Alphorn-Orchester in Witzin : Mecklenburger Musikgeschichte

Das achtköpfige Alphorn-Orchester bei seiner Gründungskonstellation. V.l.: Baldur Beyer, Hans-Jürgen George, Eberhard Scheel, Klaus Schröder, Klaus Wißner, Rudolf Heidinger, Wolfgang Fellechner und Meike Scheel. Fotos: Traudel Leske
Das achtköpfige Alphorn-Orchester bei seiner Gründungskonstellation. V.l.: Baldur Beyer, Hans-Jürgen George, Eberhard Scheel, Klaus Schröder, Klaus Wißner, Rudolf Heidinger, Wolfgang Fellechner und Meike Scheel. Fotos: Traudel Leske

Alphornbauer und -spieler Baldur Beyer aus Witzin gründete das erste „Mecklenburger Alphorn-Orchester“

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14. März 2015, 16:00 Uhr

In der Witziner Kirche wurde am vergangenen Mittwoch das erste „Mecklenburger Alphorn-Orchester“ gegründet – zu verdanken ist es dem Lehrer in Ruhe und ersten Alphorn-Bauer im nördlichsten Teil Deutschlands, Baldur Beyer aus Witzin. Der 78-Jährige hat sich so einen Platz in den musikalischen Annalen Mecklenburgs erobert. Die Gründungsurkunde für das Alphorn-Orchester als historisches Grundsatzdokument wurde an Ort und Stelle von vier Zeugen unterzeichnet.

Es sind acht Alphornbläser, die sich zu diesem ungewöhnlichen Musikkörper zusammengeschlossen haben: Baldur Beyer aus Witzin, Klaus Wißner aus Schwerin, Wolfgang Fellechner aus Mühlen Eichsen, Meike und Eberhard Scheel aus Retgendorf, Rudolf Heidinger aus Raguth, Klaus Schröder aus Lübzin und Hans-Jürgen George aus Güstrow. Gemeinsam wollen sie die Alpentradition im nördlichsten Deutschland publik machen, nachdem Baldur Beyer bereits vor fünf Jahren das erste Mecklenburger Alphorn-Trio gegründet hatte. Und nicht nur das.

Er war auch der erste Erbauer eines Alphorns, dem schon bald weitere folgten. Ohne irgendwelche Vorkenntnisse oder Hilfen mauserte sich der Senior in seiner kleinen privaten Werkstatt zum Instrumentenbauer. Heute darf er es für sich in Inspruch nehmen, als einer der besten Alphornbauer zu gelten. Das bescheinigte ihm kein Geringerer als der Instrumentenpapst, -Bauer und Sachverständige Franz Schüssele aus dem Schwarzwald. „Ihre Instrumente sind etwas ganz Besonderes, da sie Qualität haben und nicht reißen können.“ Kann es eine schönere Anerkennung geben?


Auf unterschiedlichen Wegen kennengelernt


Die acht Musikfreunde haben sich auf unterschiedlichsten Wegen kennengelernt. Und die meisten von ihnen spielen schon ein oder mehrere andere Instrumente. So hat sich das Ehepaar Scheel aus Retgendorf über die Kirchenmusik kennen- und liebengelernt. Meike Scheel spielt auch vorzüglich Trompete und Posaune. Das jüngste Mitglied Hans-Jürgen George aus Güstrow ist nach Baldur Beyer der Zweite, der sich sein Instrument selbst erbaute. Und jetzt ist er dabei, das Spielen zu erlernen. Das einzige Alphorn, das aus der Heimat dieser Klangkörper, der Schweiz, kommt, gehört Klaus Wißner aus Schwerin. Dieser arbeitete einstmals in der Schweiz und bekam von seinen Freunden das Instrument geschenkt. Inzwischen beherrscht er es aus dem Effeff. Was Baldur Beyer veranlasste, darüber nachzudenken, ihm in Bälde bzw. nach der Wahl die Leitung des Orchesters und damit den Dirigentenstab in dessen bewährte Hände zu übertragen.

Auf dem Gründungstag gab es eine erste Zusammenführung der acht Hobby-Musiker. Und schon bald wurde am ersten Übungsprogramm gefeilt, an dem mehrere Musikusse mitgewirkt haben. So zum Beispiel der Mustiner Horst Huth, Ricardo Danelzig aus Groß Laasch und Baldur Beyer sowie das Duo Schüssele/Bendler.

Und so erklangen in der Witziner Kirche mit ihrer herrlichen Akustik das Aufwärmen, Kanons, Gloria, Vom Lünersee, Ruf der Freundschaft, Jenseits des Tales, Abendruhe, Alphornklänge am Rosenower Weg, Morgen-Idylle am Mühlensee und Via Salina.


Auch Auftritte sind geplant


Auch Auftritte sind bei Anforderung geplant. Sowohl im großen Orchesterrahmen als auch in kleineren Formationen wie Zweier- und Dreiergruppen.

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