. Rolf Karl ist auch Übungsleiter der vor einigen Jahren gegründeten Sportgruppe für Männer über 60 Jahre, die sich jeden Mittwochnachmittag in der Halle am Finkenkamp trifft.

Ilse Däumer wurde als Initiatorin und Gründungsmitglied der Sternberger Tafel geehrt. Ohne ihren Einsatz würde es diese Einrichtung für die Bedürftigen in der Region heute nicht geben, heißt es im Vorschlag zu der Auszeichnung. Allein 2015 wurden 85 Tonnen Lebensmittel, die zuvor im Handel und bei Herstellern eingesammelt worden waren, von den Helfern der Tafel gegen einen symbolischen Obolus ausgegeben. Mit mehr als 27 Prozent sei der Anteil der Kinder unter den Bedürftigen sehr hoch.

Über die Ehrenmedaille der Stadt konnte sich auch Bruno Pischel freuen. Er war 1998 Initiator und Gründungsmitglied des Sternberger DRK-Ortsverbandes, brachte das Modell eines Seniorenzentrums mit Pflegeeinrichtung, Betreutem Wohnen, Tagespflege und allen offen stehendem Seniorenbüro maßgeblich mit auf den Weg. Viele Jahre war Pischel ehrenamtlich Bürgervorsteher der Stadt. Er ist Vorsitzender der Tafel, zu dessen Gründungsmitgliedern er ebenfalls gehörte.

Auf dem Neujahrsempfang hatte Bürgermeister Jochen Quandt zuvor Rückschau auf 2015 und 25 Jahre Städtebauförderung gehalten. Größte Investition im Vorjahr war die Sanierung der Philipp-Müller-Straße, „die sich etwas kompliziert gestaltete, aber nun fertig gestellt ist“. Erfreulicherweise seien mit dem Straßenausbau auch die Telefonkabel in die Erde verlegt sowie Erdgas- und Trinkwasserleitung erneuert worden. Die Sternberg Immobilien GmbH & Co. KG begann mit der Sanierung weiterer vier Häuser in der Altstadt, von denen eines fertig gestellt ist (SVZ berichtete). Zugleich würdigte Quandt das Engagement von Yves Piehl sowie Thomas Richter aus Kaarz, die Häuser im Mecklenburgring saniert und dazu beigetragen haben, dass hier zwei Schandflecke beseitigt wurden.

Durch die 1991 begonnene Städtebauförderung wurden 43 Häuser voll saniert, 25 neu gebaut und 72 teilmodernisiert, bei Vollsanierung und Neubau 26 bzw. 15 durch die Immo. Eine „herzliches Dankeschön“ gelte ebenso den rund 100 privaten Grundstückseigentümern, die ihren Beitrag leisteten, dass die Altstadt ihr unverwechselbares Gepräge erhalten habe.

Diese „beeindruckende Entwicklung Sternbergs“ würdigte auch Christian Schwabe, Abteilungsleiter im Wirtschaftsministerium, der den dienstlich kurzfristig verhinderten Staatssekretär Stefan Rudolph vertrat.

Als Vorhaben in diesem Jahr nannte Jochen Quandt die weitere Stadtsanierung „auch unter geänderten Rahmenbedingungen“, den Neubau eines Spielplatzes in Groß Görnow, die Sanierung der Brücke im Warnowtal und die Verbesserung der Breitbandversorgung in Groß Raden, Klein und Groß Görnow, Sagsdorf und Sternberger Burg. Die Stadtwerke erneuern in Groß Raden die Trinkwasserleitung und wo nötig die Hausanschlüsse.

Die Flüchtlingsproblematik spielte ebenfalls eine Rolle. Bürgervorsteher Eckhard Fichelmann hatte eingangs bekräftigt, dass Sternberg bereit sei, „soweit wie möglich Flüchtlinge aufzunehmen“. Es engagierten sich zahlreiche ehrenamtliche Helfer unter Koordinierung der Stadt. Von der großen Politik forderte er, „nicht gegeneinander zu arbeiten, sondern miteinander Lösungen zu finden“.

Die Bundestagsabgeordnete Karin Strenz (CDU), die sonst wegen „Teilnahmepflicht“ in der Sitzungswoche des Bundestags nicht zum Sternberger Neujahrsempfang kommen konnte, sagte in ihrem Grußwort, vor einem Jahr sei nicht daran zu denken gewesen, „mit welcher Wucht die Flüchtlingswelle Deutschland erwischt“. Die nötigen Maßnahmen wie eine begrenzte Zuwanderung und die Beschränkung auf Länder, in denen Menschen tatsächlich um ihr Leben fürchten müssten, brauche allerdings Zeit.

Das Grußwort aus der Partnerstadt Lütjenburg hielt Bürgervorsteher Siegfried Klaus.

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