Manöver mit Problemen : Mann über Bord im Hafen Wismar

Blitzschnell sollte es gehen.  Leider klappte nur das Aufspringen ins Rettungsboot und das anschließende Abseilen. Fotos: Holger Glaner
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Blitzschnell sollte es gehen. Leider klappte nur das Aufspringen ins Rettungsboot und das anschließende Abseilen. Fotos: Holger Glaner

Die Crew des Kreuzfahrtschiffes MS „Star Legend“ probte den Ernstfall und hatte dabei so ihre liebe Mühe

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04. August 2015, 12:00 Uhr

Manchmal muss alles ganz schnell gehen. Und wenn es um die Rettung von Menschenleben geht, dann sowieso. „Man over board!“ – also „Mann über Bord!“ – vermeldeten die Bordlautsprecher am Sonntag auf der MS „Star Legend“. Und so eilten die für diesen Einsatz eingeteilten Crewmitglieder in Sekundenschnelle zur Steuerbordseite des 134 Meter langen Kreuzfahrtschiffes, das nur wenige Stunden zuvor im Wismarer Hafen festgemacht hatte.

Zum Glück war es nur eine Übung, denn leider klappte das Manöver nicht wie gewünscht. Zwar konnte die Mannschaft das mit drei Mann besetzte Rettungsboot aus zwölf Metern Höhe recht zügig in das Hafenbecken abseilen. Doch dann vergingen mehr als zehn Minuten, bis sich das Speedboot endlich vom Haken löste. „Besser, wir haben dieses Problem während einer Übung, als im Ernstfall. So können wir jetzt in Ruhe eine Lösung finden“, sagt Trevor Hughes. Nach Aussagen des zweiten Offiziers wird dieses Manöver alle zwei Monate einmal geübt.

Nur gut, dass die 200 amerikanischen Passagiere von dieser misslungen Übung nichts mitbekommen hatten. Denn die waren zu diesem Zeitpunkt bereits nahezu komplett von Bord des Kreuzfahrers gegangen.

Knapp die Hälfte erkundete die Wismarer Altstadt, die andere Hälfte wurde mit Bussen nach Schwerin und sogar ins gut drei Autobahnstunden entfernte Berlin gefahren. „Das kann ich nicht wirklich nachvollziehen“, sagte Wismars Bürgermeister Thomas Beyer. „Das ist doch Stress pur. Vom Kreuzfahrer von Wismar aus Schwerin besuchen, ist ja in Ordnung. Aber warum Urlauber sich die lange Fahrt nach Berlin antun, das verstehe ich ehrlich gesagt nicht.“

Die MS „Star Legend“ ist nach insgesamt neun witterungsbedingten Absagen erst der zweite Schiffsanlauf des Jahres in der noch jungen Kreuzfahrtdestination Wismar und darüber hinaus ein Schiff mit vielen Namen. Sie wurde 1992 in Bremerhaven als „Seabourne Legend“ gebaut und 2008 sowie 2015 renoviert. Von 1993 bis 1995 war sie als „Royal Wiking Queen“ auf den Weltmeeren unterwegs und fuhr danach als „Queen Odysseey“. 1996 erhielt sie ihren ursprünglichen Namen zurück, seit Mai 2015 ist sie unter dem Namen „Star Legend“ für die Reederei Windstar Cruises im Einsatz.

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